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Deutlich leichter bei höherer Festigkeit
Schmiedeteile aus Magnesium-Knetlegierungen wie beispielsweise AZ31 oder AZ80 ermöglichen eine Gewichtsreduzierung, die im Vergleich zu Stahl bis zu 60 Prozent und zu Aluminium bis zu einem Drittel beträgt. Gleichzeitig wird gegenüber spanend hergestellten Werkstücken ein sehr gutes Verhältnis zwischen Rohmaterialeinsatz und fertigem Bauteil erzielt. Die endkonturnahe Herstellung der geschmiedeten Teile reduziert gleichzeitig den Nachbearbeitungsaufwand, woraus geringere Kosten für Energie und Zerspanwerkzeuge sowie ein verminderter Personalaufwand resultieren. Außerdem weisen Schmiedeteile eine höhere Festigkeit auf, die durch die Verdichtung im Herstellungsprozess und den gerichteten Faserverlauf entlang der Bauteilkontur entsteht. Sie wirkt sich insbesondere bei Bauteilen, die einer Biege-Wechsel-Beanspruchung ausgesetzt sind, vorteilhaft aus.
Innovationspotenzial für die Automobil- und Luftfahrtindustrie
Diese Vorteile machen den Einsatz von Magnesium-Bauteilen für alle Anwendungen interessant, bei denen eine Verringerung der Massenträgheit angestrebt wird, beispielsweise in der Luft- und Raumfahrt, der Automobilindustrie und dem Maschinenbau. So lassen sich aus Magnesiumknetlegierungen beispielsweise Strukturbauteile für Kraftfahrzeuge in einer Segment- beziehungsweise Knotenverbundbauweise herstellen, die mit modernster Fügetechnik verbunden werden können. Diese angepassten Konstruktionen sind in der Lage, bei minimalem Gewicht maximale Kräfte aufzunehmen und zu übertragen. In der Luftfahrtindustrie laufen derzeit Zulassungsverfahren für Bauteile aus Magnesiumlegierungen, die im Innenbereich von Verkehrsflugzeugen zum Einsatz kommen sollen. Dabei handelt es sich unter anderem um Strukturteile für Sitzkonstruktionen. (qui)
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