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Zahnriemenachse

Intelligente Zahnriemenachse überwacht sich selbst

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Alle Daten in die Cloud

IEF-Werner ging bei diesem Projekt noch einen Schritt weiter: Die intelligente Zahnriemenachse soll nicht nur auf ihren eigenen Zustand reagieren, sondern auch auf die externe Schweißeinheit. Im Testaufbau arbeiten die beiden Selcomps zusammen, zuerst positioniert die Linearachse die Schweißplatte, dann erfolgt der Schweißprozess. „Wir haben beide Einheiten kabellos mittels Webservice Representational State Transfer (REST) zusammengeschaltet und auch die Daten der Schweißeinheit in die Selsus-Cloud geschickt“, sagt Ulrich Moser. Vor dem Prozessstart registrieren sich beide Komponenten mit Informationen wie beispielsweise Typenbezeichnung, Herstellungsdatum, Hub oder Seriennummer. Im laufenden Betrieb kommen die dynamischen Daten hinzu. Auf Grundlage dieser Informationen kann die Zahnriemenachse autonom auf die Schweißeinheit reagieren und Steuerparameter so anpassen, dass die Produktion hinsichtlich Wirtschaftlichkeit am optimalen Punkt agiert.

„Überhitzt die Schweißkopfelektrode, lässt die Qualität des Prozesses deutlich nach und sie kann sogar beschädigt werden“, nennt Ulrich Moser ein Beispiel. „Sie braucht Zeit, um abzukühlen.“ In der Fertigung ist die Zahnriemenachse auf schnellste Zykluszeiten ausgelegt. Das heißt: Sie fährt mit Maximalgeschwindigkeit zum Übergabepunkt und bremst ab. Ohne Informationen der Schweißeinheit fährt sie mit derselben Geschwindigkeit zurück zum Ausgangspunkt. Diesen Vorgang wiederholt sie permanent. Weil keine Schweißung erfolgt, steht die Produktion still. Dazu kommt: Das ständige Anfahren und Stoppen bei höchster Dynamik beschleunigt den Grad der Abnutzung.

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Auf die Kommunkation kommt es an

„Kommuniziert die Zahnriemenachse nun aber mit der Schweiß-Steuerung, kann sie schon bei leicht erhöhter Temperatur der Elektrode in einen entschleunigten Modus wechseln. Es kommt somit zu keiner Überhitzung, beide Komponenten nutzen sich deutlich langsamer ab, die Produktion wird nicht unterbrochen. Die Selcomps optimieren damit eigenständig ihren Betrieb“, so der Marketingleiter.

„Anwendern bieten wir mit unserer neu entwickelten Technologie viele praktische Vorteile“, sagt Ulrich Moser. „Aber das Wichtigste: Halten sich die Anwender an die von der Zahnriemenachse empfohlenen Servicemaßnahmen, dann garantieren wir unseren Kunden eine um bis zu 30 % höhere Lebensdauer der Komponente.“ Ein weiterer Vorteil: Anwender können Wartungszeiten rechtzeitig einplanen und sind damit sicher vor plötzlichen und ungeplanten Ausfällen. Betriebe stärken somit ihre Wettbewerbsfähigkeit.

„Noch befinden wir uns mit dieser Entwicklung im Prototypenbau“, erläutert Ulrich Moser. „Unser Ziel ist es aber, diese zukunftsweisende Lösung optional für alle unsere Linearachsen anzubieten. Das ist ein für Kunden sehr nützliches Beispiel für Industrie 4.0.“ (jv)

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