Mit schichtweiser Plasmabehandlung die Bauteilfestigkeit beim FDM-Druck erhöhen
Beim Fused Deposition Modeling (FDM) sind inhomogene Fertigkeitswerte in Z-Richtung eine potenzielle Schwachstelle. Abhilfe kann eine Plasmabehandlung während des Bauprozesses schaffen. Das Fraunhofer IST entwickelt nun eine Ring-Plasmaquelle, die um die Düse des 3D-Druckers montiert werden kann.
(Bild: Fraunhofer IST / Paul Kurze)
Um die Haftung zwischen den einzelnen Lagen beim Fused Deposition Modeling (FDM-3D-Druck) zu verbessern, modifizieren Forschende am Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik IST gezielt die Schichten chemisch mithilfe von Atmosphärendruckplasmen. Dafür werden jetzt Plasmaquellen entwickelt, die in den 3D-Drucker integriert werden können. Mit dem Einsatz einer lagenweisen Plasmabehandlung bereits während des Herstellungsprozesses soll auch gleichzeitig eine Modifikation der Oberfläche in – vorher nicht vorbehandelbaren – Kavitäten ermöglicht werden.
Der Prototyp des Fraunhofer IST enthält aktuell eine miniaturisierte Punktquelle, mit der die gedruckten Oberflächen und Filamente hochaufgelöst modifiziert werden können. Langfristig ist geplant, eine Ringquelle zu verwenden, die um die Düse des 3D-Druckers montiert wird und dadurch eine direkte Behandlung während des Druckprozesses und ohne zeitlichen Mehraufwand erlaubt.
Inline-Messtechnik zur dauerhaften Kontrolle von FDM-Bauteilen
Um Fehler im FDM-3D-Druckprozess frühzeitig erkennen zu können, entwickelt das Süddeutsche Kunststoffzentrum (SKZ) eine zerstörungsfreie Inline-Prüftechnik auf Basis der passiven Thermografie. Hier der Temperaturverlauf eines fehlerfreien und eines fehlerhaften Druckbereichs (links) und ein Falschfarbenbild einer Thermografie Aufnahme während des FDM-3D-Drucks (rechts).
(Bild: SKZ)
Je mehr die Nachfrage nach additiv gefertigten Bauteilen steigt, umso dringlicher ist eine besser werdende Qualitätskontrolle in der Produktion. Besonders bei großvolumigen 3D-gedruckten Bauteilen sind auftretende Fehler mit hohen Zeiteinbußen verbunden. Beim Fused Deposition Modeling (FDM) weist die Thermografie aufgrund der Kombination der Filamenttemperaturmessung und der großflächigen Abbildung des Druckobjekts große Potenziale auf. Das SKZ entwickelt deshalb eine Inline-Messtechnik basierend auf passiver Thermografie, die eine dauerhafte Kontrolle der mittels FDM-3D-Druck hergestellten Bauteile ermöglichen soll.
Es konnte bereits gezeigt werden, dass sich gezielt erzeugte Fehlermerkmale in den aufgenommenen Temperaturverläufen zuverlässig erkennen lassen. Klassische Fehlermerkmale wie Unterextrusion oder eine schlechte Schichthaftung lassen sich durch Abweichungen in den Abkühlkurven klar von den Referenzschichten unterscheiden. Die generierten Messdaten können anhand klassischer Auswertealgorithmen in fehlerbehaftete und fehlerfreie Bereiche eingeteilt werden und bilden damit die Grundlage eines Datensatzes zum Training eines neuronalen Netzes. Dadurch wird eine Klassifizierung in i.o. und n.i.o. Objekte ermöglicht.
Ein schaltbares 3D-Druck-Material aus Strukturfarben
Strukturfarbmaterialien gibt es bisher nur in Folienform. Chemiker der Universität des Saarlandes haben jetzt Kunststoffpartikel für den 3D-Druck entwickelt, die Strukturfarben zeigen. Die im FDM-3D-Druck hergestellten schillernden Kunststoffteile können ihre Farbe unter äußeren Einflüssen ändern.
(Bild: Lukas Siegwardt)
Den Effekt kennt man von Schmetterlingen oder Opalen: Je nach Lichteinfall schillern die Tiere oder Edelsteine in verschiedenen Regenbogenfarben. Solche sogenannten Strukturfarben verblassen nicht und sind ungiftig. Künstlich konnten diese Farben bisher nur als dünner Film hergestellt werden. Wenn man an dem bunten Materialfilm zieht, Strom anlegt, die Temperatur oder den pH-Wert verändert, ändert er seine Farbe. Das Material ist damit beliebig schaltbar. Die Wandlungsfähigkeit der Strukturfarben wurde bisher nur durch ihre Zweidimensionalität begrenzt. Chemiker der Universität des Saarlandes haben nun Kunststoffpartikel entwickelt, mit denen im 3D-Druck dreidimensionale komplexe Objekte in Strukturfarben gefertigt werden können.
Für Strukturfarbmaterialien kommen Kunststoffpartikel zum Einsatz, die einen harten Kern und eine weiche Schale haben. Diese „perfekten Partikel“ sind allesamt identisch groß und identisch geformt. Sie bestehen in der Regel aus Materialien wie Polystyrol oder Ethylacrylaten. Das Saarbrücker Forschungsteam hat diese Ausgangsmaterialien nun so verändert, dass sie auch im 3D-Druck verarbeitet werden können. Dafür mussten die Fließeigenschaften des pulvrigen Ausgangsstoffes so verändert werden, dass sie die Düsen des Druckers nicht verstopfen und es musste die Temperaturbeständigkeit erhöht werden. Herausgekommen sind Kern-Schale-Partikel, die aus harten Polystyrolkernen und einer vergleichsweise weichen Schale auf Polyalkylacrylatbasis bestehen. Die monodispersen Partikel organisieren sich während des extrusionsbasierten 3D-Drucks selbst zu einer geordneten, dicht gepackten Gitterstruktur, was zu sichtbaren Reflexionsfarben nach Braggs Beugungsgesetz führt. Aus Strukturfarbmaterialien im 3D-Druck hergestellte Objekte könnten beispielsweise als Sensoren für allerlei Messmethoden oder als Fälschungsschutz für Waren dienen.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.