Simulationsprogramm Dummy stellt Verletzungsrisiko bei Seitenaufprall dar
Fünf deutsche Automobilhersteller, organisiert im PDB, haben zusammen mit verschiedenen Softwareanbietern, darunter ESI, einen Dummy mit einer verbesserten Biofidelity, mit dem sich das Verletzungsrisiko von Fahrzeugpassagieren bei einem Seitenaufprall bewerten lässt, entwickelt.
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Mit dem WorldSID 50th Finite Element (FE)-Modell, dem neuen, weltweit anerkannten, Dummy mit einer verbesserten Biofidelity (Darstellung des menschlichen Belastungsverhaltens), soll die Simulationsmodelle EuroSID-2 und US DOT SID zu ersetzt werden. Das WorldSID 50th FE-Modell basiert auf der aktuellen Version des physischen Dummys, dessen FE-Netz unter Anwendung der CAD-Daten der ISO 15830 aus dem Jahr 2005 entwickelt wurde. Die Entwicklung des WorldSID 50th FE-Modells basiert vor allem auf durch die PDB kommunizierte Kundenanforderungen. Validierungstests haben ein breites Spektrum in Fahrzeugumgebungen erwarteter Lastbedingungen abgedeckt. Der Validierungsprozess ging dabei deutlich über die Zertifizierung oder die Prüfung von Einzelkomponenten hinaus. Der vollständige Dummy wurde anhand verschiedener Hindernis-Schlittenversuche validiert, die das Verhalten im Fahrzeuginneren demonstrierten. Durch die Prüfung und Verbesserung der Versuchseinrichtungen und der entsprechenden virtuellen Modelle hilft die PDB den Herstellern, ihre hohen Qualitätsstandards im Bereich Fahrzeugsicherheit zuverlässig zu erfüllen.
Dummy-Modelle als Bewertungsgrundlage für Gesamtqualität eines Fahrzeugs
Da globale Märkte international gültige Regeln und Standards erfordern, sind entsprechend harmonisierte Sicherheitsbestimmungen unabdingbar. Die 2002 als Gemeinschaftsunternehmen von Audi, Mercedes, Porsche, BMW und Volkswagen im Bereich der Crashtest-Dummy-Technologie, Biomechanik und Simulation gegründete PDB engagiert sich in nationalen und internationalen Gremien, um die weltweiten Bemühungen hinsichtlich einer solchen Harmonisierung zu unterstützen. Die Forderung nach einem validierten und qualitativ hochwertigen FE-Modell wie dem WorldSID 50th ergibt sich auch aus der permanenten Notwendigkeit der Kostenreduzierung und Zeiteinsparung seitens der Fahrzeughersteller. Tatsächlich sind Dummy-Modelle für Fahrzeughersteller von entscheidender Bedeutung, da sie die Bewertungsgrundlage für die Gesamtqualität eines Fahrzeugs darstellen. Physische Dummys sind jedoch teuer und meistens dauert die Durchführung eines einzelnen Crashtest 6 bis 7 Stunden. Im Gegensatz dazu ermöglicht ein virtuelles Dummy-Modell die Durchführung dutzender virtueller Crashtests pro Tag.
„Während des Projekts war die Zusammenarbeit zwischen Audi und ESI hervorragend“, so Björn Hohage, Passagiersimulation, Seitenaufprall, AUDI AG. „Ich hatte die Möglichkeit, zu einem frühen Zeitpunkt im Entwicklungsprozess die letzten Verbesserungen des neuen, von ESI-Produktentwicklern entwickelten, WorldSID 50th FE-Modells zu testen und ihnen Feedback hinsichtlich möglicher Verbesserungen zu geben. Dieses neue Dummymodell ist nun für den Einsatz auf industriellem Niveau bereit.“ (jus)
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