Deutscher Gründerpreis Digitale Lösungen überzeugen die Jury

Quelle: Deutscher Gründerpreis 4 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Über einen Gründerpreis in der Kategorie Start-up dürfen sich zwei Würzburger freuen: Ihre KI-unterstützte Lösung für Mülltrennung lässt keine Verpackung unerkannt. Die Auszeichung für Aufsteiger geht an die digitale Hautarztpraxis Dermanostic, die per Smartphone-App diagnostiziert.

Künstliche Intelligenz und Smartphone-App: Digitales siegt beim 22. Deutschen Gründerpreis.(Bild:  DGP)
Künstliche Intelligenz und Smartphone-App: Digitales siegt beim 22. Deutschen Gründerpreis.
(Bild: DGP)

Biotechnologie, Elektrolyte „Made in Germany“, künstliche Intelligenz und Digitales standen im Finale des 22. Deutschen Gründerpreises, der am 24.09.2024 zum 22. Mal im ZDF-Hauptstadtstudio in Berlin vergeben wurde. Die Gründer von We Sort.AI aus Würzburg nahmen den Preis in der Kategorie Start-up für das KI-unterstützte Hochgeschwindigkeits-Sortieren von Abfall entgegen. Dermanostic aus Düsseldorf wurde als Aufsteiger für ihre Smartphone-App, eine digitale Hautarztpraxis, ausgezeichnet. Den seltenen Sonderpreis verliehen die Partner des Deutschen Gründerpreises an Deutschlands jüngsten Ölmüller Paul Belthle.

KI beschleunigt Mülltrennung deutlich

Besonders wichtig für die Umwelt ist die Fähigkeit, gefährliche Stoffe wie Batterien zu erkennen und zu entfernen und damit auch die Brandgefahr zu minimieren, ein aktuelles und dringendes Problem, für das bisher nur WeSort.AI eine Lösung anbietet. (Bild:  We Sort.AI)
Besonders wichtig für die Umwelt ist die Fähigkeit, gefährliche Stoffe wie Batterien zu erkennen und zu entfernen und damit auch die Brandgefahr zu minimieren, ein aktuelles und dringendes Problem, für das bisher nur WeSort.AI eine Lösung anbietet.
(Bild: We Sort.AI)

We Sort.AI aus Würzburg lassen keinen Joghurt-Becher unerkannt: Ob zerdrückt, zerkratzt oder verschmutzt, die künstliche Intelligenz der Gewinner in der Kategorie Start-up weiß genau, was sie da vorm elektronischen Auge hat. Die Sortierung ist schnell und fast 100 Prozent genau. Menschliche Sortierer brauchen fünf Mal länger und erreichen gerade einmal die Hälfte bei der Genauigkeit. Eine Dokumentation über Mülltrennung gab den Brüdern Nathanael (30) und Johannes Laier (29) den Anstoß, ein Unternehmen zu gründen. Sie wählten bewusst ein Feld, das eine hohe Relevanz für die Gesellschaft hat und gleichzeitig großes Potenzial für Innovation bietet.

Laudator Andreas Haffner, Vorstand für Personal- und Sozialwesen der Dr. Ing. h. c. F. Porsche AG: „Müllsortierung auf diesem Niveau – das gab es bisher noch nicht. Nicht mit einer KI, die ständig dazulernt und alles erkennt, was nicht in den Müll gehört. Die beiden Gründer arbeiten bereits mit den großen internationalen Playern der Branche zusammen. Man kann sagen: Im Müllgeschäft läuft nichts mehr ohne ihre KI.“

Schnelle Diagnose per App in verständlicher Sprache

Gibt’s dafür nicht ‘ne App? Die digitale Hautarztpraxis Dermanostic aus Düsseldorf, gegründet von Dr. Ole Martin, Dr. Alice Martin, Dr. Estefanía Lang und Patrick Lang, bietet Menschen mit Hautveränderungen eine unkomplizierte und schnelle dermatologische Behandlung. Die Vision: Jedem unabhängig von Ort und Zeit eine hochwertige dermatologische Versorgung zu ermöglichen. Dermanostic garantiert eine Diagnose und Therapieempfehlung innerhalb von 24 Stunden – und das denkbar einfach. Per Smartphone-App werden drei Fotos der Hautveränderung gemacht und einige Fragen beantwortet – die sogenannte Anamnese. Wenig später übermittelt der Dermanostic-Hautarzt per App die Diagnose, nicht in „Arzt-Latein“, sondern in verständlicher Sprache.

Die digitale Hautarztpraxis Dermanostic, gegründet von Dr. Ole Martin, Dr. Alice Martin, Dr. Estefanía Lang und Patrick Lang, bietet Menschen mit Hautveränderungen eine unkomplizierte dermatologische Behandlung(Bild:  DGP)
Die digitale Hautarztpraxis Dermanostic, gegründet von Dr. Ole Martin, Dr. Alice Martin, Dr. Estefanía Lang und Patrick Lang, bietet Menschen mit Hautveränderungen eine unkomplizierte dermatologische Behandlung
(Bild: DGP)

Prof. Dr. Ulrich Reuter, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands in seiner Laudatio: „Ihr habt eine erfolgreiche digitale Hautarztpraxis aufgebaut – mit Diagnose und Beratung per App. Euer klares Ziel: die größte digitale Hautarztpraxis Europas zu werden. 300.000 behandelte Patienten sprechen eine klare Sprache. Immer mehr Krankenkassen machen mit, und die Expansion nach Europa und Dubai ist bereits in Planung.“

Aufsteiger und Start-ups: Weitere Preise und Finalisten im Überblick

  • E-Lyte Innovations aus Kaiserslautern, die auf Forschung, Entwicklung und die enge Zusammenarbeit mit führenden Automobilherstellern und Zellproduzenten setzt und sich so als führendes Unternehmen in der Entwicklung und Produktion von Elektrolyten etabliert. „fobizz“ der 101 Skills GmbH, Hamburg wird von jeder zweiten Lehrkraft in Deutschland genutzt! Mit über 400.000 Nutzern ist es die führende deutschsprachige Plattform für Fort- und Weiterbildungen für Lehrkräfte. Als Anbieter von digitalen und KI-gestützten Tools für Lehrer und Schulen will Fobizz Maßstäbe in der digitalen Bildungslandschaft setzen.
  • Bluu Seafood aus Hamburg züchtet Fisch an Land. Ihre innovative Biotechnologie bietet eine nachhaltige Alternative zur industriellen Fischerei. Aus Fischzellen von atlantischem Lachs und der Regenbogenforelle werden Fischprodukte hergestellt, die sowohl in Geschmack als auch den Nährwerten konkurrieren können.

Die Preisträger und Finalisten in den Kategorien Start-up und Aufsteiger erhalten eine individuelle, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Beratung durch die Unternehmensberatung Porsche Consulting GmbH. Zudem übernehmen Kuratoriumsmitglieder des Deutschen Gründerpreises Patenschaften für die jungen Unternehmen. Sie erhalten außerdem ein Medientraining beim ZDF sowie Zugang zum Alumni-Netzwerk des Deutschen Gründerpreises.

Smarter Wasserhahn und junger Ölmüller

  • Der Deutsche Gründerpreis für Schüler:innen war bereits am 18. Juni 2024 in Hamburg verliehen worden. Sieger wurde das Team „The Tap“ vom Silverberg-Gymnasium in Bedburg bei Köln. Knapp 130 Liter Trinkwasser verbraucht ein Mensch in Deutschland durchschnittlich am Tag. Auch für Dinge wie die Bewässerung von Pflanzen und die Toilettenspülung nutzen wir meist Trinkwasser. Mit ihrem Wasserhahnsystem „The Tap“ können Nutzer mit einem einzigen Knopfdruck entscheiden, ob ihr benutztes Wasser in den Abfluss fließen soll, oder für eine erneute Nutzung als Brauchwasser zur Verfügung steht. Die Trennung von Trink- und Brauchwasser direkt am Wasserhahn ist eine waschechte Innovation, mit der die Schüler einen Beitrag für mehr Nachhaltigkeit leisten wollen.
  • Vor wenigen Wochen erst wurde Paul Belthle aus dem schwäbischen Beuron volljährig, nächstes Jahr macht er Abitur. Und doch betreibt der jüngste Ölmüller Deutschlands bereits seit mehreren Jahren eines der erfolgreichsten und gleichsam außergewöhnlichsten Food-Start-ups. Aus einem Weihnachtsgeschenk, einer Ölpresse, hat er ein erfolgreiches Geschäft entwickelt und gleich seine ganze Familie eingespannt – „Die Ölfreunde“. Die Partnervertreter von stern, Sparkassen, ZDF und Porsche würdigen dieses außergewöhnliche Engagement mit dem Sonderpreis der Partner des Deutschen Gründerpreises.

Der Deutsche Gründerpreis wird jährlich von den Partnern Stern, Sparkassen, ZDF und Porsche verliehen.

(ID:50178892)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung