Reihenklemme Eine Klemme im Wandel der Zeit

Redakteur: Juliana Schulze

In den letzten Jahren hat sich die Reihenklemme kontinuierlich weiterentwickelt. Mittlerweile hat sie nicht nur eine „Klemmfunktion“, sondern hat sich zur aktiven „Funktionsklemme“ gewandelt.

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Die EN 60 947-7-1 definiert Reihenklemmen als Betriebsmittel zum Anschließen oder Verbinden elektrischer Leitungen. Reihenklemmen sind an- oder aufreihbar, haben zwei oder mehr voneinander wirkende Anschlussstellen und sind gegeneinander und gegen ihre Befestigungsauflage isoliert. Das klingt banal, ist es aber nicht. Denn in den unscheinbaren Isolierkörpern mit „Klemmfunktion“ steckt eine gehörige Portion Know-how. So haben sich Reihenklemmen kontinuierlich weiterentwickelt, beispielsweise mit integrierter Elektronik zur aktiven „Funktionsklemme“.

Kunststoffisolierte Anreihklemme revolutioniert Schaltschrankbau

Die Domäne von Reihenklemmen ist seit dem Jahr 1948 die „IP-20“ Welt – also Schaltschränke, Schaltkästen und Unterverteiler. In diesem Jahr produzierte Weidmüller die erste kunststoffisolierte Anreihklemme, ersetzte die bruchanfälligen Porzellankostruktionen und revolutionierte damit den Schaltschrankbau. Vier Jahre später wird die „Schaltanlagen-Anreihklemme“ (SAK) mit duroplastischen Kunststoffen als Isoliermaterial und patentiertem Zugbügel-(Schraub)anschluss entwickelt. Im Jahr 1960 gelang es dem Unternehmen als erstem Hersteller thermoplastische Kunststoffe auf Basis von Polyamid in Reihenklemmen einzusetzen. 1983 entwickelte Weidmüller mit BASF den modifizierten Kunststoff WEMID, er ist wesentlich flexibler und lässt sich dünnwandiger produzieren. WEMID bildet die Basis für die Reihenklemmenfamilien W-Reihe, Z-Reihe, I-Reihe und P-Reihe.

Richtige Komponentenauswahl reduziert Kosten

Ein Schaltschrank besitz die Funktionen des Wandelns, Trennens, Schützens und Sicherns. In der Automatisierungstechnik, im Maschinenbau und dem prozesstechnischen Anlagenbau werden unterschiedliche Signale in und aus dem Schaltschrank geführt - digitale Signale zum Schalten und Überwachen, analoge Signale zum Messen und Regeln. Je nach Applikation werden unterschiedliche Typen und Mengen von Signalen verarbeitet. Der klassische Maschinenbau verwendet vorwiegend digitale Signale unterschiedlicher Leistungen und Pegel. Diese gilt es dann an die Steuerungstechnik anzupassen und gegen Kurzschlüsse und Überspannungen abzusichern. Allerdings muss bislang eine nahezu unübersichtliche Vielzahl an Verbindungen (Signalführungen) im Ein- und Ausgang hergestellt werden. Die richtige Komponentenauswahl kann hier helfen, Kosten durch Material- und Zeiteinsparung zu reduzieren. Weidmüller beispielsweise integriert Verbindungstechnik und Funktion in einem Klemmengehäuse, das den Namen „Funktionsverbinder“ auch verdient.

Nutzenorientierte Funktionsintegration in 6 mm Baubreite

Signaltrennung und Schutz von Baugruppen sind Schwerpunkte einer jeden Funktionsintegration, sie lassen sich bei Weidmüller einfach und zügig in bestehende Schaltschrankkonzepte einbeziehen. Das Unternehmen bietet gleich mehrere Produktlösungen, welche die Klemmanschlusstechnik mit Elektronik kombiniert und in der 6-mm-Reihenklemme integriert.

Teil 2: Reihenklemmen haben zukünftig nicht nur die Funktion des „reinen Verbindens“

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