Energieeffizienz-Index Die Hälfte der Industrieunternehmen will 2035 klimaneutral sein

Quelle: Universität Stuttgart 2 min Lesedauer

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Unabhängig vom Klimaziel der Bundesregierung, im Jahr 2045 klimaneutral zu sein, streben über die Hälfte der für den EEI befragten Unternehmen an, dies bereits im Jahr 2035 zu erreichen. Etwas über 3 Prozent gaben dagegen an, die tatsächliche Klimaneutralität ohne Kompensationsmaßnahmen bis 2045 gar nicht zu schaffen.

Auf dem Weg zur Klimaneutralität werden diverse technische Maßnahmen umgesetzt (n=861, n‘=2.406).  (Bild:  EEP Energieeffizienz-Index)
Auf dem Weg zur Klimaneutralität werden diverse technische Maßnahmen umgesetzt (n=861, n‘=2.406).
(Bild: EEP Energieeffizienz-Index)

Das Institut für Energieeffizienz in der Produktion EEP der Universität Stuttgart erhebt seit 2013 halbjährlich aktuelle und geplante Aktivitäten der deutschen Industrie zur Energieeffizienz. Der EEI wird in Zusammenarbeit mit der Deutschen Energie-Agentur (dena), dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), dem Fraunhofer IPA und dem TÜV Rheinland sowie weiteren Partnern erstellt. Insgesamt 861 Teilnehmer haben sich im Erhebungszeitraum vom 16. September bis zum 25.Oktober 2024 zu den drei Teilindizes geäußert. Die Sonderfragen in der Wintererhebung adressierten die Anreize und Hemmnisse für die Emissionsreduktion.

Maßnahmen auf dem Weg zur Klimaneutralität

Zum Erreichen des selbst gesetzten Klimaziels werden verschiedene Maßnahmen umgesetzt.

  • Während 60 Prozent der Unternehmen ein Energieaudit und -management betreiben, optimieren jeweils drei Viertel der Unternehmen die Vertriebs- und Transportwege oder die Energieverbrauchssteuerung.
  • Technisch wird die Effizienz vor allem über die Gebäudeausstattung mit schneller umsetzbaren Querschnittstechnologien (86 Prozent), über die Produktionsmaschinen (62 Prozent) sowie die Eigenenergieerzeugung mit erneuerbaren Energien (57 Prozent) gesteigert.

Einflussfaktoren auf den Stellenwert von Energieeffizienz

Zum ersten Mal stuften 70 Prozent der Unternehmen die Erfüllung von gesetzlichen Vorgaben als Haupttreiber ihrer Effizienzbemühungen ein. Dies lässt vermuten, dass anstehende gesetzliche Fristen motivierend auf Unternehmen wirken und sich somit der Stellenwert von Energieeffizienz innerhalb der Unternehmen erhöht. Die wirtschaftliche Resilienz, die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit sowie die Verankerung der Klimaziele in der Unternehmensstrategie folgten als weitere positive Einflussfaktoren auf die Bedeutung von Energieeffizienz.

Erstmals stufen Unternehmen die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben als den positivsten Einflussfaktor auf den Stellenwert von Energieeffizienz ein (n= 861, n'= 2.609).(Bild:  EEP Energieeffizienz-Index – Wintererhebung 2024)
Erstmals stufen Unternehmen die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben als den positivsten Einflussfaktor auf den Stellenwert von Energieeffizienz ein (n= 861, n'= 2.609).
(Bild: EEP Energieeffizienz-Index – Wintererhebung 2024)

Gleichzeitig haben für 30 Prozent der Unternehmen die gesetzlichen Vorgaben einen negativen Einfluss auf ihre eigene Energieeffizienz.

64 Prozent der befragten Unternehmen geben an, sich aus Zeitgründen nicht intensiv mit Energieeffizienz zu beschäftigen. Als weitere negative Einflussfaktoren auf den Stellenwert von Energieeffizienz im Unternehmen folgen die fehlenden technischen Voraussetzungen mit 51 Prozent und die begrenzten finanziellen Möglichkeiten mit 48 Prozent.

Der Fokus der Unternehmen ist also insgesamt deutlich auf die eigene wirtschaftliche Lage und die Einhaltung von Gesetzen gerichtet. Wasserstoff spielt derzeit kaum eine Rolle bei den Unternehmen.

Alexander Sauer, Leiter des Instituts für Energieeffizienz in der Produktion (EEP) der Universität Stuttgar

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