Kreislaufwirtschaft Leichtbeton aus Bauabfällen herstellen

Quelle: BAM 2 min Lesedauer

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Im Verbundprojekt Ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft – Bauen und Mineralische Stoffkreisläufe (ReMin)“ hat das IAB - Institut für Angewandte Bauforschung Weimar gGmbH eine Pilotanlage entwickelt, mit der sich Leichtgranulate aus gemischten Bau- und Abbruchabfällen herstellen lassen.

Leichtgranulate (rechts) aus Bauabfällen besitzen erhebliche ökologische und ökonomische Vorteile. (Bild:  Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung)
Leichtgranulate (rechts) aus Bauabfällen besitzen erhebliche ökologische und ökonomische Vorteile.
(Bild: Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung)

Leichtbetone und Infraleichtbetone besitzen ökologische und ökonomische Vorteile: Sie sorgen für eine Isolierung und minimieren den Wärme- und Kälteverlust. Dies steigert die Energieeffizienz von Gebäuden. Dank ihres geringen Gewichts reduzieren sie den Energieverbrauch und CO2-Ausstoß bereits beim Transport zur Baustelle. Um Leichtbeton und Leichtmörtel herzustellen werden traditionell leichte Gesteinskörnungen wie Bims, Tuff oder Blähton verwendet. Diese natürlichen Rohstoffe sind jedoch begrenzt und werden auch in anderen Industrien stark nachgefragt.

450 Millionen Tonnen Bauabfälle im Jahr

Im Prinzip ließen sich die Gesteinskörnungen auch aus mineralischen Bau- und Abbruchabfällen herstellen – schließlich fallen davon allein in der Europäischen Union jedes Jahr rund 450 Millionen Tonnen an. Insbesondere für den feinkörnigen Mauerwerkbruch fehlen derzeit jedoch geeignete Verwertungsmöglichkeiten, und so werden die Abfälle oft als Füllmaterial für den Straßenbau verwendet oder einfach auf Deponien entsorgt. Das Problem: Die Abfälle sind in der Regel sehr heterogen zusammengesetzt oder durch Bestandteile wie Sulfate verunreinigt.

Die hergestellten Leichtgranulate sind in ihren Eigenschaften vergleichbar mit herkömmlichem Blähton und können bedenkenlos für Leichtbeton, Infraleichtbeton und leichte Mörtel verwendet werden.

Katrin Rübner

Im Verbundvorhaben REALight (gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Programms „Ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft – Bauen und Mineralische Stoffkreisläufe“ (ReMin)), hat das IAB - Institut für Angewandte Bauforschung Weimar gGmbH erfolgreich eine Pilotanlage zur Herstellung von Leichtgranulaten aus gemischten Bau- und Abbruchabfällen entwickelt. Diese Granulate wurden im Betonlabor der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) umfassend geprüft, um ihre Leistungsbeständigkeit sowie potenzielle gesundheitliche und umwelttechnische Risiken zu bewerten.

In einem nächsten Schritt hat das BAM-Team auch Leichtbetone, Infraleichtbetone und Mörtel, die mithilfe der Leichtgranulate hergestellt wurden, nach den vorgeschriebenen deutschen und europäischen Normen getestet. Im Fokus standen dabei mechanische Eigenschaften wie Festigkeit und Dauerhaftigkeit. „Die Ergebnisse sind vielversprechend“, so Katrin Rübner, Expertin für Reststoffverwertung an der BAM. „Die hergestellten Leichtgranulate sind in ihren Eigenschaften vergleichbar mit herkömmlichem Blähton und können bedenkenlos für Leichtbeton, Infraleichtbeton und leichte Mörtel verwendet werden.“

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