Rotorblattmontage Der „Bunny“ von Ematec
Ematec forciert mit der „Bunny“-Version seiner Rotorblatttraverse (RBT) die effektive Hasenohrmontage bei getriebelosen Windkraftanlagen. Die RBT „Bunny“ von Ematec lässt sich in der Horizontalen um bis zu 35 ° neigen.
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„Bereits im vergangenen Jahr ist uns mit der Vorstellung unserer Rotorblatttraverse ein großer Wurf gelungen, denn wir haben mit unserer Neuentwicklung den Sicherheitsstandard in der Montage von Windkraftanlagen neu definiert. Derzeit haben wir Anfragen aus Japan, USA und Korea. Mit der Innovation ,Bunny‘ legen wir jetzt nach und bieten nun auch eine effiziente und vor allem absolut sichere Lösung für die Hasenohrmontage bei getriebelosen Anlagen an“, erklärt Manfred Eberhard, Vorstand bei Ematec. Beim Einsatz der „Bunny“-Traverse von Ematec muss kein Hilfsmotor eingesetzt werden, um die Nabe beim Anbringen des zweiten und dritten Rotorblattes zu drehen.
Getriebelose Anlagen immer beliebter
Getriebelose Anlagen werden bei der Installation von Windparks immer beliebter, weil aufgrund der Masseeinsparung im Turm die Anlagen insgesamt wirtschaftlicher dimensioniert werden können.
„Wir bieten den Windanlagenherstellern nun zum richtigen Zeitpunkt das passende Werkzeug, damit sie diesen Trend weiter vorantreiben können und damit auch diese neue Art der Einzelblattmontage besonders sicher bei ihren Projekten umsetzen können“, sagt Eberhard. Größter Vorteil der Einzelblattmontage gegenüber der bisher noch weit verbreiteten Sternmontage ist der wesentlich geringere Flächenverbrauch. Es muss bei der Installation deutlich weniger Waldfläche gerodet werden, und im Falle einer nötigen Demontage zum Austausch von Rotorblättern müssen später zur Sanierung von Anlagen nicht noch einmal Bäume abgeholzt werden.
Sicherheit bei der Montage
Das System umgreift die Rotorblätter komplett und fixiert diese blattschonend, aber so fest, dass sie sich auch bei Wind nicht lösen können. Somit sollen Unfälle durch herunterfallende Rotorblätter ausgeschlossen sein. Durch eine Weiterentwicklung der Greiftechnologie ist auch die Gefahr der Beschädigung der Rotorblätter gebannt worden. „Wir haben durch einige Anpassungen eine harmonischere Krafteinteilung erreicht“, erklärt Eberhard.
Auch die Handhabung der Ematec-Traversen ist noch einfacher geworden, denn durch die Umstellung auf eine Hohlkörperkonstruktionen ergibt sich eine Gewichtsersparnis von 30%, so dass die Traversen nun mit einer üblichen Dauerausnahmegenehmigung ganz einfach auf einem Tieflader zu transportieren sind. „Für den Logistiker ist bei seinen Transporten kein zusätzliches Genehmigungsverfahren nötig, das vereinfacht das Prozedere enorm und senkt ebenfalls die Kosten“, so Eberhard.
Von der Ankunft auf der Baustelle an dauert es gerade mal 30 Minuten, bis das erste Rotorblatt auf dem Weg nach oben zur Nabe ist. Lange Umbauarbeiten oder Rüstzeiten für die Selbstmontage entfallen genauso wie die Kosten für einen zweiten Kran. Zum Transport und bei Nichtgebrauch wird die Obertraverse einfach innerhalb des Greifers abgelegt. Dadurch ergibt sich eine sehr kompakte Einheit, die sich mit einem einzigen Kranhub auf- und abladen lässt. Die RBT bleibt dabei stets einsatzbereit montiert.

Die Traversen ermöglichen das Greifen der Rotorblätter in jeder beliebigen Drehlage. Die Blätter können direkt vom Trailer oder auch vom Boden aufgenommen werden. Sie werden von Vielgelenk-Greifarmen und großflächig gummierten Druckplatten umfasst, die formschlüssige Blattsicherung wird durch eine umgreifende Halteklaue sichergestellt.
Um die Windangriffsfläche so gering wie möglich zu halten, lassen sich die Rotorblätter in einem Winkelbereich von -10 °bis +95 ° pitchen. „Dadurch erreichen wir bei bestimmten Rotorblättern die Reduzierung der Windangriffsfläche um bis zu 50 %. Das gibt dem Monteur eine hohe Arbeits- und auch Projektsicherheit, denn er kann mit unserer Traverse selbst noch bei Windgeschwindigkeiten und Windböen sicher arbeiten, die mit anderen Systemen nicht mehr zu realisieren sind“, erklärt Eberhard.
35 ° Neigung um die Längsachse
Die „Bunny“-Konstruktion der Allgäuer Ingenieure lässt sich in der Längsachse um 35 ° neigen. Das ist die Grundvoraussetzung für die Hasenohrmontage. Bereits die Standardversion der Rotorblatttraverse von Ematec ermöglicht eine Neigung von 6 °, so dass ein nicht 100 %ig im Schwerpunkt erfolgter Blattanschlag problemlos ausgeglichen werden, ohne dass ein mehrmaliges Anschlagen und Austarieren des Rotorblatts über den Bediener nötig wäre. Außerdem lässt sich das Rotorblatt die ganze Zeit über in horizontaler Lage transportieren.
Die Kombination von Pitch- und Neigefunktion bringt beim Blattanschluss an der Nabe Vorteile, denn das Blatt kann millimetergenau an die Bohrlöcher für die Befestigungsschrauben angeschlossen werden. Durch den Einsatz von flexiblen Rundschlingen bei der Kranaufhängung der Rotorblatttraverse ist ein uneingeschränkter Einsatz an allen Hakengrößen möglich.
Beim Arbeiten mit der Ematec-Traversen sollen die Rotorblätter vor Beschädigungen geschützt sein. Die Greifplatten sind kardanisch gelagert und passen sich automatisch der Blattkontur an. Die Gummidruckplatten gewährleisten einen sicheren Halt, auch bei nasser Witterung. Sie sind licht- und alterungsbeständig und hinterlassen keine Greifspuren, außerdem lassen sie sich ohne Werkzeug auswechseln. Als Option ist für die Demontage im Winter ein Greifset für den sicheren Halt von vereisten Flügeln erhältlich. 
Der zusätzliche Notfallmotor kann im Bedarfsfall nicht nur über die Funkfernsteuerung, sondern notfalls auch per Hand gestartet werden. In der Praxis bewährt haben sich auch die beiden an der Traverse angebrachten Scheinwerfer zum Ausleuchten des Arbeitsbereichs.
Technische Details:
- Greifbereich: Individuell anpassbar auf die Blattfamilie
- Transportmaße: 11,7 m x 3 m x 3 m (L x B x H); Wirtschaftlicher Straßentransport mit nur einem Sattelauflieger möglich, Gewicht: ca. 18 t
- Energieversorgung: Autarke, redundante Energieversorgung über zwei Diesel-Hydraulikaggregate mit Generator
- Greiferantriebe: Redundante Ausführung
- Bedienung: Funkfernsteuerung mit zwei Funksendern inklusive Übergabefunktion für Bodenpersonal und für Nabenpersonal, inklusive Anzeige von Betriebszuständen.
- Zusatzbeleuchtung: Zwei Scheinwerfer zum Ausleuchten des Arbeitsbereichs, über Funk abschaltbar.
- Zertifizierung: Die Rotorblatttraversen wurden vom TÜV Süd baumustergeprüft, inklusive Lasttest mit zweifacher Nennlast.
Das Unternehmen stellt seine Neuheit auch in Form eines Modells auf der Wind-Energy Hamburg vom 23. bis 26. September vor.
Wind-Energy Hamburg, Halle 1, Stand 104
(br)
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