Kugelschienenführung Mobiles Trennwandsystem in T-Mobile Zentrale mit eLINE-Kugelschienenführungen von Rexroth

Autor / Redakteur: Volker Desch / Karl-Ullrich Höltkemeier

Moderne Bürogestaltung, in der Design und Funktionalität eine perfekte Symbiose eingehen: Die Bonner Firmenzentrale von T-Mobile bietet nach einem Umbau an allen rund 2.500 Büroarbeitsplätzen die gleichen Licht-, Sicht- und Schallschutzbedingungen. Dafür sorgen unter anderem rund 600 Schiebewände und 200 bewegliche Blumenkästen, welche Innenausbau Biermann installierte – im Einsatz Kugelschienenführungen von Bosch Rexroth.

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Für den Umbau der T-Mobile Zentrale in Bonn mussten die Monteure Rücksicht auf die Bürozeiten nehmen. „Wir haben in Nachtarbeit und an Wochenenden rund 3.000 Meter Schienen in die verschiedenen Bürowelten eingebaut.

Da kam es auf jeden Handgriff an“, erinnert sich Christian Flaeper, Projektleiter des Umbaus der T-Mobile Bürowelten bei der Innenausbau Biermann GmbH. „Bei der Auswahl des Schienensystems war darum einfache Installation das oberste Kriterium.“ Die eLINE-Kugelschienenführungen von Rexroth erfüllen diese Bedingung. Zudem gleichen sie Unebenheiten im Untergrund bis zu einem gewissen Grad aus, sind von oben oder unten einfach zu verschrauben und in alle Lastrichtungen gleich stabil.

Von der Komplettabwicklung bis hin zum klassischen Möbelbau

Das Familienunternehmen Biermann beschäftigt rund 50 Mitarbeiter in Schmallenberg und gehört zu den größten Innenausbaubetrieben im Sauerland. Das Leistungsspektrum umfasst den gesamten geschäftlichen und privaten Innenausbau, von der Komplettabwicklung bis hin zum klassischen Möbelbau.

„Wir sind ein eingespieltes Team“, bekräftigt Markus Biermann, Junior-Chef des Unternehmens. „Derzeit liegen Materialmischungen, vor allem Holz mit Glas, Kunststoff und Stahl, im Trend“, umreißt er die aktuellen Aufträge. Mit T-Mobile verbindet das Unternehmen die Lieferung von 2.500 Lichtmöbeln für die Zentrale in Bonn. „Das war sicher die Einrittskarte für den Umbau-Auftrag. Damit haben wir bewiesen, dass wir auch Großaufträge pünktlich und zuverlässig abwickeln können“, ist sich Markus Biermann sicher.

Alle Arbeitsplätze bieten den gleichen Sicht- und Schallschutz

Für die Innenarchitektur des Umbaus der acht offenen Bürowelten in der Bonner T-Mobile-Zentrale ist das mit zahlreichen Designpreisen ausgezeichnete Planungsbüro Keggenhoff/Partner verantwortlich. Die Vorgabe lautete: Unabhängig von der Lage des Einzelplatzes in den bis zu 2.500 Quadratmeter großen Bürowelten sollten alle Arbeitsplätze gleiche Lichtbedingungen und den gleichen Sicht- und Schallschutz bieten.

Das Arbeitsumfeld sollte darüber hinaus den Anspruch des Hightech-Dienstleisters T-Mobile an eine angemessene, offene und kreative Atmosphäre erfüllen. Keggenhoff/Partner entwickelte ein ganzheitliches Konzept, bei dem Farben, Möbel, variable Schiebewände und mobile Blumenkästen als Abgrenzung zu den Gängen zusammenwirken. Biermann erhielt den Zuschlag für die Innenausbauarbeiten bei laufendem Betrieb.

Wartungsfrei viele tausend Kilometer Laufleistung

Die größte Herausforderung war der Einbau von rund 600 Schiebewänden und etwa 200 beweglichen Blumenkästen auf insgesamt 3.000 Meter Schienen, quer durch die Bürowelten auf vier Etagen. „Wir haben die sonst im Innenausbau eingesetzten Systeme schnell verworfen“, so Christian Flaeper.

Er entschied sich für ein leicht zu verarbeitendes System, welches ursprünglich aus dem Maschinenbau stammt. Kugelschienenführungen werden dort für Positionierungen im Tausendstel-Millimeter-Bereich eingesetzt und halten extremen Belastungen stand. Sie bestehen aus einer Profilschiene und darauf ablaufenden Kugelführungswagen.

In den Führungswagen werden als Wälzkörper umlaufende Stahlkugeln verwendet, die über die Profilschiene ablaufen. Durch den Umlauf der Kugeln begrenzt nur die Schienenlänge den Hub. Bei geringsten Schmiermittelmengen schaffen die Führungswagen wartungsfrei viele tausend Kilometer Laufleistung. Die Bewegungen erfolgen dabei sehr leicht und präzise.

Marktführer für Lineartechnik setzt auf eine hybride Materialmischung

Speziell für Anwendungen mit geringeren Präzisionsanforderungen – die Abweichung auf 1.000 Millimeter Schiene betragen immer noch weniger als 0,1 Millimeter – hat Rexroth die eLINE-Kugelschienenführungen für Anwendungen außerhalb des Maschinenbaus entwickelt.

Der europäische Marktführer für Lineartechnik setzt dabei auf eine hybride Materialmischung. Die Grundkörper der Schienen und der Führungswagen bestehen aus Aluminium und sparen damit im Vergleich zu Stahlausführungen rund 60 Prozent Gewicht. Lediglich die Kugeln, ihre Laufflächen im Führungswagen sowie die Laufflächen der Profilschienen führt Rexroth in gehärtetem Stahl aus.

Die Laufleistung der in drei Baugrößen angebotenen eLINE-Führungswagen betragen mit der werksseitigen Erstbefettung mindestens 4.000 Kilometer. Jeder der von Biermann eingesetzten Kugelwagen hält Belastungen von bis zu 640 Kilogramm in alle Hauptbelastungsrichtungen stand.

2,40 Meter passen exakt in den Aufzug

Für Christian Flaeper zählen weniger die Genauigkeit und Belastbarkeit, als vielmehr der einfache Einbau der Linearführungen. Ein darauf spezialisiertes Unternehmen fräste Kanäle für das im Boden versenkte Schienensystem. „Unter dem Doppelboden verlaufen Leitungen und Rohre, so dass wir eine Aufbauhöhe von maximal sechs Zentimetern zur Verfügung hatten, damit die Installation unverändert bleiben konnte“, beschreibt Christian Flaeper eine weitere Bedingung.

Die eingesetzten eLINE-Kugelschienenführungen haben mit Führungswagen eine Aufbauhöhe von 36 Millimetern. Biermann verschraubte maschinell je drei Profilschienen parallel auf vorgefertigte Metallwannen aus sechs Millimetern Stahl. Die Länge dieser vorgefertigten Schienenmodule war mit maximal 2,40 Meter festgesetzt, damit sie in den Aufzug passten. Die eLINE -Profilschienen stellen im Gegensatz zu konventionellen Vertretern dieser Technik nur geringe Anforderungen an die Ebenheit des Untergrunds.

Montage, umfangreich aber einfach

Biermann verlegte die Schienenmodule in den Kanälen auf bis zu 50 Meter Länge. Dabei setzten die Monteure die eindeutig gekennzeichneten Enden an die passenden Gegenstücke und verschraubten die Metallwannen miteinander.

Anschließend schoben sie die bereits auf Führungswagen montierten 160 Zentimeter hohen Schiebewände sowie die über 100 Kilogramm schweren Blumenkästen auf die verschiedenen Schienen auf. Auf der ersten Schiene die Wand mit der vorgegebenen Farbe, auf der zweiten in der harmonierenden Farbe und auf der ersten und dritten Schiene die Blumenkästen. Anschließend verdeckten die Monteure das Schienensystem ebenerdig mit Teppichboden und Besenbändern.

Volker Desch, Projektleiter eLINE, Linear Motion and Assembly Technologies, Bosch Rexroth AG

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