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Welche Lösungen sind in Simcenter gebündelt?
Das Simcenter-Portfolio umfasst alle Lösungen für 1D-Simulation, 3D-CAE und Tests von Siemens PLM Software. Bekannte Produkte wie LMS Test.Lab, LMS Imagine.Lab, NX Nastran, Femap, Star-CCM+, Heeds und andere gehören dazu. Die Weiterentwicklung, Integration und Abstimmung dieser Lösungen ist Teil ihrer zukünftigen Entwicklungsstrategie.
Außerdem führen wir ein neues Produkt ein: Simcenter 3D, den Nachfolger von NX CAE, LMS Virtual.Lab und LMS Samtech. Darüber hinaus werden Simcenter und Teamcenter im Rahmen des weiteren Product Lifecycle Management (PLM) zusätzlich abgestimmt.
Dank der leistungsstarken Solver, Co-Simulation und Tests für realitätsgetreuere Modelle sind mit diesen Lösungen Analysen in mehreren Bereichen und exakte multidisziplinäre Simulationen möglich.
Unterstützt wird das Simcenter-Portfolio von einem kompetenten Team für technische Dienstleistungen, das unseren Kunden beispielsweise bei der gemeinsamen Entwicklung, Technologietransfers, Anpassung von Tools, Prozessautomatisierung und weiteren Entwicklungsprojekten zur Seite steht.
Welche Vorteile haben diese Tools für Entwickler?
Die Vision der „Predictive Engineering Analytics“ für die Erstellung von digitalen Zwillingen erfordert in den einzelnen Entwicklungsphasen eine enge Zusammenarbeit zwischen den Entwicklern für mehrere Anwendungen und in unterschiedlichen Bereichen. Hier kann Simcenter helfen. Entwickler werden künftig über den Tellerrand blicken müssen. Natürlich behalten sie ihre Spezialisierung bei, aber sie haben viele andere Aspekte zu berücksichtigen und müssen eventuell Analysen außerhalb ihrer Spezialgebiete durchführen.
Was bedeutet das genau?
Stellen Sie sich vor, Sie sind für die Fahrdynamik verantwortlich. Wenn Sie nun lediglich die mechanischen Eigenschaften berücksichtigen, ohne zu wissen, wie die Steuerungen dieses Verhalten beeinflussen, erzielen Sie kein aussagekräftiges Ergebnis. Oder wenn Sie nicht wissen, wie zum Beispiel Änderungen an der Kraftstoffeffizienz andere Eigenschaften wie den Fahrkomfort beeinflussen, erzielen Sie schwerlich eine optimale Konstruktion. Mit einem integrierten Satz an Tools können Entwickler andere, auch ungewohnte Anwendungen viel einfacher bewältigen - was nebenbei auch der persönlichen Weiterentwicklung dient. Sie können erkennen, wie sich ihre Arbeit in das große Ganze einfügt, und sich an der Gesamtentwicklung beteiligen.
Welche Rolle spielen Prototypentests bei diesem Konzept?
Prototypentests bilden einen wichtigen Bestandteil – auf Testingenieure dürfte damit mehr Arbeit zukommen. Zunächst müssen sie bei der abschließenden Validierung prüfen, ob das Verhalten aller Produktvarianten unter allen Bedingungen erwartungsgemäß ausfällt. Angesichts der vielen intelligenten Systeme müssen weitaus mehr Betriebsbedingungen überprüft werden. Alles muss so schnell wie möglich erledigt werden, denn jede Verzögerung beim Prototypentest wirkt sich direkt auf die Markteinführung aus.
Sollten Testingenieure nicht schon früher im Entwicklungsprozess eingebunden sein?
Natürlich, der Nutzen von Simulationen lässt sich nur dann ausschöpfen, wenn die Modelle ausreichend genau sind. Dafür sorgen physische Tests. Nur durch ständige Überprüfung und Validierung von Bauteilen und die Vervollständigung virtueller Modelle durch gemessene Randbedingungen lassen sich realitätsgetreue Modelle erzielen.
Die multidisziplinären Eigenschaften moderner Produkte und neue, Kraftstoff sparende Leichtbaumaterialien stellen für alle am Entwicklungsprozess Beteiligten große Herausforderungen dar. Vermehrte Tests verschiedener Eigenschaften müssen eventuelle Erfahrungslücken wettmachen. Daher gehören physische Tests auf jeden Fall zu Simcenter.
Wie fügt sich Simcenter in die allgemeine Digitalisierungsstrategie von Siemens ein?
Die Digitalisierungsstrategie von Siemens bildet die ganzheitliche Vision für die Zukunft der Branche: das digitale Unternehmen. Wir wollen Herstellern dabei helfen, in einer vernetzten Wirtschaft wettbewerbsfähig zu bleiben. Unterstützt wird diese Vision unter anderem durch mobile Technologien, Cloud-Technologien, Datenanalysen und maschinelles Lernen. So entsteht ein digitaler Faden, der sich durch die gesamte Wertschöpfungskette zieht – von der Definition der Anforderungen bis zum endgültigen Einsatz.
Das Fundament für das digitale Unternehmen bildet die Siemens Digital Enterprise Software Suite. Die Digital Enterprise Software Suite, einschließlich PLM, verschmilzt die virtuelle Produktentwicklung mit der realen Produktion und Nutzung. Das Simcenter-Portfolio ist eine zentrale Komponente dieser Strategie: Es dient der Rückverfolgbarkeit zwischen diesen Phasen, bietet Prognosen der Produktleistung und schließt den Kreis zwischen den Anforderungen und dem Produkteinsatz.
Dann ist Simcenter also eine Kristallkugel für Entwickler?
Der Einsatz neuer Materialien und Fertigungsverfahren kann zu Komplikationen führen, die das Entwicklungsteam nicht immer vorhersehen kann. Die Fertigung eines Produkts kann auch einmal anders ausfallen als von der Entwicklung vorgesehen. Die digitale Lücke zwischen Entwicklung und Fertigung muss geschlossen werden, damit entsprechende Änderungen von Parametern auch auf den digitalen Zwilling übertragen werden können.
Nur mit einer realistischen multidisziplinären Simulationslösung mit effizienten Tests wie Simcenter kann der digitale Zwilling erfolgreich erstellt und laufend aktualisiert werden. Das Simcenter-Portfolio schließt den Kreis zwischen Nutzungsdaten und Entwicklung – für die laufende Aktualisierung und Nutzung des digitalen Zwillings. Siemens PLM Software setzt mit dem Simcenter-Portfolio alle wichtigen Puzzlestücke zusammen und verknüpft virtuelle Entwicklung und reale Leistungseigenschaften. So werden Innovationen geboren.
Vielen Dank, Herr De Clerck.
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