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Hydrostatische Lagerung von Werkzeugen

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Individuelle technische Lösungen

Um die Vorteile der Hydrostatik optimal zu nutzen, ist die gezielte Einstellung verschiedener technischer Parameter erforderlich. Die Lagergeometrie muss mit der eingesetzten Ölversorgung harmonieren. Bringen die Ventile nicht die erforderlichen Charakteristika mit, kann dies zu einer schlechten oder unbrauchbaren Lagerung führen. Rückle greift auf ein eigens entwickeltes Berechnungsprogramm zurück, passend zur Hardware. Hiermit ermittelt das Unternehmen die ideale Kombination von Taschengeometrie und Regler. Der Regler sorgt für eine optimale Funktion des Lagers, indem er den Fluidstrom und den Pumpendruck entsprechend den Belastungen reguliert.

„Auch bei Retrofit-Projekten oder Fertigungsfehlern stehen wir anspruchsvollen Fertigungsunternehmen zur Seite. Mit unserer Software können wir den hydrostatisch wirksamen Spalt berechnen und das optimale Ventil bestimmen“, so Jochen Brandstetter, Entwicklungsleiter bei Rückle. „Unsere Ventile sind modular aufgebaut. Innerhalb kurzer Lieferfristen können wir vorhandene hydrostatische Lagerungen nachrüsten, sowohl mit Ventilen als auch mit Reglern.“ Durch die optimale Abstimmung von Geometrie und Krafteinwirkung werden unter anderem die Steifigkeit und Tragfähigkeit verbessert. Die hohe Steifigkeit bewährt sich bei hohen dynamischen Prozesskräften beim Zerspanen oder beim schnellen Positionieren von Werkstücken. Eine hohe Tragfähigkeit begünstigt die Zuladekapazität. Entsprechend den technischen Anforderungen kann bei Rückle die Spaltbreite zwischen 20 und 100 µ variieren. Beim Drehen von Bauteilen werden beispielsweise bis zu 500 Umdrehungen in der Minute erreicht. Eine ausreichende Spaltbreite gewährleistet, dass die Lagerflächen reibungsfrei bleiben.

Die hydrostatischen Lagerlösungen von Rückle nehmen entsprechend den Kundenbedarfen sowohl radiale als auch axiale Kräfte auf und garantieren eine hohe Systemstabilität. Der finanzielle Mehraufwand für die Ausstattung eines Systems mit einer hydrostatischen Lagerlösung gleicht sich kundenspezifisch durch die niedrigen Wartungskosten und die lange Lebensdauer der Werkzeugmaschinen aus.

Entwicklungsarbeit: alles aus einer Hand

„Ein Ziel unserer Entwicklung war es, den steigenden Belastungen in der Zerspanung von schweren und dadurch kostenintensiven Werkstücken gerecht zu werden“, berichtet Schöller. „Das ist uns gelungen. Unter Kühlung des Lagers konnten wir die Nenndrehzahl deutlich erhöhen. Gleichzeitig ermöglichen unsere individualisierbaren hydrostatischen Lagerlösungen eine sehr gute Dämpfung.“

2010 fing der Hydrostatikexperte an, ein eigenes Berechnungsprogramm für Rundtische und Lünetten zu entwickeln. Dabei nahm er auch die Entwicklung der Ventiltechnik selbst in die Hand. 2012 führte Rückle erfolgreich die neuste Generation der modularen Ventile ein. Sie erspart Anwendern den Einsatz teurer Mehrkreispumpen und macht den Einsatz der hydrostatischen Lagerlösung noch wirtschaftlicher. (qui)

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