Verbundwerkstoff Biologisch abbaubare Verpackungen aus Pilzgeflechten

Quelle: Bremer Institut für Produktion und Logistik 2 min Lesedauer

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Beim Schimmel ist es gut mit bloßem Auge zu erkennen: das feine Fadengeflecht der Pilze, das im Boden oder in Biomasse wächst. Wie dieses sogenannte „Mycel“ oder „Myzel“ helfen kann umweltschädlichen Verpackungsmüll zu vermeiden, dazu forschen Wissenschaftler im Projekt „MycelCycle“.

Myzel des Pilzes Ganoderma resinaceum auf natürlichem Substrat aus locker zusammenliegenden Strohpartikeln von durchschnittlich 2 cm Länge.(Bild:  Uni Göttingen/Michael Unger)
Myzel des Pilzes Ganoderma resinaceum auf natürlichem Substrat aus locker zusammenliegenden Strohpartikeln von durchschnittlich 2 cm Länge.
(Bild: Uni Göttingen/Michael Unger)

Mit seinen Pilzfäden kann das Myzel Biomasse in einen hochleistungsfähigen Verbundwerkstoff umwandeln. Dieser eignet sich für biologisch abbaubare Verpackungsanwendungen. Im Projekt „MycelCycle“ wollen die Wissenschaftler der Universitäten Göttingen und Bremen sowie vom BIBA – Bremer Institut für Produktion und Logistik eine integrierte Material-, Prozess- und Produktentwicklungsmethodik für Myzel-Verbundwerkstoffe entwickeln. Dabei sollen vor allem lokal verfügbarer organischer Rest- und Abfallstoffe verwendet werden, um kurze Transportwege und eine nachhaltige Herstellung zu ermöglichen. Diese Rohstoffe werden energiesparend sterilisiert, kombiniert und mit gleichbleibender Qualität aufbereitet, sodass Produktion, Verwendung und Recycling in höchster Qualität möglich sind. Vor allem: Der bestmögliche Stoffkreislauf soll gesichert werden.

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In Deutschland hat sich die Menge der Verpackungsabfälle in den vergangenen dreißig Jahren mehr als verdoppelt, und der Trend hält an. „Auch gesetzliche Regelungen verlangen hier Umstellungen hin zu umwelt- und klimaschonenden Produkten und Verfahren“, sagt BIBA-Direktor und Projekt-Initiator Professor Dr.-Ing. Michael Freitag. „Der Einsatz neuer ökologisch unbedenklicher Werkstoffe und damit einhergehender Prozesse werden zunehmend zu einem Erfolgsfaktor. Die Forschungen im Projekt ‚MycelCycle‘ mit ihren ganzheitlichen Betrachtungen sollen einen Beitrag dazu leisten, nachhaltiger zu wirtschaften und eine effiziente sowie zugleich effektive Kreislaufwirtschaft zu realisieren.“

Eckdaten zum Projekt „MycelCycle“

Das vier-jährige Forschungsvorhaben „MycelCycle“ (Kreislaufwirtschaft: Entwicklung einer innovativen Methode zur Herstellung, Nutzung und Recycling von biologisch abbaubaren Verpackungen aus Myzel-Verbundwerkstoffen) wird von der Volkswagen Stiftung mit 1,26 Millionen Euro gefördert. Forschungspartner sind die Abteilung Molekulare Holzbiotechnologie und technische Mykologie an der Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie der Georg-August-Universität Göttingen, das Institut für integrierte Produktentwicklung (BIK) aus dem Fachbereich Produktionstechnik - Maschinenbau und Verfahrenstechnik- der Universität Bremen sowie federführend das BIBA – Bremer Institut für Produktion und Logistik an der Universität Bremen.

Forschungen am Beispiel Isolierkühlbox

Ein konkretes Beispiel für die Anwendung von Myzel-basierten Werkstoffen sind Kühlboxen für den Versand. Im Forschungsprojekt soll ein geschlossener Stoffkreislauf umgesetzt werden. Zudem wird die Zweitverwendung des Materials als geschreddertes Schüttgut für Versandverpackungen und sogar als Ausgangsmaterial für weitere Myzel-Kühlboxen untersucht.

Ein weiteres Highlight dieses Projekts ist der Einsatz künstlicher Intelligenz (KI), um Ausgangsmaterialkombinationen zu identifizieren und die Prozesssteuerung zu optimieren.

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