IAA Mobility 2025 Intelligente Verhaltensanalyse in Echtzeit

Quelle: Fraunhofer IOSB 2 min Lesedauer

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Eine Technologie, die menschliche Bewegungen im Fahrzeug automatisch und mithilfe von KI erfasst und analysiert, haben Forschende am Fraunhofer IOSB entwickelt. Das Akti-Meter ist etwa geeignet für die nutzerzentrierte Produktentwicklung und wird in einem Level-3-automatisierten Fahrzeug auf der IAA Mobility vorgestellt.

Die Algorithmen des AktiMeters erkennen Aktivitäten wie Lesen mit hoher Genauigkeit in Echtzeit und ermöglichen eine lokale Auswertung der gesammelten Daten. (Bild:  Fraunhofer IOSB)
Die Algorithmen des AktiMeters erkennen Aktivitäten wie Lesen mit hoher Genauigkeit in Echtzeit und ermöglichen eine lokale Auswertung der gesammelten Daten.
(Bild: Fraunhofer IOSB)

Eyetracking-Systeme finden bereits in vielen Branchen Anwendung, etwa in der Marktforschung oder bei der Entwicklung ablenkungsfreier Fahrzeugfunktionen. Am Fraunhofer IOSB haben Forschende nun ein neuartiges Messsystem entwickelt, das diese Systeme ergänzt: Das Akti-Meter erfasst zusätzlich den gesamten Körper der Insassen. Daraus lassen sich Sitzposition, Bewegungen und Gesten sowie Aktivitäten und Intentionen ableiten.

Die Technologie kann feststellen, wo sich Arme und Hände befinden, in welche Richtung sich der Kopf des Fahrers oder der Fahrerin wendet und welche Objekte im Innenraum des Fahrzeugs genutzt werden. Dies eröffnet neue Perspektiven für die Forschung, da sich lange Autofahrten automatisiert auswerten lassen.

Mensch-KI-Interaktion im Fahrzeug verbessern

Das Fraunhofer IOSB ist auf Computervision spezialisiert, das heißt die Forschenden interpretieren alles, was optische Sensoren wie Kameras aufnehmen. Das Team um Dr. Frederik Diederichs nutzt diese Informationen, um die Mensch-KI-Interaktion im Fahrzeug zu verbessern. Zukünftige Anwendungen des autonomen Fahrens könnten von den gesammelten Daten profitieren, da sie als Grundlage für die Entwicklung intelligenter Fahrassistenzsysteme dienen, die auf das Verhalten und die Bedürfnisse der Insassen reagieren.

So funktioniert die Technologie:

  • Das Akti-Meter kombiniert Computervision-Verfahren auf Basis künstlicher Intelligenz, die Körperhaltungen sowie Objekte erkennen können, mit einem 3D-Modell des Fahrzeugs.
  • Daraus wiederum können Machine-Learning-Verfahren weitergehende Rückschlüsse ziehen, etwa auf die Tätigkeit.
  • Ergänzt durch moderne Vision-Language-Modelle können auch komplexe und von den Entwicklern nicht vorhergesehene Innenraumsituationen erfasst werden.
  • Durch die automatisierte Interpretation der Daten entsteht ein digitaler Zwilling des Fahrzeuginnenraums.
  • Aus dieser Datenquelle werden direkt im Fahrzeug Schlussfolgerungen gezogen.
  • Dadurch wird der Speicherbedarf minimiert, und DSGVO-relevante Bilddaten müssen nicht gespeichert werden.

Fahrerlebnis und Sicherheit optimieren

Eine Herausforderung in der Forschung und Anwendung liegt in den bisher verwendeten Verfahren: "Bisherige Verfahren sind auf vorher festgelegte Situationen trainiert, von denen aufwendig Trainingsdaten gesammelt wurden. Durch den Einsatz generativer KI ist es mit dem Akti-Meter nun möglich, flexibel Situationen zu definieren, ohne Trainingsdaten sammeln zu müssen", erklärt Dr. Manuel Martin, Senior Scientist der Arbeitsgruppe Perceptual User Interfaces am Fraunhofer IOSB.

Für Automobilhersteller und deren Forschungsabteilungen ist das Akti-Meter daher ein wertvolles Tool zur Prototypenentwicklung. Anonymisierte Langstreckendaten über das Nutzungsverhalten helfen, neue KI-Funktionen zu trainieren – ohne teure, manuelle Auswertungen.

Aktueller Stand und Markteinführung

Aktuell wird das Akti-Meter bereits in der Prototypenentwicklung getestet. Ab Mitte 2026 ist die Markteinführung des Akti-Meters geplant. Bis dahin arbeiten die Forschenden daran, die Messsysteme zu validieren und Aussagen darüber zu treffen, wie zuverlässig die Systeme in welchen Situationen sind. Derzeit wird ein Gesamtsystem konzipiert, das Kameras, einen Computer und eine Bedienungsanleitung enthält, damit Kunden das System mittels eines nutzerfreundlichen Interface selbst kalibrieren und die gewünschten Auswertungen durchführen können.

Fraunhofer auf der IAA Mobility 2025: Halle A2, Stand C10

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