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Der Auftrag: Erneuerung der Kabelbäume für die Magnetschienenbremse des ICE 1
Die Zusammenarbeit verschiedener Unternehmen machte die Aufgabe, der Erneuerung der Kabelbäume für die Magnetschienenbremse des ICE 1, erst möglich. Spezialität der INTEC Railway ist es, Kabelbäume so anzubieten, dass diese sowohl zuverlässig und langlebig, aber auch wartungsfreundlich sind. Dafür sind auch die Kabelschutzprodukte der PMA perfekt geeignet. Die Infrage kommenden Wellrohre vom Typ PCS finden Anwendung vorwiegend im Bahnbau für Aussenanwendungen. Das Kabel der Leoni Studer war wie gefordert Halogenfrei, mit verbessertem Verhalten im Brandfall.
Holger Quest, Bereichsleiter Bahn und Prokurist, der federführenden INTEC Railway: „Die Aufgabenstellung der DB lautete, dass die neuen Kabelbäume gegenüber den bisherigen folgende technische Vorteile aufweisen sollten.
- Halogenfreiheit und Flammwidrigkeit gemäß DIN 5510
- Steinschlagsicherheit
- Wasserdicht nach IP68
- Gewichtsreduzierung
- Montagefreundliche Anschlusssysteme
- UV-Beständigkeit.“
Holger Quest führte weiter aus: „Um die technischen Vorgaben der DB einhalten zu können haben wir in Zusammenarbeit mit dem Kabelkonfektionär HBM Kabeltechnik und dem Wellrohrhersteller PMA Deutschland einen Kabelbaum entwickelt, der von der DB getestet und freigegeben wurde. Nach verschiedenen Mustereinbauten lieferten wir einen Spezialkabelbaum für die Gliedermagnetsysteme Knorr und BSI. Der Kabellieferant Leoni Studer steuerte dazu die halogenfreien und kurzschlussfesten Aderleitungen 4GKW-AX 1x10mm/2 bei.
Die 59 ICE 1 mit ihren jeweils 12 Reisewagen und den jeweils 4 Magnetschienenbremsen sind jetzt alle mit dem neuen Kabelbaum ausgerüstet worden.“
Kabelschutzsysteme verhindern Ausfall von Maschinen, Fahrzeugen und Anlagen
Wellrohre vom Typ PCS finden Anwendung vorwiegend für Aussenanwendungen in Schienenfahrzeugen. Durch die sehr guten Basiseigenschaften des speziell modifizierten Werkstoffes eignet sich dieser Rohrtyp speziell für Anwendungen (statisch und dynamisch), die dauernd intensivem Sonnenlicht (UV) ausgesetzt sind.
Heinz Seedorf, Key Account Manager, PMA Deutschland: „Besonders Kabelschutz-Systeme aus Polyamid-Werkstoffen haben sich durch gute bis ausgezeichnete Beweglichkeit und mechanische Festigkeit, hervorragende UV-Beständigkeit in Außenanwendungen, Korrosionsresistenz und einem für Kunststoffe breiten Anwendungstemperaturbereich in vielen Industriebereichen bewährt und etabliert.
Allgemein sollen Kabelschutzsysteme langfristig elektrische Kabel und Leitungen gegen mechanische Einflüsse wie z.B. Abrieb, Druck-, Biege- und Schlagbeanspruchung schützen, elektrische Systeme gegen ein Eindringen von Wasser oder anderer Flüssigkeiten abdichten, sowie Witterungseinflüsse, UV-Strahlung, chemische Belastungen und Nagetiere abhalten. Für diese Aufgaben bewährt haben sich im Maschinen-, Fahrzeug- und Anlagenbau flexible oder hochflexible Wellrohre für die zu schützenden Kabel, beispielsweise für dynamische Einsätze bei Schienenfahrzeugen.“ (mehr Infos nach dem Umblättern)
Flexibilität bietet erheblichen Mehrwert
Anton Novak, PMA-Vertriebspartner: „Das flexible Kabelschutz-System von PMA, welches bei diesem Auftrag der DB eingesetzt wurde, bietet nicht nur Montage- und Gestaltungs-vorteile, sondern damit verbunden auch erhebliche Kosteneinsparungen. Flexible Wellrohre lassen sich schnell und einfach um Ecken und Kanten verlegen; aufwändige Montagetätigkeiten wie exaktes Ablängen von Rohren und Setzen von Winkelstücken entfallen.
Die Rohre können mit einem handelsüblichen Messer oder einer Spezialschere geschnitten und durch einfaches Einstoßen in die Anschlüsse zu einem System verbunden werden. Eine Wiederöffnung des Systems ist vorgesehen, jedoch ist dazu aus Sicherheitsgründen der Einsatz eines Schraubendrehers erforderlich, Handöffnung ist nicht möglich. Mit einer Biegewechselfestigkeit von mehr als vier Million Zyklen sind die Wellrohre auch für dynamische Anwendungen hervorragend geeignet.“
Warum aber gerade Kabelschutz aus Kunststoff?
Heinz Seedorf: „Das Produkt PCS ist speziell entwickelt für sehr hoch belastete Anwendungen im Außenbereich. Das heißt, es besteht aus einem speziell modifizierten Polyamid 12-Material, das eine hervorragende Witterungsbeständigkeit hat und eine hohe Schlagzähigkeit bei tiefen Temperaturen aufweist. Damit haben wir eine Lebensdauer in statischer Anwendung, über die wir hier im Wesentlichen reden, von mehr als 25 Jahren.“
Seedorf weiter: „Wenn man ein Kabel ohne Kabelschutz verlegt, dann ist natürlich dieses Kabel grundsätzlich den äußeren Einflüssen ausgeliefert. Und der Kabelschutz ist ja im Grunde dafür da, das Kabel vor eben diesen Einflüssen zu schützen. Das bedeutet, dass bei einer besonders ungünstige Konstellation von Bedingungen oder bei irgendwelchen hohen mechanischen Einflüssen die Funktion des Kabels in der Regel eben nicht beeinträchtigt wird.“
Anton Novak: „Das Produkt PCS, das im ReDesignten ICE 1 mitfährt, besitzt alle Zertifikate, die weltweit relevant sind, und zwar in den jeweils höchsten Anforderungsklassen. Verbaut wurden im ReDesign des ICE 1 etwa 2 km des Produktes PCST-10B und ca. 8 km des Produktes PCST-12B. Dazu kamen Verschraubungen, Winkel, Wellrohrhalter, usw.“
Jörg Bleher, DB Fahrzeuginstandhaltung/Elektrotechnische Produktbetreuung: „Bei Anwendungen der Bahntechnik ist Kabelschutz unabdingbar.“
Dipl.-Ing. Ullrich Höltkemeier, Chefredakteur konstruktionspraxis
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