Digitalisierung Hightech-Sensoren im EM-Fußball

Quelle: TU München 2 min Lesedauer

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Kinexon hat die Bälle der Fußball-Europameisterschaft mit hochpräzisen Sensoren ausgestattet. Die Technologie hilft den Schiedsrichtern bei schwierigen Entscheidungen. Kinexon ist spezialisiert auf die Analyse und Steuerung beweglicher Gegenstände – ob im Sport oder in der Industrie.

Sensoren im Fußball der Uefa Euro 24 zeigen zum Beispiel an, wo sich der Ball befindet oder ob und wie er berührt wurde. (Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Sensoren im Fußball der Uefa Euro 24 zeigen zum Beispiel an, wo sich der Ball befindet oder ob und wie er berührt wurde.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Überraschend für viele TV-Zuschauer bei der EM 2024: Während der Überprüfung strittiger Szenen am Spielfeldrand tauchte am Monitor erstmals eine Kurven-Grafik auf, die an ein EKG erinnert. Sie zeigt an, ob und wann der Ball berührt wurde, sodass die Schiedsrichter beispielsweise ein Handspiel ahnden können.

Sensor im Ball wiegt nur drei Gramm

Möglich wird dies durch einen hochpräzisen Bewegungssensor, der im Ball aufgehängt ist – entwickelt von Kinexon, eine Ausgründung der Technischen Universität München (TUM). Das 2012 gegründete Start-up ist Experte für Sensortechnik, Software und Automatisierung. Sein Sensorchip sendet 500 Mal pro Sekunde, wo sich der Ball befindet, mit welcher Geschwindigkeit er unterwegs ist, wie er sich dreht und ob er berührt wird. Das Verhalten des Balls wird dabei nicht beeinträchtigt, der Chip wiegt nur drei Gramm.

Die zugehörige Software liefert dem Schiedsrichter-Team Auswertungen, um schneller und besser entscheiden zu können, und den TV-Sendern Informationen, zum Beispiel wie hart der Torschuss von Harry Kane war.

Digitale Zwillinge ganzer Fabriken

Fußball ist längst nicht die einzige Sportart, die Kinexon ausrüstet. „Mehr als 400 Mannschaften nutzen unsere Chips, ob im Basketball, im Eishockey oder im Handball“, erzählt Gründer und CEO Dr. Oliver Trinchera. Die Sensoren sind in die Trikots der Spieler eingenäht. So können die Vereine Bewegungsabläufe und Leistungsdaten auswerten. Neben taktischen und leistungsbezogenen Analysen betreiben die Vereine damit auch Verletzungsprävention. „In der US-Basketballliga NBA haben wir einen Marktanteil von 85 Prozent.“

Überall, wo sich etwas bewegt, kann unsere Technologie zum Einsatz kommen.

Dr. Oliver Trinchera

Dabei ist der Sportbereich nicht das Kerngeschäft des Unternehmens. Im Mittelpunkt stehen Produktion und Logistik. „Überall, wo sich etwas bewegt, kann unsere Technologie zum Einsatz kommen“, sagt Trinchera. Kinexon erstellt digitale Zwillinge von ganzen Fabriken, sodass Abläufe in Echtzeit analysiert und automatisiert werden können. Trinchera nennt ein Beispiel: „Im Automobilbau orchestrieren wir große Flotten von autonomen Transportrobotern. Dabei sorgen wir dafür, dass Transportaufträge auf dem schnellsten und effizientesten Wege erledigt werden. Treten Herausforderungen wie beispielsweise versperrte Routen auf, reagiert die Software in Bruchteilen von Sekunden.“ So hat etwa BMW seine gesamte Produktion digitalisiert.

Über Kinexon

Technisches Know-how mit Marktverständnis zu kombinieren, lernte Oliver Trinchera im TUM-Studiengang Management and Technology, in dem die Studierenden sowohl BWL als auch ein Technikfach belegen – Elektro- und Informationstechnik in Trincheras Fall. Das Rüstzeug für die Firmengründung holte sich Trinchera im Center for Digital Technology and Management. Das CDTM bietet ein Zusatzstudium, bei dem die Studierenden mit Industriepartnern an Problemen aus der realen Unternehmenswelt arbeiten und gleichzeitig lernen, wie man Innovationen schafft und ein eigenes Unternehmen gründet. Während ihrer Promotion am Lehrstuhl für Finanzmanagement und Kapitalmärkte bereiteten Trinchera und Co-Gründer Dr. Alexander Hüttenbrink das Start-up vor. Heute hat Kinexon mehr als 300 Mitarbeitende und neben München einen zweiten Standort in Chicago.

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