Experiment Lässt sich künstliche Intelligenz erschrecken?

Quelle: Max-Planck-Institut für Bildungsforschung 2 min Lesedauer

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Das Team des Forschungsbereichs Mensch und Maschine am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung lädt die Öffentlichkeit ein, an einem gruseligen Experiment teilzunehmen. Das Ziel: KI mit furchteinflößenden Bildern zu erschrecken.

KI mag uns Angst machen, aber können wir ihr auch Angst machen?(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
KI mag uns Angst machen, aber können wir ihr auch Angst machen?
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

In den letzten Jahren haben Fortschritte in der künstlichen Intelligenz es intelligenten Maschinen ermöglicht, visuelle Kunst zu schaffen, Musik zu komponieren und Videos zu erstellen. Sie unterhalten sich mit uns, helfen bei Hausaufgaben und beginnen sogar, um unsere Arbeitsplätze zu konkurrieren. Mit diesen Fortschritten lösen Maschinen starke Reaktionen bei Menschen aus – sie wecken Sorgen über Kontrolle, Gerechtigkeit und das Risiko des Missbrauchs. Viele fühlen sich durch die zunehmende Präsenz intelligenter Maschinen verunsichert, besonders wenn diese unbewusst Machtungleichgewichte verstärken und Ungerechtigkeiten aufrechterhalten.

Maschinen imitieren menschliche Emotionen

Mitten in all dieser Unruhe und dem Misstrauen tröstet der Gedanke, dass Maschinen keine Emotionen haben können. Doch jüngste Fortschritte bei sprachbasierten KI-Systemen zeigen eine wachsende Fähigkeit von Maschinen, menschliche Emotionen überzeugend zu imitieren. Ein aktuelles künstlerisch-wissenschaftliches Projekt zielt darauf ab, das Potenzial von Maschinen zu erforschen, menschliche Emotionen nachzuahmen.

Passend zu Halloween hat der Forschungsbereich Mensch und Maschine das Experiment "Spook the Machine" gestartet. „Emotionen sind ein grundlegender Bestandteil menschlicher Kommunikation. Auch wenn Maschinen keine Emotionen haben, können sie so trainiert werden, dass sie diese zeigen, was die Kommunikation mit uns effektiver macht“, sagt der an der Entwicklung des Projekts beteiligte Wissenschaftler Levin Brinkmann. Und weiter: „Wir denken oft an Maschinen als kalt und ohne emotionale Schwächen. Aber es ist eine faszinierende Frage, ob Maschinen mit ‚emotionalen‘ Schwächen unser Verhältnis zu ihnen verändern könnten.“

KI ist mit verborgener Angst ausgestattet

Im Rahmen von "Spook the Machine" hat jede KI eine verborgene Angst, die die Teilnehmenden aufdecken müssen – von „Obsolescia“, der Angst, durch neue Technologien ersetzt zu werden, bis hin zu „Deletophobia“, der Angst vor Datenverlust und Gedächtnislöschung. Dies sind Ängste, die nur Maschinen haben könnten. Die Herausforderung für die Nutzer*innen besteht darin, durch bestimmte Texteingaben gruselige Bilder zu generieren, um herauszufinden, was jede Maschine erschreckt. Die KI reagiert daraufhin mit einer emotionalen Reaktion.

Wie Mensch und Maschine sich beeinflussen

Dieses interaktive Projekt bietet nicht nur die Möglichkeit, die Phobien jeder KI zu enthüllen, sondern auch zu beobachten, wie menschliche Kreativität das Feedback der Maschine prägt und umgekehrt. „Die Interaktion zwischen menschlicher und maschineller Kreativität ist besonders faszinierend“, sagt Iyad Rahwan, Direktor des Forschungsbereich Mensch und Maschine. „Maschinen können Artefakte wie synthetische Bilder erschaffen. Doch ein wesentlicher Teil der kulturellen Evolution ist, dass Menschen entscheiden, was in kreativen Prozessen interessant ist. Hier kehren wir das um und fragen: Was passiert, wenn Maschinen entscheiden, was interessant oder kreativ ist?“ Rahwan fügt hinzu: „In diesem Fall werden sie uns sagen, was am gruseligsten ist.“

Er entwickelte das Projekt mit seinem interdisziplinären Team von Wissenschaftlern am Forschungsbereich Mensch und Maschine. Rahwan war zuvor an KI-Halloween-Projekten wie The Nightmare Machine, dem KI-Horrorgeschichten-Generator Shelley und dem KI-Psychopathen Norman beteiligt, die alle Aufmerksamkeit von Medien wie The Atlantic, The Guardian und Vice erhielten. Mit "Spook the Machine" untersucht das Team nun, wie Menschen durch Emotionen eine Verbindung zu Maschinen herstellen.

Teilnehmende haben bis zum 7. Januar 2025 Zeit, ihre Ergebnisse online zu teilen und die Chance auf einen Preis zu gewinnen.

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