Smart Materials Aktoren aus Formgedächtnislegierungen

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Drei Fraunhofer-Institute haben eine neue Klasse von Hochlast-Formgedächtnis-Aktoren entwickelt. Diese können große Kräfte, bei geringer Baugröße erstmals hochdynamisch schalten.

Hochlastaktoren auf Basis thermischer Formgedächtnislegierungen, die von Fraunhofer-Forschenden entwickelt wurden, entfalten hohe Kräfte auf kleinem Raum und arbeiten hochdynamisch. Mit den neuartigen Aktoren lassen sich z. B. Bauteile in Produktions­maschinen sehr genau positionieren. Ein Peltier-Temperiersystem (l.) schaltet den FGL-Aktor (M.). Rechts im Bild additiv und konven­tionell gefertigte FGL-Komponenten.(Bild:  Fraunhofer IPM)
Hochlastaktoren auf Basis thermischer Formgedächtnislegierungen, die von Fraunhofer-Forschenden entwickelt wurden, entfalten hohe Kräfte auf kleinem Raum und arbeiten hochdynamisch. Mit den neuartigen Aktoren lassen sich z. B. Bauteile in Produktions­maschinen sehr genau positionieren. Ein Peltier-Temperiersystem (l.) schaltet den FGL-Aktor (M.). Rechts im Bild additiv und konven­tionell gefertigte FGL-Komponenten.
(Bild: Fraunhofer IPM)

Aktoren aus thermischen Formgedächtnislegierungen werden in vielen Anwendungen z. B. im Werkzeug- und Maschinenbau benötigen eingesetzt, denn sie können elektrische Signale in mechanische Bewegungen umsetzen. Einziges Manko ist ihr schlechtes Abkühlverhalten und die damit einhergehende geringe Dynamik.

Im kürzlich abgeschlossenen Forschungsprojekt HochPerForm hat ein Team von Fraunhofer IPM, Fraunhofer IWU und Fraunhofer IFAM kompakte, hochdynamische Hochlastaktoren auf Basis thermischer Formgedächtnislegierungen (FGL) entwickelt. Diese neuartigen Aktoren sind bei einem Durchmesser von nur 15 mm und einer Länge von 16 mm in der Lage, eine Masse von 500 kg um bis zu 200 µm anzuheben. Dank eines innovativen Peltier-Temperiersystems können die Aktoren mit mehr als 0,3 Hz geschaltet werden. Zur Ansteuerung werden lediglich zwei Kabel benötigt, die mit einer dezentralen, kostengünstigen Regelelektronik verbunden sind.

Buchtipp: Smart Materials

Smart Materials sind Materialien, deren Eigenschaften sich durch externe Anregungen wie Licht, Wärme und elektrische und magnetische Felder in starkem Maße beeinflussen lassen. In Zukunft werden sie mechatronische Funktionen mehr und mehr unterstützen oder sogar ersetzen. Das Buch gibt eine grundlegende Einführung in die verschiedenen Klassen von Smart Materials. Dabei werden sowohl die besonderen Materialeigenschaften als auch die vielfältigen Möglichkeiten zur Realisierung neuer Produkte dargestellt.

Mehr erfahren bei Vogel Fachbuch

Für die Feinpositionierung von Bauteilen in Produktionsmaschinen

Zunächst wurden einzelne Teilfunktionsmuster entwickelt, um die drei zentralen Fragestellungen des Projektes zu beantworten. Erstens: Wie kann der Bauraum eines FGL-Hochlastaktors minimiert werden? Zweitens: Wie gelingt die schnelle Temperierung des entwickelten Aktors? Und drittens: Können die benötigten FGL-Komponenten additiv gefertigt werden? Aufbauend auf den gewonnenen Erkenntnissen entwickelte das Team einen FGL-Hochlastaktor, der dank einer additiv gefertigten FGL-Komponente und einer leistungsfähigen Temperierung ein deutlich verbessertes Eigenschaftsprofil aufweist. Anhand eines Funktionsdemonstrators konnte gezeigt werden, dass sich die neuen Hochlastaktoren z. B. für die Feinpositionierung von Bauteilen in Produktionsmaschinen eignen und für Anwendungen prädestiniert sind, die große Halte- bzw. Spannkräfte erfordern.

Innovationen bei Kühlung, Systemdesign und Fertigung

Zur schnellen Kühlung eines FGL-Hochlastaktors hat ein Team von Fraunhofer IPM zwei Ansätze verfolgt: zum einen schaltbare Heatpipes, zum anderen runde thermoelektrische Module. Insbesondere mit dem zweiten Ansatz war es möglich, hohe Dynamiken bei geringer Systemgröße zu erreichen. Das eröffnet im Hinblick auf Kompaktheit, Regelbarkeit und Einfachheit völlig neue Einsatzmöglichkeiten für FGL-Aktoren.

SEMINAR-TIPP

Smart Materials – Eigenschaften und Einsatzpotenziale für die Mechatronik

Wie lassen sich Smart Materials für mechatronische Anwendungen nutzen? Auf was muss ich bei der Auswahl achten? Und welche Potenziale und Grenze gibt es? Antworten auf diese Fragen liefert Ihnen das zweitägige Online-Seminar "Smart Materials". Erhalten Sie einen grundlegenden Einblick in die verschiedenen Klassen adaptiver Materialien und erfahren Sie mehr über die besonderen Materialeigenschaften sowie die vielfältigen Möglichkeiten zur Realisierung neuer Produkte.

Die Weiterbildungsveranstaltung setzt sich aus zwei Seminartagen zusammen, die einzeln, aber auch in Kombination zum Vorteilspreis gebucht werden können. Buchen Sie beide Seminartage im Paket und sparen Sie 15 %. Bei der Buchung des Kombitickets für beide Seminartage erhalten Sie zusätzlich das Fachbuch „Smart Materials“ als Nachschlagewerk.

Weitere Details und Termine

Der Basis-FGL-Hochlastaktor wurde am Fraunhofer IWU entwickelt. Er besteht neben der FGL-Komponente, die als Energiewandler fungiert, aus einem ausgeklügelten Vorspannsystem. Bei der Entwicklung wurde ein Baukastenprinzip realisiert, das es erlaubt, FGL-Hochlastaktoren kundenspezifisch auf die jeweiligen Anforderungen anzupassen.

Additive Fertigung maßgeschneiderter FGL-Bauteile

Die Geometriefreiheit und Verfügbarkeit von Formgedächtniskomponenten war bisher ein Manko der FGL-Hochlastaktorik. Am Fraunhofer IFAM ist es gelungen, dieses Problem durch die additive Fertigung maßgeschneiderter FGL-Bauteile zu lösen. Dank der Erfahrung des Fraunhofer IFAM konnten zudem die Funktionseigenschaften wie Hysterese und Degradation durch pulverbettbasiertes Laserstrahlschmelzen (L-PBF) deutlich verbessert werden.

(ID:50041859)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung