Gewindetrieb Eichenberger Gewinde: Dem Konstrukteur in die Hand gespielt

Redakteur: Karl-Ullrich Höltkemeier

Seit etwas über 50 Jahren beschäftigt sich Eichenberger Gewinde mit der Herstellung von Gewinden. Als typischer Familienbetrieb für Lohnfertigung 1953 gegründet und ausschliesslich im Heimmarkt tätig, entwickelte sich das Unternehmen zum international tätigen Produktionsbetrieb mit zurzeit über 100 Mitarbeitern.

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Vor gut zehn Jahren übernahm der heutige Geschäftsführer Kurt Husistein – zusammen mit engagierten Mitstreitern – das Unternehmen in einem Management-Buyout. Der markante Anstieg der Exporte zeigt, dass die Produkte nicht nur im Inland, sondern auch im Ausland geschätzt werden. Exportierte EAG im Jahre 1993 noch kaum fünf Prozent, so sind es heute gegen 70 Prozent die in 32 Länder gehen.

Damit macht Eichenberger den größeren Teil des Umsatzes im Ausland: An erster Stelle steht klar der EU-Raum, angeführt von Deutschland. Doch es gehen auch beachtliche Mengen in den Fernen Osten, zum Beispiel nach Taiwan und Korea, und selbst in Australien gibt es Kunden.

Gewinde: Nur das Rollen, aber dafür das ganze Rollen!

Eichenberger Gewinde AG (EAG) ist heute ein Unternehmen mit klar definierten Zielen: Gerollte Gewinde – also das Kaltverformen unter hohem Druck – und die Gewindetriebe (Spindeln und Muttern) kommen weltweit zum Einsatz. Es sind Erzeugnisse, die dem Anwender einen bedeutenden wirtschaftlichen Vorteil bringen.

«Carry», «Speedy» & Co.

Insgesamt sind es vier Produktlinien, die Eichenberger herstellt

Kugelgewindetrieb «Carry»: Der Schwerarbeiter - Der gerollte Kugelgewindetrieb ist dank seiner hohen Fertigungsqualität oft ein idealer Ersatz für geschliffene – und daher teure – Kugelgewindetriebe. Er eignet sich generell für alle Anwendungen, bei denen grosse Lasten kostengünstig und mit hohem Wirkungsgrad (Rollreibung!) bewegt werden sollen.

Steilgewinde-Kugelspindel «Carry Speedline»: Die Schnelle - Die verschleißfreie Steilgewinde-Kugelspindel ist gekennzeichnet durch ihre extrem hohe Steigung. Sie ermöglicht eine entsprechend hohe Verfahrgeschwindigkeit.

Steil-Kugelgewindetrieb «Carry Speedline» Typ E: Der Kleine - Damit eine schnelle Bewegung möglich wird, bedarf es einer großen Steigung – der Fachmann spricht von «überquadratisch». Gleichzeitig wünscht sich der Konstrukteur, dass die Abmessungen kleiner werden. Um diese Forderungen unter einen Hut zu bringen, platzierte man beim Typ E die Umlenkung in die Endkappe. Diese ist deutlich preiswerter, weil man die drei symetrischen Kunststoffteile nur noch zusammenstecken muss. Es ist also sowohl eine Frage der Konstruktion wie auch der Fertigung.

Diese Einheit (Spindel/Mutter) ist zum Teil auch mit Vorspannung erhältlich. Und das Gute daran: Die Mutter hat die gleiche Dimension, ob vorgespannt oder nicht.

Steilgewindespindel «Speedy»: Die Rasante - Die Steilgewindespindel, mit Steigungen bis 6 x Durchmesser – erlaubt die effiziente Umsetzung von Linear- in Drehbewegungen (Gleitreibung). «Speedy» trägt den Namen zu Recht: Einmalig ist das Verhältnis von Durchmesser zur Steigung, deshalb wurden noch nie mit so niedrigen Drehzahlen derart hohe Verfahrgeschwindigkeiten erreicht! Möglich macht dies eine Steigung bisher unbekannter Größe.

Rundgewindespindel «Rondo»: Die Ruhige – auch hier liegt Gleitreibung vor – ist die Alternative zu Trapezgewindespindeln, aber mit einem deutlich besseren Wirkungsgrad und äußerst ruhigen Laufeigenschaften.

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