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Teilprojekt „Modulare Antriebsfamilie“ entwickelte Unterwassereinheit mit Elektromotor
Schiffsbetreiber, Behörden und Werften haben alle eigene Anforderungen. Um die Palette an Anforderungen erfüllen zu können, wurde ein umfassender Ansatz zum Entwickeln eines neuen Systems gewählt und das Projekt in sieben Teilprojekte unterteilt:
- modulare Antriebsfamilie
- Risiko- und Zuverlässigkeitsmanagement
- modulare elektrische Ruderanlagenfamilie
- modulare Montageblockfamilie
- Zustandsmanagementsystem
- intelligente Manövrierschnittstelle
- Entwicklung von Dimensionierungsprinzipien.
Größtes und anspruchsvollstes Teilprojekt war die „modulare Antriebsfamilie“, da sie sich mit dem physikalisch bedeutendsten Teil des Azipod-Antriebs befasste: der Unterwassereinheit mit Elektromotor und den dazugehörigen Lagern, Dichtungen und Propeller.
Obwohl das F&E-Kernteam für die neue Antriebseinheit nur 15 Personen umfasste, waren einschließlich der befragten Kunden mehr als 100 Personen beteiligt. So floss das Fachwissen vieler Unternehmen, Kunden, Werften, Schiffsbetreibern, Ausrüstungsherstellern, Forschungslabors, Hochschulen, Beratern und Konstrukteuren aus über 15 Nationen in die Realisierung ein.
Kunden aus aller Welt wurden zu den wichtigsten Merkmalen und Anforderungen befragt. Daraus entwickelten sich neue Ideen für technische Lösungen, die auch während des gesamten Entwicklungsprozesses von den Kunden beeinflusst wurden. Die endgültigen Ergebnisse berücksichtigten somit die Interessen aller Beteiligten.
Besonderes Augenmerk auf verbesserte Sicherheit für das Personal
Aktiv am Prozess beteiligt war auch Royal Caribbean Cruises, das Unternehmen mit der größten Erfahrung in der Nutzung von Pod-Antrieben. Die gute Kenntnis bestehender Azipod-Designs und die Aufgeschlossenheit des Unternehmens gegenüber neuen Ideen führte zur Entwicklung echter Innovationen. Nicht alle Ideen, die für ABB zunächst vielversprechend schienen, erwiesen sich aus Kundensicht als die beste Wahl.
Besonderes Augenmerk wurde in der Designphase auf das Verbessern der Sicherheit für das Personal bei Installation, Betrieb und Wartung gelegt. Besondere Rolle spielten konstruktive Elemente, die die Bewegungsfreiheit des Wartungspersonal innerhalb des Azipod-Gehäuses erhöhen. Studierende der Technischen Universität Helsinki wurden zudem mit dem Entwickeln einer speziellen Ausrüstung für Arbeiten unter diesen beengten Bedingungen betraut.
Auch nahm das Entwicklungsteam zusammen mit den Betriebsmannschaften verschiedener Schiffe an dem „Confined Space“ Kurs der ABB Marine Academy teil, um einen praktischen Einblick in die Arbeiten innerhalb des Azipod-Antriebs zu gewinnen.
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