Solarenergie Nanoantennen sammeln Sonnenenergie

Redakteur: Juliana Schulze

US-Forscher haben ein neuartiges System entwickelt, um sehr effizient Solarenergie in elektrische Energie umzuwandeln. Dazu werden Nanoantennen auf eine Plastikfolie aufgebracht.

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Die Nanoantennen, die effizient Solarenergie in elektrische Energie umwandeln, sind auf einer Plastikfolie aufgebracht. Damit wird Infarot-Strahlung, also Wärme, in Strom umgewandelt. Die Umwandlung geschieht nach Angaben der US-Forscher des Idaho National Laboratory (INL) mit einer Ausbeute von über 80 Prozent. Das ist deutlich mehr, als derzeit mit Solarzellen bei sichtbarem Licht möglich ist und könnte auch bei Nacht oder mit anderen Wärmequellen als der Sonne Strom liefern.

System könnte Solarzellen komplett ablösen

Ein weitere Vorteil sei, dass die flexiblen Folien als stromproduzierende Hüllen von Handys und anderen Elektronik-Produkten geeignet wären. Auch die Herstellung des Systems sei günstig möglich, so das INL. Daher halten die Forscher es für möglich, dass ihr System Solarzellen komplett ablösen wird.

Nanoantennen sind auf speziellem Polyethylen aufgebracht

Die Nanoantennen können den Forschern zufolge aus einer Reihe von Materialien, darunter Gold, Magnan und Kupfer, gefertigt werden. Sie werden auf speziell behandeltes Polyethylen aufgebracht und schon auf einer Kreisfläche von rund 15 Zentimetern Durchmesser finden sich über zehn Millionen der winzigen Antennen. Damit das System auch wirklich zur Stromgewinnung genutzt werden kann, ist laut INL noch ein Problem zu lösen. Die Nanoantennen würden durch die Infarot-Einstrahlung Milliarden-Mal pro Sekunde schwingen und entsprechend hochfrequenten Wechselstrom liefern. Um diesen in nutzbaren Gleichstrom umzuwandeln, sind so genannte Gleichrichter erforderlich - doch können aktuelle Modelle dem INL zufolge die hohen Frequenzen nicht bewältigen. „Dieses Problem gibt es bei normalen Solarzellen nicht“, meint Lukas Schmidt-Mende, Physikprofessor an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Für das vielversprechend klingende System könne es dagegen zu einer großen Hürde werden. Dafür sprechen auch Angaben des INL. Geeignete Nanogleitrichter müssten etwa 1000-mal kleiner gefertigt werden als handelsübliche Modelle.

Quelle: pressetext.deutschland

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