Drucksensoren messen den Systemüber- oder -unterdruck bevorzugt in pneumatischen sowie hydraulischen Anwendungen und ermöglichen etwa die Überwachung von verschiedensten Aggregaten oder gezielte Steuerung von Kompressoren. Wie funktionieren Drucksensoren und welche Vorteile bieten sie für die Praxis?
Drucksensoren an einem Hydraulikaggregat: Nach Eingabe des Wertes für den Nenndruck ermitteln die Geräte die notwendigen Einstellungen für den Einschaltpunkt und die Hysterese automatisch.
(Bild: ipf electronic gmbh)
Der physikalische Druck eines Mediums (flüssig oder gasförmig) wird mit einem Druckmessgerät erfasst, angezeigt und aufgezeichnet. Für ein besseres Verständnis der gesamten Thematik zunächst aber einige grundlegende Erklärungen zum Begriff „Druck“.
Druck ist nicht gleich Druck
Das Gewicht der auf der Erde existierenden Luft erzeugt auf Meereshöhe (dem sogenannten Nullniveau) einen Umgebungsdruck von etwa 1 bar (1000 mbar). Der Luftdruck wird in der Regel in Millibar (mbar) oder Pascal (Pa) angegeben – 1 mbar entspricht 100 Pa. Wasser ist 1000-mal schwerer als Luft. So hat eine 10 m hohe Wassersäule mit einer Fläche von 1 cm2 ein Gewicht von 1 kg. Unterhalb der Wasseroberfläche nimmt der Druck pro 10 m Tiefe jeweils um 1 bar zu. Der Absolutdruck in 100 m Wassertiefe beträgt 11 bar, wobei sich der Wert aus 1 bar Luftdruck auf der Wasseroberfläche addiert mit 10 bar Wasserdruck zusammensetzt.
Bildergalerie
Verfahren zur Druckmessung
Membrankonstruktionen sind in der elektronischen Druckmesstechnik weit verbreitet. In piezoresistiven Dünn- und Dickfilmsensoren sind hierzu Widerstände auf einer Membrane aufgebracht, deren Werte sich unter einer druckbedingten mechanischen Spannung ändern. Jede Druckmessung ist eine Differenzdruckmessung zwischen den beiden Flächen der Membrane, wobei zwischen Absolut- und Relativdruck unterschieden wird:
Beim Absolutdruck erfolgt die Messung gegen einen abgeschlossenen Raum (zumeist Vakuum), während der
Relativdruck durch eine Messung gegen einen Umgebungsdruck ermittelt wird.
In den meisten Fällen wird in der Praxis der Relativdruck eines flüssigen oder gasförmigen Mediums gemessen – und zwar bezogen auf den atmosphärischen Luftdruck.
Drucksensoren für vielfältige Applikationen
Drucksensoren der Reihen DW34, DW35 und DW36 von IPF Electronic mit frontbündiger Membran bzw. Einbaugewinde decken Druckbereiche von –1 bar bis 600 bar bzw. –1 bar bis 1 bar ab. Sie eignen sich u. a. aufgrund der robusten Ausführung der medienberührenden Teile für eine Vielzahl an Druckmessungen von gasförmigen und flüssigen Medien.
Die Geräte verfügen über zwei hoch belastbare Schaltausgänge, die bis zu 1 A pro Kanal liefern. Der zweite Ausgang kann zudem als Schalt-, Analog- oder Alarmausgang genutzt werden. Neben der integrierten Folientastatur können die Drucksensoren über eine separate PC-Software parametriert und ausgelesen werden. Eine Testfunktion bietet überdies die Möglichkeit, die elektrische Funktion bzw. die angeschalteten Auswertungen der Geräte über die Software oder die Folientastatur am Sensor zu überprüfen. Hierbei lässt sich jeder Druck simulieren, ohne dass am Sensor selbst ein Druck anliegt.
Ist der Einsatz der Drucksensoren als Messmittel vorgesehen, können die Geräte auf Wunsch regelmäßig von IPF Electronic kalibriert werden, wobei die Kunden hierzu entsprechende Kalibrierzertifikate erhalten.
Beispiel: Überwachung eines Hydraulikaggregates
Drucksensoren an einem Hydraulikaggregat: Nach Eingabe des Wertes für den Nenndruck ermitteln die Geräte die notwendigen Einstellungen für den Einschaltpunkt und die Hysterese automatisch.
(Bild: ipf electronic gmbh)
Ein Maschinenbauer stellt u.a. verschiedene Hydraulikaggregate her, etwa für Werkzeugspannsysteme. In der Vergangenheit übernahmen mechanische Druckschalter die Drucksteuerung der Aggregate, wobei die Einstellung von Einschaltpunkt und Hysterese für deren Betrieb manuell erfolgte. Hierdurch kam es jedoch mitunter zu Fehleinstellungen. Überdies waren die Druckschalter den für Hydraulikaggregate typischen hohen Druckbelastungen insbesondere bei Druckspitzen auf Dauer nicht gewachsen. Bei einem Austausch konnte es dann vorkommen, dass ein in der Bauform identischer Drucktaster, jedoch ausgelegt für abweichende Messbereiche, montiert wurde.
Mit den für diese Applikation in Frage kommenden Drucksensoren der Reihen DW34 und DW35 sind indes Fehlbedienungen bei der Ermittlung von Ein- und Ausschaltpunkt bzw. der Hysterese nahezu ausgeschlossen, da die Geräte die hierfür notwendigen Einstellungen automatisch bestimmen. Hierzu muss über die Folientastatur des Sensors lediglich der Wert für den Nenndruck vorgegeben werden.
Hohe Lebensdauer, unter anderem aufgrund einer robuste Messzelle aus Edelstahl sowie einer hydraulischen Drossel, die Druckspitzen dämpft.
Die Folientastaturen sind zudem je nach den erforderlichen Messbereichen farblich gekennzeichnet, um bei einem Gerätetausch Verwechselungen zu vermeiden. Ein weiteres wesentliches Merkmal der Drucksensoren ist zudem eine hohe Lebensdauer, u.a. aufgrund einer robuste Messzelle aus Edelstahl und einer hydraulischen Drossel, die Druckspitzen dämpft und somit das Risiko einer Beschädigung der Messmembrane entscheidend mindert.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Durch die Lösungen von IPF Electronic konnte der Maschinenbauer die bislang mit den mechanischen Drucktastern auftretenden Probleme ausnahmslos lösen.
Beispiel: Effiziente Staubentsorgung in einer Gießerei
In einer Gießerei überwachen die Drucksensoren die Transportleitungen an einem Sammelbehälter zur Staubentsorgung.
(Bild: ipf electronic gmbh)
Eine Gießerei stellt sogenannte Sphärogussteile für Nutzfahrzeuge her. Hierzu werden spezielle Formen mit Sand gefüllt und dieser verdichtet, um eine Negativform für den Guss zu erhalten. Nach dem Gießen und Abkühlen werden die Gussteile entnommen und die Formen erneut mit wiederaufbereitetem Sand für den nächsten Sphäroguss befüllt.
Nicht nur aufgrund der Sandaufbereitung ist die Staubentwicklung in dem Betrieb entsprechend hoch. An verschiedensten Stellen im Werk befinden sich daher spezielle Absauganlagen, die den Staub auffangen und zu Sammelbehältern transportieren, die über eine kontinuierliche Füllstandskontrolle verfügen.
Ist die Maximalfüllmenge erreicht, wird der Behälter unterhalb des Einfülltrichters automatisch verschlossen. Anschließend öffnet sich ein Verschluss an der Unterseite des Behälters, um den Staub über eine Rohrleitung mittels Pressluft zur späteren Entsorgung in einen zentralen Silo zu transportieren.
Um sicherzustellen, dass während der Beaufschlagung des Behälters und der Rohrleitung mit Pressluft der Verschluss zum Einfülltrichter nicht offen ist, überwacht ein Drucksensor der Reihe DW35 die Transportleitung zum Silo. Ein Förderdruck im System baut sich demnach nur dann auf, wenn die Befüllseite des Sammelbehälters verschlossen ist.
Auch das selbst aus größerer Entfernung gut ablesbare Display des Sensors ermöglicht einen stets sicheren Prozess.
Sobald der Sammelbehälter entleert ist, wird die Rohrleitung zum Silo quasi „freigeblasen“ und der Druck in der Leitung fällt ab. Hieraus resultiert ein Schaltsignal des auf einen spezifischen Grenzwert eingestellten Drucksensors, woraufhin der Verschluss der Rohrleitung geschlossen wird. Analog hierzu öffnet sich der Zulauf zwischen Einfülltrichter und Behälter, der somit wieder für die Staubaufnahme aus der Absauganlage bereit ist.
Diese Lösung von IPF Electronic ermöglicht somit u. a. durch das selbst aus größerer Entfernung gut ablesbare Display des Sensors einen stets sicheren Prozess bei der Entleerung der Sammelbehälter.
Beispiel: Füllstandsmessung und Pumpensteuerung
Ein Hersteller von Filteranlagen zur Aufbereitung von technischen Flüssigkeiten nutzt die analogen Signale der Drucksensoren parallel zur kontinuierlichen Staudruckmessung für die Füllstandsmessung zur permanenten Regelung eines Pumpenantriebs.
(Bild: ipf electronic gmbh)
Gänzlich andere Aufgaben übernehmen die Drucksensoren von IPF Electronic in der Applikation bei einem Hersteller von Filteranlagen zur Aufbereitung von technischen Flüssigkeiten. Das Unternehmen entwickelt und fertigt unterschiedlichste Anlagen in verschiedenen Größen, in denen sowohl Vlies- als auch Endlosfilter eingesetzt werden. Die Filteranlagen verfügen in der Regel über zwei Becken: eine Umhebestation, aus der die verschmutzte Flüssigkeit in einen Filter geleitet wird, und einen Reinbehälter, über den das gereinigte Medium wieder in einen Produktionsprozess zurückgeführt wird. In beiden Becken befinden sich Pumpen, für deren Betrieb das Füllstandsniveau kontinuierlich abgefragt werden muss.
Für die Füllstandsmessung und auch Ansteuerung der Pumpen verwendet der Hersteller u.a. analoge Drucksensoren von IPF Electronic als sogenannte Staudrucksensoren.
Die Anlagenbehälter sind hierzu mit Staudrucksonden ausgestattet, vergleichbar mit einem zum Beckenboden hin offenem und nach oben abgeschlossenem Rohr, in dem ein Drucksensor luftdicht eingeschraubt ist. Steigt der Flüssigkeitspegel im Behälter und somit in der Sonde an, baut sich im oberen Sondenbereich ein Staudruck auf, der vom Drucksensor erfasst und in ein entsprechendes Signal gewandelt wird, das u.a. zur Ansteuerung der Pumpen dient.
Das Unternehmen setzt hierbei ganz bewusst auf analoge Drucksensoren von IPF Electronic. Der Grund: Ein digitaler Drucksensor ermöglicht keine kontinuierliche Ansteuerung und somit permanente Regelung der Förderleistung einer Pumpe, weil sich nur ein Schaltpunkt für einen spezifischen Druck und damit einem zuvor definierten Flüssigkeitspegel festlegen lässt. Das Ergebnis: Je nach Füllstand im Behälter schaltet die Pumpe also komplett ab und danach wieder an, usw.
Vermeiden häufiger Ein- und Ausschaltzyklen
Anders die Drucksensoren der Reihe DW35 von IPF Electronic. Die analogen Signale der Geräte lassen sich parallel zur kontinuierlichen Staudruckmessung für die Füllstandsmessung dazu nutzen, die SPS einer Filteranlage anzusprechen, um einen Pumpenantrieb über einen Frequenzumrichter permanent zu regeln. Damit wird erreicht, dass die Pumpe in Abhängigkeit zum Flüssigkeitsstand in einem Behälter entweder schneller oder langsamer läuft, um die jeweilige Förderleistung anzupassen. Insbesondere bei einem hohen Fördervolumen können somit die häufigen Ein- und Ausschaltzyklen vermieden werden, wie sie für digitale Drucksensoren typisch sind und die letztendlich auch einen höheren Pumpenverschleiß bedeuten.
Buchtipp
Die Sensortechnik ist eine Schlüsseltechnologie für das Messen, Steuern und Regeln von mechatronischen Systemen in der Automatisierung. Das Buch „Industriesensorik“ beschreibt anwendungsbezogene Fehleranalysen von Messsystemen, Sensoren und Sensorsystemen, jeweils ergänzt durch vollständig durchgerechnete Anwendungsbeispiele. Techniker und Ingenieure finden hierin Ideen und Lösungsansätze für ihre tägliche Arbeit.
Die beiden vom Hersteller der Filteranlagen verwendeten Sensorversionen der Reihe DW35 arbeiten im Millibarbereich. Sie liefern daher die hohe Auflösung bzw. exakten Ausgangssignale, die für die Umhebestationen sowie Reinbehälter mit ihren vergleichsweise geringen Füllstandshöhen von z. B. ein bis zwei Metern benötigt werden. Die Messbereiche konventioneller analoger Drucksensoren, die sich bspw. zwischen 0 bis 1bar bewegen, wären hierfür zu ungenau.
Hinzu kommt, dass sich die Drucksensoren von IPF Electronic nicht nur zur kontinuierlichen Pumpensteuerung eignen, sondern über den Staudruck sämtliche Füllstände dargestellt, verarbeitet und in die SPS zur Festlegung verschiedenster Betriebspunkte eingebunden werden können. Diese lassen sich dann bspw. dazu nutzen, um automatisiert Flüssigkeit nachzuspeisen, verschiedene Medienniveaus zu erfassen und auszuwerten oder den Trockenlauf von Pumpen zu vermeiden, etc.
* Christian Fiebach ist Mitglied der Geschäftsführung bei der ipf electronic GmbH; Martinus Menne ist Freier Autor, Redaktion für innovative Technik.