Hier erfahren Sie mehr über ein neues Umlenkungskonzept in Kugelgewindemuttern, reflexionsarme Linearführungen für Lasermesssysteme, leichte Teleskopschienen zum Einsatz in Flugzeugsitzen und Linearführungen mit zertifizierter dynamischer Tragzahl.
Radialumlenkstück von innen: Radiale Umlenkungen erlauben eine robuste Konstruktion, benötigen jedoch meist mehr Bauraum. Axiale Umlenkungen ermöglichen eine kompakte Bauform und hohe Laufruhe.
(Bild: Joshua Rzepka für Kammerer)
1. Neues Konzept: Umlenksysteme für Kugelgewindetriebe flexibel auslegen
Kammerer Gewindetechnik hat ein neues Konzept für die Umlenkungen in den Kugelgewindemuttern entwickelt. Es ermöglicht hohe Flexibilität bei der Auslegung des Gewindetriebs und der Produktion der Umlenksysteme bei gleichzeitig verringerten Herstellkosten. Das Umlenksystem eines Kugelgewindetriebs führt die Kugeln am Ende der Mutter zurück, sodass sie kontinuierlich im Kreis laufen und nicht aus der Mutter fallen.
Einzelumlenkstück von außen: Einzelumlenkungen sind kompakter und einfacher aufgebaut, Gesamtumlenkungen präziser und ruhiger bei hohen Lasten.
(Bild: Kammerer Gewindetechnik)
Bei der internen Umlenkung laufen die Kugeln im Inneren des Muttergehäuses, während bei der externen Umlenkung die Kugeln über eine äußere Rohrleitung geführt werden. Das Umlenksystem sorgt dafür, dass der Kugelgewindetrieb dauerhaft verschleißarm arbeitet, hohe Laufruhe bietet und präzise Bewegungen ermöglicht. „Der Markt für Kugelgewindetriebe erfordert anwendungsgerechte Umlenkungen bei hoher Flexibilität für Vertrieb und Produktion“, erklärt Andreas Rombach, Produktmanager bei Kammerer in Hornberg. „Unterschiedliche Anforderungen bei Umlenkungen sind zum Beispiel begrenzter Bauraum, Mindest-Wandungsstärken, Belastungsoptimierung, Maximierung der Kraftübertragung oder spezielle Materialvorgaben wie in der Lebensmittelindustrie. Neben diesen technischen Anforderungen müssen wir aber auch unsere Wettbewerbsfähigkeit mit einer zügigen Angebotserstellung, günstigen Produktionskosten und kurzen Lieferzeiten berücksichtigen.“
Daraus entstand beim Schwarzwälder Gewindetechnikspezialisten der Plan, die Auslegung und Produktion der Umlenkstücke in unterschiedlichen Ausführungen zu optimieren. Nach dem neuen Konzept werden in Hornberg nun Einzelumlenkungen, axiale und radiale Gesamtumlenkungen und externe Umlenkungen gefertigt. Die Umlenkstücke werden auf einer neuen Maschine hergestellt, die einen automatisierbaren Zerspanungsprozess mit nahezu freier Materialwahl ermöglicht. Zur Qualitätssicherung werden die Bauteile bereits während der Fertigung automatisch mit einem taktilen Messverfahren gemessen. Zusätzlich prüft ein optisches 3D-Messsystem die Umlenkungen außerhalb der Maschine in einem temperaturkontrollierten Messraum.
2. Teleskopschienen und mehr: Funktionsoptimierte Bauteile für das Kabinen-Interieur
Auf der Aircraft Interiors Expo zeigt Rollon diverse Lineartechniklösungen für die Flugzeugkabinenausstattung.
(Bild: Rollon)
Rollon, ein Anbieter linearer Antriebstechnik, zeigt auf der Aircraft Interiors Expo (AIX) 2026 in Hamburg sein Portfolio für die Kabinenausstattung. Vom 14. bis 16. April sind am Stand des Unternehmens 7C49 Bauteile zu sehen, die speziell für Luftfahrtindustrie entwickelt wurden. Darunter ist eine neue, leichte Teleskopschiene für Flugzeugsitz-Anwendungen. Sie zielt speziell Einsatzbereiche ab, in denen Sicherheit und Zuverlässigkeit entscheidend sind. Weitere Exponate sind eine leichtgängige Esstischlösung mit hoher Stabilität sowie ein bewegliches Sichtschutzwandsystem mit kompakten Abmessungen und ruhigem Lauf. Überdies ist Antriebstechnik für Verstellfunktionen und bewegte Elemente wie Sitz- und Armlehnenmechanismen, Esstische, Kopf- und Fußstützen, Schiebetüren sowie Privatsphärentrennwände zu sehen. Der Hersteller ist nach EN 9100 zertifiziert und erfüllt damit die besonderen Anforderungen an das Qualitätsmanagement in der Luftfahrt. Umfangreiche Berechnungen und Tests stellen sicher, dass die Bauteile den Sicherheits- und Zuverlässigkeitsansprüchen der Branche entsprechen.
3. Linearführungen: zertifizierte dynamischen Tragzahl nach DIN 631
Linearführung der Baureihe SHS: Das Unternehmen THK hat die dynamische Tragzahl seiner Produkte zertifizieren lassen.
(Bild:)
Die Bestimmung der dynamischen Tragzahl einer Linearführung sowie die daraus resultierende nominelle Lebensdauer sind in der Norm ISO 14728 mit einer theoretischen Formel geregelt. Die Hersteller bedienen sich dieser Formel zur Berechnung der dynamischen Tragzahl in ihren Katalogangaben sowie der erwarteten theoretischen Lebensdauer, um das passende Produkt für die Anwendung auszuwählen.
THK ist der erste Hersteller von Linearführungen, der die dynamische Tragzahl seiner Produkte zertifizieren ließ. Tüv Süd hat sowohl den Prüfstand als auch die Prüfspezifikation zur experimentellen Verifizierung der dynamischen Tragzahl überprüft und bestätigt, dass die Prüfungen gemäß der aktuellen DIN 631 korrekt durchgeführt werden. Diese Norm definiert die Prüfkriterien sowie die Anforderungen an die Prüfmaschinen. Darüber hinaus hat Tüv Süd die dynamischen Tragzahlen zertifiziert, die THK auf Grundlage dieser Prüfmethode verifiziert hat.
Die Prüfspezifikation basiert auf dem aktuellen Stand der Technik sowie den einschlägigen Normen. Sie regelt detailliert das Prüfverfahren, die Auswertungskriterien und -methodik sowie organisatorische Anforderungen wie das Qualitätsmanagement und die Kalibrierung der eingesetzten Messinstrumente zur Rückführbarkeit im Sinne der Iso 17025. Die Zertifizierung unterliegt einer jährlichen Überwachung durch Tüv Süd.
4. Linearführungen: Schwarz eloxiert für mehr Präzision und Eleganz
Reflexionen auf glänzenden Oberflächen können Lasersysteme irritieren. Die Lösung: Eine tiefschwarze Eloxal-Beschichtung für Drylin-Linearsysteme, die Licht absorbiert statt es zu reflektieren.
(Bild: Radlabor)
Igus hat ergänzend zu den Linearsystemen und Teleskopschienen der Serie Drylin eine Serie mit schwarz eloxierter Oberfläche entwickelt, die antireflektierend wirkt. Dies verhindert störende Lichtreflexe beim Einsatz mit Lasermesssystemen, die beispielsweise in Fahrradläden oder Testlaboren der Automobilindustrie verwendet werden. Die schwarze Beschichtung basiert auf Eloxierung. Durch eine elektrochemische Oxidation entsteht eine Oxidschicht auf der Aluminiumoberfläche von Schlittengehäuse, Traversen und Linearschienen. Ihre mikroporöse Struktur bietet beim anschließenden Schwarzeinfärben Vorteile: Die winzigen Poren wirken wie Kapillaren und saugen den Farbstoff tief in die Schicht hinein. So entsteht eine intensive und gleichmäßige Färbung, die einfallendes Licht effektiv absorbiert. Das Ergebnis ist eine sehr geringe Reflexion, sodass Laserscanner saubere und reproduzierbare Ergebnisse liefern. Nach der Versiegelung ist die Farbe in den Mikroporen mechanisch verankert und geschützt. Die Beschichtung behält ihre optischen Eigenschaften langfristig, auch im Outdoor-Einsatz.
Stand: 08.12.2025
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Die tiefschwarze Oberfläche ist auch im modernen Fahrzeugbau nützlich: Im Kabineninterieur mobiler Maschinen minimiert die matte, schwarze Eloxalschicht störende Spiegelungen auf Monitoren und Displays. Zudem tritt die Linearführung optisch in den Hintergrund und lässt das eigentliche Produkt in den Vordergrund rücken – etwa ein verstellbares Display. Auch im Möbelbau sind schwarze Linearführungen interessant, beispielsweise für Kopfstützen.
Die Linearsysteme aus Köln sind langlebig und wartungsarm. Die Schlitten beispielsweise rollen nicht mit Stahlkugeln auf den Schienen, sondern gleiten über Kunststoffelemente aus speziellen Polymeren. In den Materialien integriert sind mikroskopisch kleine Festschmierstoffe, die im Betrieb über viele Jahre einen reibungsarmen Trockenlauf ermöglichen, ohne dass Betreiber nachschmieren müssen. Kein Schmierfett haftet an den Oberflächen, das sich mit Staub und Schmutz verbinden und die Leichtgängigkeit reduzieren könnte.
Der Smartfit-Lasermeter ist ein Gerät für den Fahrradeinzelhandel. Es besteht aus einer Igus-NSV-01-27-Schiene mit lasergravierter Skala und Prismenführungsschlitten, gepaart mit einem Kreuzlaser.
(Bild: Radlabor)
Zu den Anwendern der schwarzen Linearführungen zählt unter anderem die Fahrradbranche: Radlabor GmbH aus Freiburg zum Beispiel hat das Smartfit Lasermeter entwickelt, ein Messsystem für Berater und Monteure in Fahrradläden. Es besteht aus einer linearen Aluminiumschiene der Serie Drylin NSV, auf der sich eine lasergravierte Skala befindet. Auf der Schiene gleitet ein Schlitten mit einem Kreuzlaser. Dieser projiziert Linien auf das Fahrrad, sodass Berater Lenker und Sattel genau auf die Körpergröße eines Kunden einstellen können. Hier bietet die schwarze Oberfläche einen maximalen Kontrast bei der Ablesbarkeit der Skala und ermöglicht den Beratern die schnelle Einstellung, ohne dass Reflexionen von Lampen in der Werkstatt oder im Verkaufsraum stören.