Kosten reduzieren bei CE-Kennzeichnung und Risikobeurteilung

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  • Kosten für erforderliche Sicherheitsmaßnahmen

Zum Realisieren sicherheitstechnischer Lösungen können Sicherheitsbauteile wie z. B. Not-Halt Einrichtungen, Sicherheitslichtvorhänge, usw. erforderlich sein. Allerdings kann auf diese Einrichtungen verzichtet werden, wenn das Risiko durch eine inhärent sichere Konstruktion hinreichend gemindert werden kann. EN ISO 12100 informiert in Abschnitt 6.2 über diese Möglichkeiten.

Die Kosten für inhärent sichere Lösungen können verschwindend gering ausfallen, werden diese während des Konstruktionsprozesses gewählt. Nach dem Bau der Maschine sind diese Lösungen oft überhaupt nicht mehr oder nur mit sehr großem Aufwand möglich. Hier besteht besonders hohes Einsparungspotenzial.

Auch bei der Gestaltung der Benutzerhinweise entstehen teilweise unnötig hohe Kosten durch einen schlecht organisierten Workflow. Im Idealfall sind die erforderlichen Hinweise auf Restgefährdungen das Ergebnis der Risikobeurteilung. Wenn sich technische Redakteure mangels dieser Informationen nachträglich selbst auf die Suche nach Restgefährdungen begeben müssen, erzeugt dies nicht nur sehr hohe Kosten: Zusätzlich wird das Produkthaftungsrisiko erhöht, da nicht zu erwarten ist, dass alle Restgefährdungen auch tatsächlich gefunden werden.

Wann sich der Einsatz von Softwaresystemen rechnet

Viele Unternehmen erstellen die Dokumentationen mit Word oder Excel. Der Vorteil: Die Projektbeteiligten brauchen sich nicht mit der Funktionsweise einer neuen Softwareoberfläche auseinandersetzen. Allerdings müssen entsprechende Vorlagen angefertigt und bei Normen- oder Richtlinienänderungen zeitnah aktualisiert werden. Dies geht oft nur solange gut, solange die Person, die dieses System ausreichend kennt und betreut, noch verfügbar ist. Andernfalls wird oft jahrelang unbemerkt mit veralteten Vorlagen gearbeitet.

Der größte Nachteil: Daten, die in Word oder Excel in jahrelanger mühsamer Arbeit zusammengetragen wurden, lassen sich nicht mit einfachen Mitteln auswerten, überprüfen und aktualisieren. Moderne Software wie die neue Generation der CE-Praxissoftware Safexpert erledigt diese Arbeiten in wenigen Sekunden. So können qualitätssichernde Maßnahmen in die Konstruktionsprozesse einfließen, ohne dass die Beteiligten dies überhaupt merken.

Durch intelligente Verknüpfung digitalen Wissens aus verschiedenen Datenbanken kann zum Beispiel ermittelt werden, wie sich bestimmte Ereignisse wie das Zurückziehen einer angewandten Norm auf laufende Projekte auswirken und welche Personen im Unternehmen davon betroffen sind – eine entscheidende Information, bevor die Konformitätserklärung rechtsverbindlich unterschrieben wird.

(Bild: IBF-Automatisierungs- und Sicherheitstechnik)

Die Gretchenfrage lautet, welche Software-Funktionalitäten tatsächlich benötigt werden. Die abgebildete Checkliste unterstützt Sie, den Anforderungen an ein Softwaresystem zu ermitteln. Dabei sollten Sie mittel- und langfristige Projektzahlen und Projektlaufzeiten im Auge behalten. Datenmengen, die heute noch leicht zu überblicken sind, können in wenigen Jahren manuell nur mehr schwer zu handhabende Dimensionen annehmen.

Das Fachbuch „Effiziente CE-Kennzeichnung von Maschinen und Anlagen – Risikobeurteilung in der Praxis“ des Autoren dieses Beitrags, das als E-Book auf der Webseite von IBF geordert werden kann, bietet einen Leitfaden zur kostengünstigen und pragmatischen Implementierung und Durchführung von Risikobeurteilungen im Maschinen- und Anlagenbau. Ein speziell für das Fachbuch produzierter Zeichentrickfilm zeigt Schwierigkeiten auf, mit denen Konstrukteure im Alltagsleben konfrontiert sein können. (jv)

Link:Webseite von IBF

Link:Informationen zur CE-Software Safexpert

Link:Seminare und Schulungen von IBF

* Ing. Helmut Frick ist Geschäftsführer der IBF-Automatisierungs- und Sicherheitstechnik in Vils.

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