Schnellspritzgießen Mobiles Schreibgerät für Sehbehinderte

Redakteur: Karl-Ullrich Höltkemeier

Protomold, das Spezialunternehmen für Schnellspritzgießverfahren, liefert Kunststoffteile an das Royal National Institute of Blind People für ein tragbares Braille-Schreibwerkzeug für Sehbehinderte.

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2009 feierte man den zweihundertsten Geburtstag des französischen Erfinders Louis Braille, dem Entwickler des bahnbrechenden Schreibsystems für blinde und sehbehinderte Menschen, das seinen Namen trägt. RNIB (dt.: Königliches Nationales Blindeninstut) ist der grösste Verlag für Brailledruck und trug mit der Einführung eines revolutionären Braille-Schreibwerkzeugs zur Zweihundertjahrfeier für Louis Braille bei.

Ungefähr zweihundert Jahre lang wurde Braille mit Hilfe einer speziellen Schreibtafel (aus Metall oder später auch aus Kunststoff) mit vordefinierten Zeilen und Zellen geschrieben. In jeder Zelle bilden 6 Punkte das Raster für die Kombination eines Braillezeichens. Mit einem runden Stichel wird ein Punkt so in das Papier gedrückt, dass sich auf der Rückseite ein runder Punkt erhebt. Obwohl dieses traditionelle System weltweit verwendet wird, ist diese Schreibweise deshalb sehr schwer, da alles seitenverkehrt und von rechts nach links geschrieben werden muss. Das RNIB stellte mit der Einführung des „Roller Frame“ (Walzenschreibtafel) eine Lösung dieses Problems zur Verfügung.

Walzenschreibtafel wird zu einem mobilen Schreibwerkzeug

„Die Vorteile der neuen Braille-Walzenschreibtafel sind grundlegend, da Menschen die Brailleschrift damit einfacher schreiben können,“ sagt David Taylor, ein Braille Support Officer bei RNIB. „Das kompakte und leichtgewichtige Design macht diese neue Walzenschreibtafel zu einem mobilen Schreibwerkzeug, das einfach in einer Tasche oder einem Aktenkoffer transportiert werden kann.“

Die neue Walzenschreibtafel ermöglicht nicht nur die normale Niederschrift von Braille (von links nach rechts gelesen), sondern wurde so konzipiert, dass sie auch zur traditionellen Schreibweise von Braille (seitenverkehrt, von rechts nach links) eingesetzt werden kann. Damit können Blinde, die an das bereits bestehende System gewöhnt sind, dennoch von der Mobilität des neuen Systems profitieren.

Dieses einfache Schreibgerät war die Idee von Alan King, einem Designer von RNIB, und wurde mithilfe einer 3D-Modelling-Software entwickelt. Mit dieser konnte King die einzelnen Komponenten in Originalgröße zeichnen. (Mehr Infos nach dem Umblättern)

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