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Verdoppelte Lebensdauer in der Praxis bestätigt
Die dynamischen Tragmomente - ausgedrückt in dynamischen Tragzahlen - bilden die Basis für die Berechnung der nominellen Lebensdauer von Kugelschienenführungen. Diese liegt bei den BSHP-Führungswagen durchgängig um rund 100 % höher als bei der Vorgängergeneration. Anders formuliert: Die neuen BSHP- Linearführungen haben eine doppelt so hohe Laufleistung.
Hierfür gibt die DIN ISO 14 728-1 die Berechnung vor. In der einfachsten Variante für die Berechnung der nominellen Lebensdauer wird ermittelt, bis zu welcher Laufstrecke eine 90-%ige Erlebenswahrscheinlichkeit besteht:
L10 = (C/Fm)³ x 105m
C steht hierbei für die Tragzahl und Fm für die dynamisch äquivalente Lagerbelastung. Übrigens: Nicht alle Hersteller berechnen wie Bosch Rexroth den Wert mit einer Laufstrecke von 100.000 Metern. Oftmals werden lediglich 50.000 Meter eingesetzt, was zumindest in optisch hohen Werten resultiert. Die nominelle Lebensdauer dient als Anhaltspunkt und ermöglicht Vergleiche zwischen verschiedenen Modellen mit gleichen Parametern.
Für konkrete Anwendungen bildet das Unternehmen mit komplexeren Berechnungsmodellen auch unterschiedliche Geschwindigkeiten, Kräfte, Hübe, Beschleunigungen und weitere Faktoren ab. Die entsprechenden Berechnungen werden individuell und auf die Anwendung angepasst erstellt. Die theoretischen Berechnungen verifiziert das Unternehmen zudem in Versuchen. Die Führungswagen legen auf Testständen im Werk Schweinfurt mit unterschiedlichsten Belastungsprofilen wirklich 100.000 Meter und mehr zurück. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse bestätigen die gesteigerten dynamischen Tragzahlen und die höhere Lebensdauer.
Messbar höhere Oberflächengüte
Weitere Pluspunkte der neu gestalteten Einlaufzone der BSHP-Führungswagen sind eine höhere Ablaufgenauigkeit und vermindert Reibkraftschwankungen. Das verbesserte Ablaufverhalten hat messbare Effekte, die sich beispielsweise beim Schleifen zeigen. In der Fertigung im Werk Schweinfurt kommen die neuen Führungswagen in Produktions-Schleifmaschinen zum Einsatz. Bei ansonsten unveränderten Parametern verbesserte sich die Oberflächengüte messbar. Auch bei anderen spanenden und umformenden Bearbeitungsverfahren können damit höhere Bearbeitungsqualitäten erreicht werden.
100 % Flexibilität beim Austausch
Auch mit der neuen Führungswagen-Generation setzt Bosch Rexroth den Austauschbau konsequent fort. Die neuen Führungswagen passen uneingeschränkt auf bereits installierte Profilschienen der jeweiligen Baugröße. Standardmäßig sind sie auf Geschwindigkeiten bis zu 5 m/s ausgelegt, die Hochgeschwindigkeits-Kugelwagen sogar bis zu 10 m/s. Die Beschleunigungen dürfen Werte bis zu 500 m/s² erreichen.
Die BSHP-Kugelschienen-Führungswagen gibt es in zahlreichen Bauformen und Materialien. Darunter sind auch rost- und säurebeständige Ausführungen nach DIN EN 10088. Führungswagen aus Aluminium sparen bis zu 60 % Gewicht im Vergleich zum Werkstoff Stahl. Das umfangreiche Zubehörprogramm reicht von pneumatischen Brems- und Klemmelementen bis hin zu einem integrierten Wegmesssystem. Dieses positioniert auf +/- 4 µm genau, arbeitet induktiv und berührungsfrei. Damit ist es unempfindlich gegenüber Verschmutzungen und elektrischen Feldern.
Allseitig angebrachte Schmiernippel mit Metallgewinde bieten einen hohen Freiheitsgrad beim Einbau der BSHP-Führungswagen. Die verschiedenen Dichtungs- und Abstreifervarianten decken auch branchenspezifische Anforderungen wie häufige Reinigungszyklen oder Schutz vor Spänen ab. Eine Langzeitschmierung für mehrere Jahre oder ein Minimalmengenschmiersystem mit integriertem Depot bei Ölschmierung verringern den Wartungsaufwand deutlich. Das Abdeckband aus korrosionsbeständigem Federstahl sorgt für eine glatte Führungsfläche auf der Profilschiene und reduziert die Montagezeit. (ud)
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