Guss Enercon nimmt Gusszentrum Ostfriesland mit Lutro-Lackieranlage in Betrieb
Der Windenergieanlagenhersteller Enercon hat unlängst seinen jüngsten Unternehmensstandort, das GZO Gusszentrum Ostfriesland in Südbrookmerland/Georgsheil, offiziell eingeweiht. Investiert wurde dort unter anderem in eine Lutro-Lackieranlage.
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Das GZO stellt Gussteile her, die Enercon für seine E-82 Windenergieanlagen benötigt. Mit der Einweihung hat das GZO am 11 ha großen Standort offiziell die Produktion auf einer Fläche von rund 20 000 m² aufgenommen. Es ist die erste Gießerei in Deutschland, die speziell für die Serienproduktion von Gussteilen für die Windindustrie entworfen wurde.
Im GZO werden derzeit Statorglocken sowie Maschinenträger und Rotornaben gegossen. Nach gründlicher Vorbehandlung werden die Gussteile in der Lutro-Lackieranlage grundiert. Die kombinierte Spritz- und Trockenkabine mit Unterflurabsaugung und Trockenabscheidung (Maße: 7 m Länge x 8,5 m Breite x 5,5 m Höhe) ist in der Ausführung für das GZO gemeinsam mit dem Kunden entwickelt worden. So wurde die Anlage mit einer Hebebühne und einem Kranschlitz für den Transport der Komponenten ausgestattet.
Leuchtbänder sorgen für gutes Licht in der Lackierkabine
Wegen der überdurchschnittlichen 8,5 m Breite der Kabine wurde zusätzlich zu den üblichen seitlichen Leuchtbändern ein weiteres, in der Mitte angeordnetes Leuchtband integriert. Es sorgt für eine gute Beleuchtung in der Kabine mit einer Stärke von rund 1000 Lux.
Die Lackieranlage ist mit zwei sechsflügeligen Ein- und Ausgangstoren ausgeführt. Diese machen es möglich, die Bereiche Vorbereitung/Lackieren und Lager für die grundierten Gussteile komplett voneinander zu trennen. Die Apparatur der Lackieranlage ist platzsparend und staubgeschützt oberhalb der Kabine auf einem bauseitigen Stahlgerüst angeordnet, das auch die Stützfunktion für den Hallenkran übernimmt.
Lutro-Lackieranlage ist energiesparendem Gasflächenbrenner ausgestattet
Die Lutro-Anlage ist mit einem energiesparenden Gasflächenbrenner ausgestattet, der vor allem aufgrund seiner kurzen Aufheiz- und Abkühlzeiten überzeugt und einen Wirkungsgrad von nahezu 100 % erzielt. Mit dieser Technik lassen sich im Verglich zu herkömmlichen, indirekten Beheizungseinrichtungen bis zu 30 % der Energie sparen. Entsprechend reduziert sich der CO2-Ausstoß.
Zusätzlich wurde die Lackieranlage auf Anforderung von Enercon mit einer Wärmerückgewinnung ausgestattet. Der Wirkungsgrad der Kreuzstromwärmetauscher liegt bei etwa 50 %. Frequenzumformer minimieren den Stromverbrauch beim Anfahren der Ventilatoren und verhindern somit Stromspitzen. Die elektronische Drehzahlsteuerung der Ventilatoren macht es möglich, dass die Anlage außerhalb des Beschichtungsprozesses in den Sparbetrieb wechselt und bei einer gedrosselten Luftleistung (30 bis 40 %) entsprechend weniger Energie verbraucht.
Dreifach verfahrbare Scherenhubbühne in Lackieranlage integriert,
Für das effiziente und sichere Arbeiten in einer Höhe von über 3 m wurde nach den Vorgaben des Kunden eine elektrische, dreifach verfahrbare Scherenhubbühne integriert, die mit 300 kg Nutzlast zwei Lackierer sicher aufnehmen kann.
Die Herstellung von Korrosionsschutz-Beschichtungen erfordert eine exakte Abstimmung aller am Projekt beteiligten Parteien, da Windenergieanlagen extremen Umwelteinflüssen ausgesetzt und auf eine Laufzeit von 20 Jahren ausgelegt sind. Bei der Fertigung müssen alle Prozesse optimal ineinander greifen, was nur dann gewährleistet ist, wenn die Anlagentechnik und deren einzelne Module perfekt aufeinander abgestimmt sind.
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