Klettverschluss Klettverschluss aus Edelstahl

Redakteur: Juliana Schulze

Metaklett, die Klettverbindung aus temperaturbeständigem Edelstahl, wurde in diesem Jahr beim Stahl-Innovationspreis der Wirtschaftsvereinigung Stahl ausgezeichnet. Das Material hat ThyssenKrupp Nirosta Präzisionsband geliefert.

Anbieter zum Thema

Klettverbindungen sind üblicherweise aus Kunststoff und das macht den Einsatz in heißen Umgebungen oder bei möglichen Kontakt mit Chemikalien unmöglich. Mit Metaklett ist das anders. Die metallische Klettverbindung haben Mitarbeiter von Reinz Dichtung und Hölzel Stanz- und Feinwerktechnik entwickelt. Unter Federführung von Reinz-Dichtung haben die Kooperationspartner verschiedene Verbindungsgeometrien entworfen und deren Fertigungs- und Fügeverhalten am Lehrstuhl für Umformtechnik und Gießereiwesen der Technischen Universität München untersucht. Metaklett ist der erste Klettverschluss aus metallischem Material.

Konsistenz der Haken im System gewährleisten

“Die Herausforderung bei der Entwicklung bestand darin, ein Material zu finden, das fest und gleichzeitig sehr flexibel ist, um die notwendige Konsistenz der Haken im System zu gewährleisten”, erläutert Kurt Höhe, Leiter Vorausentwicklung und Technologie bei Reinz-Dichtung. Der metallische Klettverschluss besteht genau wie die Kunststoff-Variante aus zwei Bändern mit Schlaufen bzw. Haken. Durch das Drücken haften Haken und Schlaufen zusammen. Geöffnet wird das System durch Auseinanderziehen (im Schäl- bzw. im Kopfzug) der Bänder bzw. der Bauteile, mit dem Ergebnis, dass die Haken sich aus dem Flausch lösen. Höhe weiter: “Nach dem Herausspringen aus den Schlaufen müssen die Haken wieder ihre ursprüngliche Form annehmen. Nur auf diese Art kann der Klettverschluss mehrere hundert Male verwendet werden, ohne dabei seine Eigenschaften zu verlieren.”

Werkstoff Nirosta 4310 erfüllt alle Anforderungen

Auf der Suche nach dem passenden Material wurden die Entwickler bei ThyssenKrupp Nirosta Präzisionsband fündig. “Die Federeigenschaften des Werkstoffs Nirosta 4310 erfüllen alle Anforderungen in Punkto Beständigkeit und Flexibilität. Mit Nirosta 4310 lassen sich durch Kaltverfestigung Eigenschaften erzielen, die ideal die Anforderungen von Gegenständen erfüllen, die einer hohen Wechselbeanspruchung unterliegen. Zudem lässt sich der Werkstoff gut stanzen, prägen, abkanten und profilieren und ist somit optimal für den Herstellungsprozess bei der Hölzel Stanz- und Feinwerktechnik geeignet”, beschreibt Heiko Wilken aus dem Vertrieb der ThyssenKrupp Nirosta Präzisionsband.

Klettverband hält bei 600° C noch 35 t/m² stand

Metaklett gibt es in zwei Varianten: Metaklett Flamingo sowie Metaklett Entenkopf, dabei beziehen sich die Namen auf die unterschiedlichen Hakenformen. Beide Varianten bestehen aus einem 0,2 mm dickem Haken- und einem ebenso dickem Loch- bzw. Stanzflauschband aus nichtrostendem Federstahl. Sie sind gegen Chemikalien beständig und halten auch bei 600° C noch einem Zug von bis zu 35 t/m² stand. Trotzt dieser Festigkeit ist die Verbindung rasch und ohne jegliches Werkzeug zu lösen und wiederzuverschließen, wie ein Klettverschluss. Als weitere Variante gibt es ein Modell, das ein Hakenband aus Edelstahl mit einem Kunststoff-Flauschband kombiniert. Metaklett eignet sich prinzipiell für alle Anwendungen, die leicht wieder lösbare aber stabile Verbindungen benötigen, beispielsweise zur Befestigung von Lüftungs- und Kabelkanälen in der Gebäudetechnik oder von Hitzeabschirmblechen in der Automobilindustrie.

(ID:330074)