Krane So werden Kranbahnträger in einem Stahlwerk ausgetauscht

Von Mammoet 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Mammoet tauscht im Duisburger Stahlwerk von Thyssenkrupp Steel Kranbahnträger aus. Für die Planung der anspruchsvollen Manöver nutzt das Unternehmen 3D-Engineering.

Tandemhub eines neuen Kranbahnträgers mit zwei Mobilkranen.(Bild:  Thyssenkrupp Steel)
Tandemhub eines neuen Kranbahnträgers mit zwei Mobilkranen.
(Bild: Thyssenkrupp Steel)

Thyssenkrupp Steel erneuert und modernisiert aktuell zentrale Produktionsaggregate in seinem Duisburger Werk. Das Unternehmen beauftragte im Rahmen dessen Mammoet damit, in der Gießhalle des Oxygenstahlwerks Kranbahnträger auszutauschen und zu transportieren.

Die Produktion sollte nur möglichst kurz unterbrochen werden. Daher planten die Unternehmen die komplexe Abfolge von Hebevorgängen unter beengten Platzverhältnissen frühzeitig und im Detail. Die Planungsphase begann schon einige Monate vor der Ausführung.

Bildergalerie

Mammoet setzte dabei seine 3D-Engineering-Plattform Move3D ein, um Störkanten und Höhenverhältnisse zu analysieren und um die Arbeitsabläufe und Kranpositionen zu visualisieren. Ziel war, hinterher möglichst wenig zeitaufwendig umbauen zu müssen.

Insgesamt geht es bei dem Projekt um 19 Kranbahnträger, die zwischen 30 und 45 Meter lang und 5 Meter hoch sind. Sie wiegen jeweils bis zu 160 Tonnen. Die Ausführung wurde in zwei Bauabschnitte unterteilt, wobei zunächst sieben Kranbahnträger ausgetauscht werden sollten.

Nachdem die einzelnen Arbeitsschritte definiert waren, ermittelte Mammoet die Krangrößen anhand der verschiedenen Lastfälle. Der Großteil der Hubarbeiten wurde mit zwei Liebherr-Mobilkranen, einem LTM 1750-9.1 und einem LTM 1650-8.1, durchgeführt. Auf diese Weise konnten jedoch nicht alle Kranbahnträger ausgetauscht werden.

Spezielle Gantry-Lösung für schwer zugängliche Träger

Gantry-System mit einem Längsträger auf zwei Verschubbahnen und zwei Litzenheber.(Bild:  Mammoet)
Gantry-System mit einem Längsträger auf zwei Verschubbahnen und zwei Litzenheber.
(Bild: Mammoet)

Das Ingenieursteam entwickelte für die schwer zugänglichen Kranbahnträger eine maßgeschneiderte Lösung, die den Einsatz eines Gantry-Systems vorsah. Das Gantry-System bestand aus zwei Türmen, auf denen Verschubbahnträger in Querrichtung der Halle aufgelegt wurden. Auf diesen beiden Verschubbahnen wiederum wurde ein Längsträger installiert, auf dem zwei Litzenheber bewegt werden konnten.

Der Aufbau dieses einzigartigen Hubsystems stellte die Ingenieure und das Team vor Ort vor weitere Herausforderungen, denn einige Teile der Anlage in der Gießhalle lassen sich gar nicht demontieren. Daher musste das Equipment über diese Anlagenteile unter Beachtung der Störkanten installiert werden.

Zum Aufbau des Gantry-Systems waren insgesamt drei Mobilkrane im Einsatz: ein Grove GMK 6450-1, ein Grove GMK 5250L sowie ein Liebherr LTM 1095-5.1. Ein Kranstandplatz war jedoch unterkellert, sodass die Tragfähigkeit des Bodens nicht ausreichte. Dem Team von Mammoet fiel allerdings eine Lösung ein: Über extralange Lastverteilermatten wurden die Lasten des Grove GMK 6450-1 in die Seitenwände des Gebäudes eingeleitet und somit die notwendige Tragfähigkeit hergestellt.

Hohe Präzision ermöglicht den Austausch der Träger

Ein neuer Krahnbahnträger wird stehend auf SPMTs in die Gießhalle gefahren.(Bild:  Mammoet)
Ein neuer Krahnbahnträger wird stehend auf SPMTs in die Gießhalle gefahren.
(Bild: Mammoet)

Für die Demontage, Remontage und den Transport der ersten fünf Kranbahnträger setzte das Unternehmen die beiden Liebherr-Mobilkrane und zwei Einheiten mit sechs Achslinien SPMT ein. Aufgrund der beengten Platzverhältnisse wurden die Kranbahnträger stehend auf den SPMTs in die Gießhalle transportiert. Danach folgten nacheinander die beiden Kranbahnträger, die nur über das Gantry-System erreicht werden konnten. Diese erforderten eine Vielzahl von Arbeitsschritten und Lastübergaben:

  • Zuerst wurden zwei Litzenheber am Kranbahnträger angeschlagen, um diesen aus seiner Position zu heben und mit den Verschubbahnen quer in Richtung Hallenmitte zu verschieben.
  • Anschließend wurden die Kranbahnträger über die Litzenheber und die Verschubbahn in Richtung des Liebherr LTM 1750-9.1 verschoben, der die Last am ersten Anschlagpunkt übernahm.
  • Zusammen mit dem zweiten Litzenheber wurde der Kranbahnträger dann so weit bewegt, dass die Last vom LTM 1750-9.1 an den LTM 1650-8.1 übergeben werden konnte. Der 750-Tonnen-Kran konnte nun wieder zurückschwenken und den Kranbahnträger am anderen Ende des zweiten Litzenheber übernehmen.

Durch die beengten Verhältnisse mussten beide Mobilkrane mehrmals unter Last ein- und austeleskopieren und synchron mit den Litzenhebern und der Verschubbahn arbeiten. Solche Manöver erfordern ein eingespieltes und erfahrenes Team und sehr gute Kommunikation.

Den ersten Bauabschnitt beendete Mammoet gemäß dem Zeitplan. Der zweite Bauabschnitt folgt. 

(ID:50420058)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung