Feinstanzen Feinstanzteile in neuester Technologie

Redakteur: Karl-Ullrich Höltkemeier

Fritz Schiess produziert komplexe Feinstanzteile nach der neuesten Technologie. Mit neuen Pressen konnte die Effizienz der Fertigung gesteigert werden. Was in Konstruktion und Werkzeugbau intelligent gelöst wird, kann nun noch schneller umgesetzt und produziert werden.

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Feinstanzteile sind immer stärker gefragt. Beim Feinstanzen, auch Feinschneiden genannt, werden in einem Arbeitsgang komplexe Werkstücke mit glatten, rechtwinkligen Schnittflächen hergestellt, die sich ohne zusätzliche Bearbeitung als Funktionsflächen einsetzen lassen. Die Hubzahl der Pressen war in der Vergangenheit oft ein limitierender Faktor in der Produktion. Mit einer neuen Generation von Feinstanzpressen hat der Erfinder der Technologie, die Schweizer Firma Fritz Schiess, die Effizienz der Fertigung erhöht und liefert große Stückzahlen in kürzester Zeit.

Erste Fremdpresse der Firmengeschichte

„Wir haben zum ersten Mal in der über 80-jährigen Firmengeschichte eine neue Presse nicht selbst gebaut, sondern bei einem fremden Hersteller gekauft“, berichtet Verkaufsleiter Iwan Wuest. „Das zeigt, welches Vertrauen wir in den Hersteller haben, aber auch, welche Erwartungen wir damit verknüpfen.“

Die beiden neuesten Pressen der X-TRA Generation mit Servotechnologie steigern die Produktivität und schonen die Werkzeuge durch den reduzierten Schnittschlag. Sie ergänzen die 50 anderen selbst gebauten Feinstanzpressen und erweitern die Kapazität des Anbieters. Für einen Kunden werden so mehrere Millionen Stück eines Feinstanzteils pro Jahr produziert.

Die Technologie des Feinschneidens ist heute aus der industriellen Massenfertigung von Präzisionsteilen aus metallischen Werkstoffen nicht mehr wegzudenken. Durch die Fertigung hochpräziser Werkzeuge produziert Schiess komplexe Feinstanzteile aus bis zu 12 mm starkem Stahlblech. Die Teile werden anschließend weiteren Arbeitsgängen zugeführt oder auch, je nach Kundenwunsch, zu kompletten Baugruppen montiert. Vor allem für die Fahrzeugindustrie werden sicherheitsrelevante Teile gefertigt, die dem Anspruch null-PPM genügen müssen.

Nach dem Feinstanzen weiterbearbeiten

Herkömmliche Stanzpressen sind für das Feinstanzen nicht geeignet. Die Firma Schiess hat deshalb seit der Erfindung des Verfahrens ihre Pressen, die, mit besonderen Werkzeugen bestückt, Blechteile mit exakt rechtwinkligen Schnittflächen erzeugen, stets selbst gebaut. Die beiden neuen Pressen mit 1600 und 3200 kN Gesamtkraft erweitern die Möglichkeiten von Schiess. Durch weitere Bearbeitungsschritte der feingestanzten Teile wie zum Beispiel Biegen, Entgraten, spanende Bearbeitung oder eine Wärme- und Oberflächenbehandlung, erhalten die Kunden Teile zum sofortigen Einbau nach ihren Anforderungen.

Auf dem Weg zum ‚bevorzugten Lieferanten’

Die 1920 gegründete Fritz Schiess AG produziert mit über 50 Pressen Feinstanzteile. Namensgeber Fritz Schiess-Forrer hatte 1922 das Patent für seine Erfindung des Feinstanzens erhalten. Heute erzielt das Unternehmen mit 170 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von rund 25 Mio. Euro. Kunden kommen aus den Bereichen Maschinenbau, Elektrogeräte, Fotoapparate, Textilmaschinen, Haustechnik und aus der Automobilzulieferindustrie. Zu den besonderen Teilen zählen Zahnräder, Teile mit kleinen Bohrungen oder schmalen Stegen, aber auch ganze Baugruppen.

Iwan Wuest abschließend: „Bei einem unserer Kunden, dem weltgrößten Automobilzulieferer für Sicherheitstechnik, sind wir auf dem Weg, zum bevorzugten Lieferanten ernannt zu werden.“

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