3D-CAD-Software Ergonomische Steuerpulte für die Industrie konstruiert in 3D-CAD-Technik
Lange gab es zum Industrie-PC keine Alternative. Nachteile wie etwa ein hoher Preis, sparsame Ausstattung und kleine Bildschirme mit reduzierten grafischen Darstellungsmöglichkeiten, waren aber irgendwann nicht mehr akzeptabel. Herkömmliche Desktop-PCs boten bei niedrigeren Preisen wesentlich mehr. Warum also nicht diese einsetzen? Herkömmliche Industrie-PCs waren fest eingebaut und frontseitig gegen äußere Einflüsse geschützt. Auch Desktop-PCs müssen vergleichbar geschützt werden. An der Maschine ist hierfür oft nicht genügend Platz vorhanden. Die Idee: der PC „wandert aus“. Derartige Steuerungssysteme liefert die Firma LOHMEIER aus Vlotho. In deren Konstruktionsabteilung wird das 3D-CAD-System SolidWorks eingesetzt.
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Gegründet wurde die Firma LOHMEIER Schaltschrank-Systeme 1963 von Fritz Lohmeier in Vlotho (Ostwestfalen). Ursprünglich als Gehäuselieferant für Baustellen tätig, erweiterte LOHMEIER sein Produktportfolio auf die gesamte Palette der Gehäuse, angefangen bei Klemmkästen, über Bus- und Systemgehäuse, Wand-, Anreih- und Großschaltschränke, Schaltpulte und Pultsysteme bis hin zu PC-Systemschränken und –pulten. Ein umfangreiches Zubehörprogramm sowie mechanische und elektrotechnische Systemkomponenten runden das Angebot ab.
Neu- und Weiterentwicklungen entstehen in der Konstruktion
Für ein innovatives Unternehmen versteht es sich von selbst, dass hier zukunftsorientierte, hochmoderne CAD-Systeme zum Einsatz kommen. Bereits seit 1997 konstruiert man bei LOHMEIER nicht mehr auf Papier. Zum Einsatz kommt seit dem die Software CADKey, die vor allem als 2D-System eingesetzt wurde und auch heute in bestimmten Fällen für „Schnellschüsse“ genutzt wird.
Die wachsende Zahl komplexer Kundenanfragen, die vor allem 3D-Modelle verlangen, sowie die Intention, das zugegebenermaßen bis dato unvermeidbare Fehlerpotential in der Konstruktion zu eliminieren, führten in logischer Konsequenz zu der Entscheidung, ein modernes 3D System anzuschaffen. Damals standen neben SolidWorks die Systeme Mechanical Desktop, HICAD, Caddy ++ und CADKey in der Auswahl. Komplexität, umständliche Bedienung, geringe Verbreitung und ein fehlendes oder ungenügendes Blechbearbeitungsmodul sowie der Preis bildeten den Kanon der KO-Kriterien für diese Systeme. Die Entscheidung fiel für SolidWorks.
Gesucht – gefunden: SolidWorks
Heute kommt bei LOHMEIER die Software an drei Arbeitsplätzen zum Einsatz, und das sehr produktiv. Die Anschaffung zweier weiterer Plätze ist geplant. „Mit SolidWorks haben wir in kurzer Zeit unsere anspruchsvollen Ziele verwirklichen können“, erläutert Entwicklungsleiter Rixe. „Der Einstieg in die parametrisierte Konstruktion ist gelungen. Darüber hinaus bietet SolidWorks einzigartige Möglichkeiten der Kommunikation mit unseren Kunden, unter anderem durch das Visualisierungstool eDrawings. eDrawings erlaubt uns, komplette 3D-Modelle zu versenden.
Der Kunde hat dann die Möglichkeit, mit Hilfe eines kostenlosen Viewers sein Produkt von allen Seiten bis ins Detail zu begutachten. Die 3D-Konstruktion unterstützt uns darüber hinaus hervorragend bei der Darstellung für unseren Katalog.“
Stefan Rixe schätzt vor allem den innovationspreisgekürten FeatureManager des 3D-Systems, der das „Auf- und Abwandern“ innerhalb der Konstruktion erlaubt: „Durch die Möglichkeit mit eigener Namensgebung und eigenen Ordnerfunktionen arbeiten zu können, wird die Übersichtlichkeit der Konstruktion enorm erhöht“, schwärmt Rixe. „Die selbsterklärenden Modelle haben logischerweise auch zu einer schnelleren Freigabe der Konstruktionen geführt.“
SolidWorks konstruktiven Praxis-Einsatz
Der Topdesk TD-600, LOHMEIERs Alternative zum herkömmlichen Steuerpult, war eine echte Herausforderung für die Konstruktionsabteilung. Bei der Entwicklung des Gehäuses wurde besonderer Wert auf Ergonomie, Funktionalität, Flexibilität und Design gelegt. Die Hauptelemente des Systems sind das bis zu 180 Grad schwenkbare, multifunktionale Steuergehäuse und ein variables Unterschranksystem.
Erst noch 2D dann immer mehr 3D
In der Anfangsphase wurden die Zeichnungen für dieses Projekt noch in 2D erstellt. Drei Mitarbeiter waren sechs Wochen lang mit Entwicklung und Konstruktion befasst. „Heute machen wir so etwas natürlich von Anfang an in 3D. Wenn man alleine bedenkt, was für einen Aufwand wir früher getrieben haben, um die räumlichen Abhängigkeiten festzustellen, zum Beispiel um den Drehpunkt festzulegen“, erklärt Stefan Rixe. „Da haben wir dann ein Pappmodell gebaut. So etwas können wir heute natürlich komplett, exakter und mit viel weniger Zeiteinsatz aus dem 3D-Modell abgreifen.“
Die Konstruktionsdaten werden nun peu à peu in den SolidWorks Modellbestand übertragen. Die Flexibilität und die Möglichkeiten der Anpassung des Standardmodells an besondere Wünsche der Kunden werden dann deutlich einfacher.
Als PDM-Lösung kommt in Vlotho COMPASS zum Einsatz
Die Vorteile der Verwaltung der SolidWorks-Modelle mit dem EDM/PDM-System COMPASS sind offensichtlich: Die optimale Verknüpfung der SolidWorks Dokumente mit anderen Projekt- und Unternehmensdaten sorgt für eine übersichtliche Darstellung von Konstruktionsdaten und ihren Zusammenhängen. Daten erhalten mehr Sicherheit durch die Rechte- und Statusverwaltung und die kontrollierte Wiederverwendung, die selbstverständlich den Vermerk des Änderungsverlaufs mitführt.
Entwicklungsleiter Rixe und seine Mitarbeiter sind sicher, mit SolidWorks eine gute Entscheidung getroffen zu haben. SolidWorks wurde „on the fly“ eingeführt. „Nach einer Woche Schulung bei SPI waren meine Kollegen und ich in der Lage, mit dem Programm zu arbeiten. Zwar müssen wir uns alle hier zunächst noch an die neuen Konstruktionsrichtlinien und Vorgaben gewöhnen, und das Tagesgeschäft läuft natürlich weiter“, fasst Rixe zusammen. „Mit SolidWorks sind wir jedoch auf der richtigen Seite: Wir arbeiten mit einem hochmodernen, zukunftsorientierten 3D-CAD-System, das in punkto Funktionalität und Bedienerfreundlichkeit kaum Wünsche offen lässt. Wir können so unserem hohen Anspruch an unsere Produkte und den Wünschen unserer Kunden nach einem ausgewogenen Verhältnis von Preis und Leistung heute und in Zukunft umfassend gerecht werden.“ (hö)
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