Safety

Integrierte Sicherheit liegt im Trend

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Besonders in Bezug auf die funktionale Sicherheit bringt die EN ISO 13849-1 inhaltliche Neuigkeiten mit sich. Wie Johann Aulila, Geschäftsführer der Jokab Safety GmbH in Spaichingen, erläutert, muss die sicherheitsbezogene Software von Steuerungsfunktionen jetzt verifiziert und validiert werden.

Maschinenbauer muss potenzielle Gefährdungen quantitativ abschätzen

Dabei biete nur die EN ISO 13849-1 Leitlinien für einen qualitativ hochwertigen Entwicklungsprozess von sicherheitsgerichteter Software. Aulila: „Wer strikt nach dem Stand der Technik handeln will, muss bei Anwendung einer Sicherheits-SPS und darauf erstellter sicherheitsgerichteter Software jetzt zwingend die 13849-1 befolgen.“

Der wesentliche Unterschied zur Vorgänger-Norm EN 954-1 besteht darin, dass der Maschinenbetreiber verpflichtet ist, zusätzlich zur qualitativen Risikoanalyse jetzt auch eine quantitative Einschätzung potenzieller Gefährdungen vorzunehmen. Sicherheitsbezogene Teile von Steuerungen müssen nun nach folgenden Kriterien eingestuft werden:

  • Diagnosedeckungsgrad (DC)
  • Quantifizierung von Fehlern gemeinsamer Ursache (CCF)
  • mittlere Zeit bis zum gefährlichen Ausfall (MTTFd) und
  • Ausfallwahrscheinlichkeit (PFHd beziehungsweise PL).

Für die Beurteilung der Sicherheitsfunktionen bietet das Institut für Arbeitsschutz der deutschen gesetzlichen Unfallversicherung IFA das Tool Sistema Der Software-Assistent SISTEMA (Sicherheit von Steuerungen an Maschinen). Auch viele Hersteller von Sicherheitssteuerungen geben dem Anwender ein Werkzeug an die Hand, so auch Siemens. „Unser Safety Evaluation Tool hilft schnell und sicher bei der Bewertung von Sicherheitsfunktionen der Maschinen entsprechend der beiden Normen IEC 62061 und ISO 13849-1. Als Ergebnis erhalten die Kunden einen normenkonformen Report, der als Sicherheitsnachweis in die Dokumentation integriert werden kann,“ erläutert Ulrich Kaus, Marketing Manager Safety Integrated bei der Siemens-Division Industry Automation in Nürnberg.

Sicherheitsgerichtete Daten und Steuerungsdaten über eine einzige Busleitung übertragen

Das Unternehmen hat unter der Bezeichnung Simatic Safety Integrated ein skalierbares Angebot sicherheitsgerichteter Controller für alle Bereiche der Fertigungsautomatisierung im Portfolio. Laut Kaus profitieren Anwender besonders von Zeit- und Kosteneinsparungen, weil sich das vorhandene Know-how bezüglich der Standardtechnik auf die Sicherheitstechnik übertragen lässt. Dabei können die sicherheitsgerichteten Daten und die Standard-Steuerungsdaten über eine einzige Busleitung übertragen werden.

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