Sensorik Forschende übertragen seismische Wellen von Taylor-Swift-Konzerten

Quelle: Universität Hamburg 2 min Lesedauer

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Am 23 und 24. Juli gibt Taylor Swift zwei Konzerte im Hamburger Volksparkstadion. Wer keine Karten bekommen hat, kann sich zumindest die seismischen Wellen anschauen, die während der Auftritte entstehen. Möglich macht das ein Livestream des „Wave“-Netzwerks in der Science City Hamburg Bahrenfeld.

Wie stark die sogenannten „Swift Quake“ bei den beiden Taylor-Swift-Auftritten in Hamburg sind, kann per Livestream verfolgt werden. (Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Wie stark die sogenannten „Swift Quake“ bei den beiden Taylor-Swift-Auftritten in Hamburg sind, kann per Livestream verfolgt werden.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Wenn Taylor Swift auftritt, bebt die Erde. Zum ersten Mal wurde das Phänomen „Swift Quake“ 2023 bei einem Konzert in Seattle beobachtet. Nun tritt die Sängerin in Hamburg auf - und Forschende nutzen die beiden Konzerte, um die Funktionsweise ihres seismischen und geo-akustischen Messnetzwerks „Wave“ in und um die Science City Hamburg Bahrenfeld zu demonstrieren: Die durch die zwei Kilometer entfernt stattfindenden Taylor-Swift-Konzerte erzeugten Vibrationen werden mit Sensoren aufgezeichnet, die seismischen Signale per Livestream übertragen.

Geophysikerinnen und Geophysiker haben bereits in verschiedenen Ländern die durch Taylor-Swift-Konzerte erzeugten Wellen gemessen, allerdings verfügt die Science City über ein Messnetzwerk mit einmaliger Auflösung.

rof. Dr. Céline Hadziioannou, Professorin für Seismologie an der Universität Hamburg und Mitglied des Koordinationsteams von „Wave“

Dafür setzt das Netzwerk auf Glasfaserkabel als seismische Sensoren:

  • „Wave“ umfasst insgesamt 19 Kilometer Glasfaser, was 19.000 Sensoren entspricht.
  • Diese erlauben es, Bodenbewegungsdaten in einer bisher nicht erreichten Dichte über große Entfernungen aufzuzeichnen.
  • Auch der „Petra-III“-Beschleuniger, der Röntgenlaser European XFEL und weitere Teile des Campus Bahrenfeld bzw. des DESY werden in diesem Zusammenhang als Messstationen genutzt.
Wir möchten die Konzerte von Taylor Swift nutzen, um zu zeigen, wie das ‚Wave‘-Netzwerk funktioniert und welche Aussagen damit möglich sind.

Prof. Dr. Oliver Gerberding, Professor für Gravitationswellendetektion an der Universität Hamburg

Das Netzwerk bildet eine einmalige und innovative Infrastruktur für Geophysik, Physik und insbesondere für Großforschungsanlagen. So sollen zukünftig unter anderem Veränderungen im Untergrund, etwa des Grundwassergehalts oder der Untergrundtemperatur, mit „Wave“ beobachtet werden. Auch Experimente zur Gravitationswellendetektion im Rahmen des Exzellenzclusters „Quantum Universe“ der Universität Hamburg sind geplant.

Die Livestreams starten an beiden Konzerttagen um 18 Uhr und sind kostenlos sowie ohne Anmeldung nutzbar. Einen ersten Livestream-Testlauf gab es bereits für die Vibrationen des letzten EM-Spiels im Volksparkstadion.

Koordiniert wird das Netzwerk neben Prof. Hadziioannou und Prof. Gerberding von Prof. Dr. Katharina-Sophie Isleif (Physik/Messtechnik, Helmut-Schmidt-Universität) und Dr. Holger Schlarb (DESY). Beteiligt sind zudem Forschende des European XFEL und des Deutschen Geo-Forschungs-Zentrums Potsdam.

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