Studie des Europäischen Patentamts Jedes vierte akademische Patent stammt aus Deutschland

Quelle: EPA 2 min Lesedauer

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Eine neue EPA-Studie belegt die führende Rolle deutscher Universitäten bei akademischen Patenten in Europa : Die TU München ist für die höchste Zahl akademischer Patente verantwortlich, gefolgt von der Universität Erlangen-Nürnberg und der Freien Universität Berlin.

Sechs Prozent aller europäischen Patentanmeldungen aus Deutschland entstammen der  Hochschulforschung.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Sechs Prozent aller europäischen Patentanmeldungen aus Deutschland entstammen der Hochschulforschung.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Erfindungen in Bereichen wie Impfstoffe, der mRNA-Forschung, Materialwissenschaften oder auch die Fortschritte in der Lasertechnologie – alle verdanken sie ihre Existenz der Hochschulforschung. Ein neuer, vom Europäischen Patentamt (EPA) veröffentlichter Bericht zeigt, dass die Zahl der Patentanmeldungen für Erfindungen, die ihren Ursprung an europäischen Universitäten haben, nahm in den letzten zwei Jahrzehnten zu und macht heute 10,2 Prozent aller Patente aus, die von europäischen Anmeldern beim EPA eingereicht werden. Das erweiterte EPA-Tool Deep Tech Finder umfasst nun fast 900 Universitäten und über 1 500 Spin-outs, so dass es für Investoren einfacher ist, sich mit investitionsbereiten Start-ups und/oder Universitäten mit europäischen Patentanmeldungen zu vernetzen.

Deutsche Hochschulen haben wesentlich zu dieser Entwicklung beigetragen. Sie sind der Ursprung von 24,1 Prozent aller akademischen Patente in Europa, die zwischen 2000 und 2020 angemeldet wurden,– insgesamt 25 822 europäische Patente. Damit ist Deutschland Spitzenreiter in Europa bei der Zahl akademischer Patente.

Europa kann auf eine große Tradition akademischer Exzellenz blicken, doch manchmal fällt es uns schwer, Forschung in wirtschaftlichen Erfolg umzusetzen.

António Campinos

EPA-Präsident António Campinos: „Diese Studie beleuchtet den akademischen Erfindungsreichtum in Europa mit dem Ziel, weitere Anhaltspunkte für eine konkrete Politik und Strategien ihrer Umsetzung zu liefern. Universitäten können ihren Einfluss stärken, indem sie Patente über Lizenzierungen, Kooperationen oder Ausgründungen verwerten. Damit steigern sie sowohl deren Marktwert als auch ihre gesellschaftliche Bedeutung. Wie der Draghi-Bericht jüngst deutlich gemacht hat, bleibt noch viel zu tun, um einen einheitlichen Markt für Forschung und Technologie in Europa zu schaffen, da 10 Prozent der Start-ups mit europäischen akademischen Patenten ihren Hauptsitz in den USA haben“.

TU München ist anmeldestärkste Hochschule

Die Studie stützt sich auf Daten zu 1200 europäischen Universitäten, die zwischen den Jahren 2000 und 2020 Patentanmeldungen beim EPA generiert haben, und berücksichtigt dabei auch indirekte Patentanmeldungen. Diese werden zwar von anderen Einrichtungen als den Universitäten eingereicht, benennen in der Anmeldung jedoch Forschende von europäischen Universitäten als Erfinder. Im europaweiten Top-25-Ranking der indirekten Anmeldungen befinden sich 12 deutsche Unternehmen und Organisationen, darunter die Fraunhofer-Gesellschaft sowie Unternehmen wie Siemens, Bosch, Evonik und Knorr Bremse.

Die zehn anmeldestärksten Universitäten aus Deutschland mit den meisten Patentanmeldungen(Bild:  VCG)
Die zehn anmeldestärksten Universitäten aus Deutschland mit den meisten Patentanmeldungen
(Bild: VCG)

Mit 190 Universitäten verzeichnet Deutschland die zweithöchste Anzahl von Hochschulen, die im Zeitraum 2000 bis 2020 mindestens eine europäische Patentanmeldung beim EPA generiert haben. Dieser Wert wird nur von Frankreich übertroffen.

Investoren mit investitionsbereiten Start-ups in Europa verbinden

Das EPA hat seine kostenlose Plattform „Deep Tech Finder“ (DTF) dahingehend erweitert, dass Nutzer neben investitionsbereiten Startups mit europäischen Patenten oder Patentanmeldungen nun auch Universitätspatente und deren Ausgründungen auffinden können. Dieses kostenlose Online-Tool stellt Informationen zu rund 900 europäischen Universitäten sowie die Unternehmensprofile und Patentportfolios von mehr als 1500 Spin-outs zur Verfügung. Der verbesserte DTF vereinfacht stärker als zuvor die Verbindung zwischen Wissenschaft und Investmentbranche. Mit diesem Upgrade bekräftigt das EPA sein Engagement für die Förderung von Deep-Tech-Innovationen in ganz Europa.

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