Die DLR-Studie DEPA 2070 liefert fundierte Prognosen für langfristige Luftverkehrsstrategien. Entwickelt wurden verschiedene Szenarien für einen nachhaltigen Luftverkehr. Dabei bezog man auch wirtschaftliche und gesellschaftliche Perspektiven ein.
Im DLR-Projekt DEPA 2070 (Development Pathways for Aviation) wurden zukünftige Luftverkehrsszenarien in langfristigen Entwicklungspfaden bis zum Jahr 2070 analysiert. Das Projekt liefert belastbare Prognosen für die strategische Luftverkehrsplanung der kommenden Jahrzehnte und wurde nun erfolgreich abgeschlossen.
(Bild: DLR (CC BY-NC-ND 3.0))
Mit dem Projekt DEvelopment Pathways for Aviation up to 2070 (DEPA 2070) hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) eine umfassende Analyse zukünftiger Entwicklungspfade im Luftverkehr vorgelegt. Ziel war es, technologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Auswirkungen verschiedener Luftfahrtentwicklungen über einen Zeitraum von 50 Jahren systematisch zu bewerten. Trotz des erwarteten Wachstums des globalen Flugaufkommens zeigen die Ergebnisse, dass erhebliche CO₂-Einsparungen gegenüber 2025 möglich sind.
Im konservativen Szenario könnten die Emissionen pro 100 Passagierkilometer um rund 23 Prozent gesenkt werden.
Im progressiven Szenario, das den frühzeitigen Einsatz wasserstoffbasierter und batterieelektrischer Antriebe berücksichtigt, sind sogar Einsparungen von bis zu 89 Prozent denkbar.
Ein wesentlicher Bestandteil beider Szenarien ist der zunehmende Einsatz nachhaltiger Flugkraftstoffe (SAF – Sustainable Aviation Fuels). In Kombination mit neuen Flugzeugtechnologien könnten diese bereits ab etwa 2030 den Beginn einer klimaverträglicheren Luftfahrt ermöglichen.
Ein CO₂-neutraler Luftverkehr ist möglich, wenn wir heute die Weichen stellen und neue Technologien gezielt vorantreiben.
Dr. Markus Fischer, DLR-Bereichsvorstand Luftfahrt
Klimaschutz und Wachstum in Einklang bringen
„Die Luftfahrt bleibt auch langfristig ein zentraler Wirtschaftstreiber – ihr Wachstum wird weitergehen“, sagt Dr. Markus Fischer, DLR-Bereichsvorstand Luftfahrt. „Entscheidend ist, dass es uns gelingt, Klimaschutz und Wachstum in Einklang zu bringen. Die in DEPA 2070 untersuchten Szenarien zeigen: Ein CO₂-neutraler Luftverkehr ist möglich, wenn wir heute die Weichen stellen und neue Technologien gezielt vorantreiben.“
Die Ergebnisse aus DEPA 2070 liefern eine wichtige Basis für strategische Entscheidungen im Luftverkehr der kommenden Jahrzehnte. Die Studie ermöglicht es Behörden und Politik sowie der Luftverkehrswirtschaft und Industrie auf fundierte Szenarien und praxisnahe Lösungsansätze zurückzugreifen, um den Luftverkehr nachhaltig, wettbewerbsfähig und zukunftssicher zu gestalten.
Schreitet der techologische Fortschritt moderat oder schnell voran?
Im Mittelpunkt des Projekts standen zwei alternative Zukunftsszenarien für verschiedene Marktsegmente wie Mainliner, Regionalflugzeuge, Kleinflugzeuge, Business Jets und Überschallflugzeuge.
Das konservative Szenario nimmt einen moderaten, schrittweisen technologischen Fortschritt an.
Das progressive Szenario geht hingegen von einem schnelleren Markteintritt neuer emissionsfreier Technologien aus.
Beide Szenarien wurden unter Berücksichtigung eines prognostizierten Wachstums des weltweiten Luftverkehrs modelliert, der sich bis 2070 voraussichtlich verdoppeln wird. Neben Erkenntnissen aus der Vorgängerstudie DEPA 2050 wurden auch externe Einflussfaktoren wie Bevölkerungswachstum, Energiepreise und geopolitische Veränderungen einbezogen.
Verdopplung von Wertschöpfung und Beschäftigung erwartet
Neben den ökologischen Aspekten wurden auch wirtschaftliche und gesellschaftliche Effekte untersucht. Die erzeugte globale Bruttowertschöpfung des Luftverkehrs könnte sich bis 2070 von derzeit rund 1,1 Billionen Euro auf etwa 2,2 Billionen Euro verdoppeln. Auch die Zahl der Beschäftigten im Luftfahrtsektor wird voraussichtlich steigen – von etwa 17 Millionen heute auf mehr als 37 Millionen weltweit.
Auch neue Mobilitätskonzepte bieten großes Potenzial. DEPA 2070 zeigt, wie hybrid-elektrische Kurzstreckenflugzeuge, effizientere Flughafenzugänge oder Überschallverbindungen das Reisen künftig flexibler und schneller machen könnten. „Besonders auf innereuropäischen Strecken könnten Kombinationen aus kleinen Regionalflugzeugen und Schnellverbindungen gegenüber heutigen Reiseketten im Schnitt mehr als vier Stunden Reisezeit einsparen“, erklärt Studienleiterin Alexandra Leipold vom DLR-Institut für Luftverkehr. „Diese Entwicklungen könnten nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit des Luftverkehrs steigern, sondern auch die Erreichbarkeit strukturschwacher Regionen verbessern.“
Im Projekt wurden für alle von der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) festgelegten Kategorien – von Kurz- bis Langstrecke – neue Flugzeugkonzepte unter technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten bewertet. Dabei zeigte sich ein deutlich wachsender Bedarf an neuen Flugzeugen – sowohl durch den prognostizierten Nachfrageanstieg als auch durch notwendige Flottenerneuerungen.
Während im konservativen Szenario nachhaltig erzeugte Luftfahrtkraftstoffe als wichtigste Technologie gelten,
übernimmt im progressiven Szenario flüssiger Wasserstoff die zentrale Rolle.
Der Anteil batterie- und hybridelektrischer Flugzeuge bleibt begrenzt, wächst aber insbesondere im progressiven Szenario deutlich – trotz der heute noch bestehenden Reichweitenbeschränkungen. Sie könnten damit in Zukunft eine sinnvolle Alternative zum PKW-Verkehr bieten, insbesondere für den privaten und geschäftlichen Reiseverkehr.
Wie sich die Infrastruktur wandeln muss
Die Einführung neuer Technologien bringt zugleich neue Anforderungen an Flughäfen und Versorgungssysteme mit sich. In den nächsten Jahren sind strategische Entscheidungen gefragt – etwa zur zukünftigen Nutzung und Verteilung von Wasserstoff, SAF oder Strom an Flughäfen. Während in der kurzen Frist vor allem Planungssicherheit notwendig ist, beginnt in der mittleren Frist die Phase konkreter Investitionen. Langfristig wird es darum gehen, genügend Kapazitäten für alternative Energieträger und neue Flugzeugtypen bereitzustellen.
Stand: 08.12.2025
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Dieser Wandel erfordert eine enge und koordinierte Zusammenarbeit aller Akteure im Luftverkehrssystem. DLR-Forscherin Alexandra Leipold betont: „DEPA 2070 liefert erstmals ein umfassendes Bild möglicher Zukunftspfade der Luftfahrt. Damit schaffen wir eine belastbare Grundlage für politische Entscheidungen, Investitionen und die Forschung. Die große Herausforderung liegt jetzt darin, diese Szenarien aktiv zu gestalten und gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln.“
Folgeprojekt beleuchtet Unsicherheitsfaktoren für Luftverkehrssystem bis 2070
Aufbauend auf den Erkenntnissen von DEPA 2070 wurde bereits das Folgeprojekt „DEPA – ext.“ (DEvelopment Pathways for Aviation – extended) gestartet. Dort wird ergänzend untersucht, welche Unsicherheitsfaktoren – etwa Kapazitätsengpässe, globale Versorgungsprobleme oder strukturelle Veränderungen im Luftverkehrsnetz – bis 2070 auf das Luftverkehrssystem einwirken könnten.