Schweißen Eisenbahnschienen wirtschaftlicher reparieren
Corus Rail hat ein neuartiges Schweißverfahren entwickelt, mit dem sich einzelne Schäden auf der Lauffläche von Eisenbahnschienen deutlich wirtschaftlicher reparieren lassen.
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Der wesentliche Vorteil des neuen Verfahrens ist der Ersatz des konventionellen Lichtbogen-Handschweißens mit seinen häufigen und großen Qualitätsschwankungen durch automatisierte und besser kontrollierbare Arbeitsabläufe. Das halbautomatische Verfahren nutzt das offene Lichtbogenschweißen mit flussmittelgefüllter Drahtelektrode und erfordert lediglich eine niedrige Vorwärmtemperatur zur Steuerung der metallurgischen Veränderungen in der Wärmeeinflusszone. Das Verfahren wurde sorgfältig getestet, und derzeit fertigt der Hersteller ein erstes Gerät für Vor-Ort-Einsätze auf mehreren europäischen Schienennetzen, darunter in Frankreich und Großbritannien.
Auf jedem zweiten Kilometer entstehen Oberflächenschäden
Ursache der Oberflächenalterung bei Eisenbahnschienen ist das komplexe Belastungsmuster der Kontaktfläche zwischen Rad und Schiene durch das Rollen der Waggonräder. Die Vielzahl unterschiedlicher Schienenbauweisen und -profile sowie die unterschiedlichen Verkehrsarten verursachen dabei vielfältige Oberflächenschäden, die die Lebensdauer der Schiene verkürzen, wie etwa Dellen oder Kerben. Nach einer groben Faustregel entsteht auch in den bestgewarteten Eisenbahnnetzen auf jedem zweiten Kilometer ein solcher Schaden pro Jahr. Ein Ersatz solcher Schadstellen durch aluminothermisch verschweißte kurze Schienenstücke ist teuer und bringt zudem durch die Schweißnähte zwei neue Unregelmäßigkeiten in die Lauffläche, wodurch die Vorteile der warmgewalzten, bis zu 120 Meter langen Schienenstücke verloren gehen. Das konventionelle Alternativverfahren zur Reparatur solcher Schäden ist das manuelle Lichtbogenschweißen, das in zahlreichen Industriebereichen zum Einsatz kommt. Diese Technik ist jedoch zeitaufwändig und in hohem Maße abhängig von den individuellen Fähigkeiten des Schweißers. Außerdem verursacht sie oft interne Schädigungen, wie etwa Porositäten, die zu Materialermüdung und Schienenbrüchen führen, sofern sie nicht rechtzeitig durch eine Ultraschalluntersuchung entdeckt werden.
Teil 2: Vorteile des neuen Verfahrens
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