Heute wurden die Gewinner des jährlichen Innovationspreises des Europäischen Patentamts (EPA) gekürt. 13 Finalisten standen in den Kategorien Industrie, Forschung, KMU und Nicht-EPO-Staaten zur Wahl. Wir stellen die Sieger vor.
Die ausgezeichneten Erfindungen sind vielfältig. Sie reichen von optimierten kohlenstoffbasierten Materialien für Ultrakondensatoren über Flüssigmetallbatterien zur Speicherung von Energie bis hin zur Entgiftung kontaminierter Böden durch metallfressende Pflanzen sowie einer medizinischen Plattform zur Herstellung therapeutischer Krebsimpfstoffe.
(Bild: EPA)
Im Rahmen eines neuen Hybridformats, an dem das Publikum weltweit online teilnehmen konnte, wurde heute der jährliche Innovationspreis des Europäischen Patentamts live vergeben. Die Zeremonie würdigt Erfinderinnen und Erfinder, die mit ihrer Arbeit dazu beitragen, einige der größten globalen Probleme unserer Zeit zu lösen.
Kategorie Industrie
Der Europäische Erfinderpreis in der Kategorie Industrie geht an Jaan Leis, Mati Arulepp und Anti Perkson für optimierte kohlenstoffbasierte Materialien für Ultrakondensatoren. Die estnischen Wissenschaftler haben ein Material entwickelt, das sich "curved graphene" - zu deutsch: gekrümmtes Graphen - nennt und als Elektrode in Ultrakondensatoren für schnell aufladbare, langlebige Energiequellen sorgt, die in der Industrie und in Elektroautos zum Einsatz kommen.
Weitere Finalisten in der Kategorie Industrie waren:
Frank Herre, Hans-Georg Fritz, Timo Beyl, Marcus Kleiner und Benjamin Wöhr – Die deutschen Ingenieure haben eine revolutionäre Karosserielackierung entwickelt, bei der kein Tropfen Farbe verschwendet wird.
Frédérick Pasternak – Der französische Luftfahrtingenieur macht mit einem neuen satellitengestützten Wettermessgerät Wettervorhersagen und Klimamodelle der nächsten Generation möglich.
Kategorie Forschung
In der Kategorie Forschung gewinnt die französische Chemikerin Claude Grison mit ihrer Erfindung zur Entgiftung kontaminierter Böden durch metallfressende Pflanzen. Sie hat ein Verfahren entwickelt, mit dem Metallelemente mithilfe von Pflanzen aus kontaminierten Böden rund um Abbaustätten extrahiert und als "Ökokatalysatoren" zur Herstellung neuer Moleküle für die chemische, pharmazeutische und kosmetische Industrie eingesetzt werden können.
Weitere Finalisten in der Kategorie Forschung waren:
Elena García Armada – Die spanische Forscherin hat das weltweit erste anpassungsfähige Roboter-Exoskelett für Kinder im Rollstuhl erfunden. Sie erhielt für ihre Erfindung den Publikumspreis.
Johan Martens, Tom Bosserez und Jan Rongé – Die belgischen Forscher haben ein Solarpanel entwickelt, das sauberen Wasserstoff aus Sonnenlicht und Umgebungsfeuchte erzeugt.
Kategorie KMU
Gewinner der Kategorie KMU(Kleine und Mittlere Unternehmen) sind das schweizerisch-französische Wissenschaftlerinnen-Duo Madiha Derouazi und Elodie Belnoue. Sie und ihr Team haben erstmals eine medizinische Plattform zur Herstellung therapeutischer Krebsimpfstoffe entwickelt, die dem Immunsystem eines Patienten helfen, Krebszellen in seinem Körper zu erkennen und zu zerstören.
Weitere Finalisten in der Kategorie KMU waren:
Nuno Correia, Carla Gomes – Die portugiesischen Ingenieure und ihrTeam haben eine schwimmende Solaranlage mit Ausrichtung nach dem Sonnenstand entwickelt.
Nuria Espallargas und Fahmi Mubarok – Das spanisch-indonesische Forscherteam hat eine innovative Keramik-Spritzbeschichtung erfunden, um industrielle Komponenten besser vor Verschleiß zu schützen.
Joachim Fiedler – Der deutsche Unternehmer hat originelle und unkomplizierte Magnetverschlüsse erfunden, die sich heute in Dutzenden von Alltagsprodukten finden, von Fahrradhelmen bis hin zu Autositzen.
Kategorie Nicht-EPO-Staaten
Gewinner in der Kategorie Nicht-Europa-Staaten ist der kanadisch-amerikanische Chemiker Donald Sadoway mit seiner Erfindung einer Flüssigmetallbatterie zur Speicherung von Energie in großem Maßstab. Seine Flüssigmetallbatterien können Sonnen- und Windenergie speichern. Sie behalten auch nach 5 000 Ladezyklen noch 99 % ihrer ursprünglichen Kapazität. Zudem besteht die Batterie aus lokal vorhandenen Rohstoffen und ist daher eine kostengünstige Lösung für die langfristige Speicherung.
Weitere Finalisten in der Kategorie Nicht-Europa-Staaten waren:
Ido Sella und Shimrit Perkol-Finkel Die israelischen Wissenschaftler haben einen lebensfreundlichen Beton zur Förderung der Artenvielfalt im Meer im Umfeld von Infrastrukturen wie Dämmen entwickelt.
Marco Stampanoni (Schweiz) und Zhentian Wang (China) Die Forscher und ihr Team ermöglichen mit ihrer Erfindung die bessere Erkennung von Brustkrebs durch Phasenkontrast-Röntgen bei gleichzeitig sicherer Strahlenmenge.
Young Inventors prize
Da sich beim Young Inventors prize auch nach mehreren Abstimmungsrunden der Jury kein eindeutiger Gewinner abzeichnete, erklärte das EPA den ersten Platz für unentschieden.
Der eine erste Preis geht an die amerikanische Wissenschaftlerin Erin Smith. Sie hat eine KI-gestützte App entwickelt, die anhand von Videomaterial die Früherkennung der Parkinson-Krankheit ermöglicht. Dies könnte dabei helfen, die Entwicklung der Krankheit zu verlangsamen. Der andere erste Preis geht an das belgisch-britische Unternehmerduo Victor Dewulf und Peter Hedley. Sie haben ein KI-gestütztes System zur Abfallerkennung und Sortierung entwickelt, mit dem Abfallentsorgungseinrichtungen Müll schnell und genau trennen können, um sicherzustellen, dass mehr Abfall recycelt wird. Der zweite Preis geht an die brasilianische Innovatorin Rafaella de Bona Gonçalves. Sie hat biologisch abbaubare Hygienebinden und Tampons für wirtschaftlich benachteiligte Bevölkerungsgruppen in ihrem Land erfunden, die aus leicht verfügbaren Ernteabfällen bestehen.
Jeder der beiden Erstplatzierten erhält ein Preisgeld in Höhe von 20 000 EUR, die Zweitplatzierte bekommt einen Betrag von 10 000 EUR.
Preis für das Lebenswerk
Den Preis für das Lebenswerk erhält Katalin Karikó. Die ungarische Biochemikerin hat eine Methode entwickelt, mittels derer sich Boten-Ribonukleinsäure (mRNA) so verändern lässt, dass sie in den menschlichen Körper eingebracht werden kann, ohne ihm zu schaden. Damit war der Weg geebnet, sowohl für die Verwendung in Impfstoffen gegen COVID-19 und andere Krankheiten als auch für künftige Behandlungen von Krebs und Herzerkrankungen.
Stand: 08.12.2025
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