Digitaltechnologien Mehr deutsche Patente im Jahr 2024

Quelle: DPMA, VDI 3 min Lesedauer

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Bei den Patentanmeldungen im Bereich Digitaltechnologien ist Deutschland über Jahre zurückgefallen, holt laut DPMA aber zuletzt aber auf – während die USA und China hier Rückgänge verzeichnen.

Im vergangenen Jahr legten die deutschen Anmeldungen in einschlägigen Technologiefeldern gegenüber 2023 deutlich zu (+ 6,6 Prozent). (Bild:  DPMA)
Im vergangenen Jahr legten die deutschen Anmeldungen in einschlägigen Technologiefeldern gegenüber 2023 deutlich zu (+ 6,6 Prozent).
(Bild: DPMA)

Nachdem Deutschland bei Innovationen zu Digitaltechnologien jahrelang zurückgefallen war, haben inländische Unternehmen 2024 im Vergleich zum Vorjahr bei der Zahl veröffentlichter Patentanmeldungen auf ihrem Heimatmarkt aufgeholt. Im vergangenen Jahr legten die deutschen Anmeldungen in einschlägigen Technologiefeldern gegenüber 2023 deutlich zu (+ 6,6 Prozent). Mit insgesamt 4.494 veröffentlichten Anmeldungen lag Deutschland im Ranking auf Rang 5. Die Zahlen aus den Top-3-Ländern waren dagegen deutlich rückläufig oder stiegen nur leicht. Auf Rang 1 lagen weiter die Vereinigten Staaten mit 14.973 veröffentlichten Patentanmeldungen (- 5,3 Prozent), dahinter folgten China (8.900, - 11,4 Prozent) und Japan (5.405, + 0,6 Prozent). Nur in der Republik Korea war die Innovationsdynamik mit einem Plus von 12,8 Prozent noch deutlich größer als in Deutschland. Das Land lag mit 5.188 Anmeldungen auf Rang 4.

Für die Analyse hat das DPMA veröffentlichte Patentanmeldungen mit Wirkung für Deutschland beim DPMA und beim Europäischen Patentamt ohne Doppelzählungen betrachtet. (Bild:  DPMA)
Für die Analyse hat das DPMA veröffentlichte Patentanmeldungen mit Wirkung für Deutschland beim DPMA und beim Europäischen Patentamt ohne Doppelzählungen betrachtet.
(Bild: DPMA)

In der längerfristigen Betrachtung zeigt sich allerdings, dass der Anteil Deutschlands am Anmeldeaufkommen in den untersuchten Bereichen zurückgegangen ist: 2020 kamen noch 9,8 Prozent aller veröffentlichten Patentanmeldungen zu Digitaltechnologien von deutschen Anmeldern; im vergangenen Jahr waren es nur noch 9,2 Prozent. Vor fünf Jahren hatte Deutschland noch vor der Republik Korea auf Rang 4 gelegen. Im zentralen Technologiefeld Digitale Kommunikationstechnik ist Deutschland zudem weiter abgerutscht. Es zeigt sich auch, dass unter den Top-Anmeldern für Digitaltechnologien kaum deutsche und europäische Unternehmen sind. Die Rankings werden vor allem von amerikanischen und asiatischen Konzernen dominiert. Auffällig ist allerdings auch, dass der Anmelde-Boom aus China deutlich gebremst scheint.

Deutschland ist in den vergangenen Jahren bei digitalen Schlüsseltechnologien gegenüber den innovativsten Ländern deutlich zurückgefallen. Der positive Trend bei den Patentanmeldungen muss jetzt der Beginn einer Aufholjagd sein.

DPMA-Präsidentin Eva Schewior.

Forderungen an die Politik

DPMA-Präsidentin Eva Schewior: „Deutschland hat mit seinen starken Technologieunternehmen, hervorragenden Hochschulen und talentierten Menschen alle Voraussetzungen, um auch bei den Digitaltechnologien eine führende Rolle zu spielen. Dieses Potenzial müssen wir besser in geschützte Innovationen und dann in attraktive Produkte und Geschäftsmodelle umsetzen. Dafür gilt es jetzt, die optimalen Rahmenbedingungen zu schaffen. Denn es geht um unseren Wohlstand, aber auch um unsere digitale Souveränität: Je wettbewerbsfähiger wir bei den digitalen Schlüsseltechnologien sind, desto unabhängiger sind wir auch von internationalen Entwicklungen.“

Auch VDI-Direktor Adrian Willig betont: „Unsere Ingenieurinnen und Ingenieure treiben den Fortschritt maßgeblich voran. Jetzt ist es an der Zeit die richtigen Weichenstellungen für die Zukunft zu treffen. Wir brauchen mehr technische Fachkräfte und damit mehr Ingenieurskapazitäten. Dafür muss die neue Bundesregierung die Voraussetzungen schaffen, denn nur mit einem Innovationsschub können wir die technologische Spitzenposition wiedererlangen.“

Der wachsende Fachkräftemangel ist laut VDI eine der größten Bedrohungen für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Bis 2035 werden laut Erhebungen bis zu 340.000 Mint-Akademiker und in Rente gehen. Aus Sicht des VDI sollte technische Bildung gestärkt werden – von der schulischen Ausbildung bis zur Förderung lebenslangen Lernens. Dazu sollte ein Technikunterricht in allen Schulformen und über alle Schulstufen hin verbindlich, durchgängig und mit bundesweit einheitlichen Bildungsstandards in allen Bundesländern eingeführt werden. Zudem braucht es gezielte Anreize zur Fachkräftezuwanderung und eine bessere Integration ausländischer Fachkräfte in den Arbeitsmarkt.

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