Eine partikelarme Umgebung ist für die Produktion in zahlreichen Branchen ein Muss. Erfahren Sie jetzt, wie Sie Reinräume besonders effizient gestalten.
Beispiel für modulare Reinraumtechnik: Die Laminar Flow Box mit höhenverstellbarem Arbeitstisch von item Industrietechnik verwendet ein rostfreies Lochblech als Arbeitsfläche. So wird die Verdrängungsströmung ohne Verwirbelung abgeleitet. Die integrierte Haube können Sie individuell auf Ihren Produktionsprozess abstimmen
(Bild: item)
„Sämtliches Interieur im Reinraum, wie Stühle, Tische und andere Gegenstände, muss die hohen Anforderungen an Reinräume erfüllen“, sagt Kevin Haas. Als Produktmanager und Reinraum-Experte bei item kennt er die entscheidenden Faktoren in der Reinraumtechnik genau. Es geht vor allem um die Realisierung einer partikelarmen Umgebung. Dafür können Sie reinraumtaugliche Komponenten aus dem item Systembaukasten nutzen, die speziell für diesen Einsatz entwickelt wurden. So lässt sich ein modulares Einfasssystem für bündige Flächen zur Konstruktion reinraumtauglicher Wände und Decken einsetzen. Die Aluminiumprofile haben glatte und geschlossene Oberflächen, was zwei Vorteile bietet: Einerseits sind sie leicht zu reinigen, andererseits verhindern sie die Ablagerung von Partikeln. Eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung ist im Reinraum ebenfalls entscheidend. Da jede einzelne Bewegung Partikelverwirbelungen verursacht, sollten die Mitarbeitenden unnötige Bewegungen vermeiden. Das modulare Baukastenprinzip von item vereint beide Aspekte der Reinraumtechnik.
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Vorgaben für Mensch und Material in der Reinraumtechnik
Strenge Regeln und Normen bestimmen die Produktion im Reinraum. Die allgemeinen Anforderungen für Reinräume im technischen Bereich sind in der DIN EN ISO 14644-1 festgelegt. Diese Norm teilt die Partikelkonzentration in neun Reinraumklassen von ISO 1 bis ISO 9 ein. Niedrigere Klassen erfordern eine höhere Luftreinheit. In ISO-Klasse 1 sind z.B. pro m³ nur 10 Partikel größer oder gleich (≥) 0,1 µm zulässig. In Klasse 6 liegt der Grenzwert bei einer Million Partikel. Der EU-GMP-Leitfaden beschreibt Reinraumklassen speziell für die Lebensmittel- und Arzneimittelindustrie und bietet detaillierte Informationen zur Vermeidung mikrobiologischer Verunreinigungen. Für die GMP-Risikoanalyse gibt es vier Reinraumklassen: A bis D. Für die sterile Produktion verlangt Klasse A die höchste Reinheit.
Im Reinraum sind zwei Faktoren entscheidend: spezielle Ausstattung und verantwortungsbewusstes Personal. Für die Reinraumtechnik gilt laut Kevin Haas: „Oberstes Gebot ist die Verhinderung von Partikelemissionen und -ablagerungen. Daher versucht man, Reibung zwischen Bauteilen und horizontalen Flächen möglichst zu vermeiden.“ Das Personal muss strenge Kleidungsvorschriften und präzise Ankleideroutinen beachten. Vorsichtiges Verhalten im Reinraum ist ebenfalls wichtig, um Sicherheit zu gewährleisten. Hektische und unkontrollierte Bewegungen wirbeln schnell Partikel auf. Daher sollten Sie regelmäßige Schulungen veranstalten, um Ihre Mitarbeitenden für die Risiken im Reinraum zu sensibilisieren. „Es gilt, ein reinraumgerechtes Bewusstsein zu schaffen. Das ist zusätzlich zu den technischen Aspekten eine besondere Herausforderung bei der Umsetzung von Projekten im Reinraum“, erklärt Kevin Haas.
Personal in der Medizintechnik muss besonders präzise und sorgfältig arbeiten. Erfahren Sie im kostenfreien item Leitfaden, warum Ergonomie hier einen wichtigen Beitrag leistet. Zusätzlich lernen Sie die Erfolgsstory des Medizintechnikunternehmens Olympus kennen:
Mit kleinen Reinraumlösungen Kosten und Platz sparen
Bei mehrstufigen Prozessen werden unterschiedliche Reinheitsklassen benötigt. Diese Prozesse finden häufig in großen Reinräumen statt. In der Regel legt man diese Räume nach der höchsten benötigten Klasse aus, weshalb sich Standardlösungen nicht realisieren lassen: „In sensiblen Produktionsumgebungen gibt es manchmal Bereiche, die noch höhere Reinheitsgrade aufweisen müssen“, erklärt Kevin Haas. Die Anforderungen sind je nach Industrie, Branche und Produkt unterschiedlich. Für die meisten Reinraum-Anwendungen reichen die ISO-Klassen 7 oder 8 aus. Doch die Einrichtung großer Reinraum-Lösungen ist oft kostenintensiv, besonders im Hinblick auf die gesamte Lebensdauer eines Reinraums. Eine zusätzliche Herausforderung ist der begrenzte Platz in der Produktion. Und zum Teil wird nur in bestimmten Produktionsbereichen Reinraumtechnik benötigt. Mit Lösungen auf item Basis haben Sie eine platzsparende und kosteneffiziente Alternative.
„Häufig ist die Schaffung gesonderter kleinerer Reinraumsysteme die kostengünstigere Alternative zu großen Reinräumen. So entsteht quasi ein Reinraum im Reinraum“, sagt Kevin Haas. Diese Lösungen werden Minienvironments genannt. Mit item können Sie ein Minienvironments zusammenstellen, z.B. aus einer Laminar Flow Box mit Filter-Fan-Unit und einem höhenverstellbaren Arbeitstisch. Eine Filter-Fan-Unit zieht Luft ein, reinigt sie und erzeugt eine laminare Luftströmung. So entsteht Sauberkeit im Prozessbereich. Die saubere Luft verdrängt vorhandene Partikel und minimiert Kontaminationen. Parallel lässt sich die Luft gleichmäßig durch ein Lochblech abführen. „Mit diesen Minienvironments erreichen wir ISO-Klasse 5“, erklärt Kevin Haas. Ob einzelne Arbeitsplätze mit Laminar Flow Box, Teilumhausungen oder Maschinenkabinen: Realisieren Sie mit dem item Systembaukasten vielfältige Reinraum-Anwendungen. Je nach Anwendungsfall können Sie die Form, Größe und Ausstattung Ihrer Reinraum-Lösung flexibel anpassen. „Für die Qualitätskontrolle der Linse in der Kameraproduktion beispielsweise können Arbeitstische innerhalb eines Reinraums relativ einfach zu einem Reinraum-Arbeitsplatz höherer ISO-Klasse umfunktioniert werden“, sagt Kevin Haas.
Ergonomisches Arbeiten im Reinraum
In der manuellen Produktion ist die Beachtung ergonomischer Prinzipien bereits etabliert. Ergonomische Arbeitsplätze von item entlasten Mitarbeitende und steigern die Produktivität. Als bisher einziges industrielles System hat das item Arbeitsplatzsystem das Gütesiegel „geprüft & empfohlen“ der Aktion Gesunder Rücken (AGR) erhalten. Höhenverstellbare Tische und Stühle verbessern die Arbeitsbedingungen und passen sich optimal an jede Körpergröße an. Der dynamische Wechsel zwischen Stehen und Sitzen unterstützt die Gesundheit des gesamten Körpers. Perfekt abgestimmte Beleuchtung fördert die physische und psychische Gesundheit. Flexible Werkzeug- und Materialbereitstellung ermöglicht effizientes Arbeiten. Gerade im Reinraum sollten Sie auf Ergonomie achten, denn hier stellen die Bedingungen eine besondere Herausforderung dar: So findet die Arbeit in einem Raum mit trockener Luft statt, bei der die Schutzkleidung die Bewegungsfreiheit einschränkt. Außerdem strengt die optische Umgebung im Reinraum mit meist nur wenigen Farben die Augen an. Dies kann zu sinkender Konzentration und Fehlern führen. Ergonomie ist eine effektive Gegenmaßnahme und trägt gleichzeitig ihren Teil zur Luftreinheit bei: Im Reinraum verhindern ergonomische Maßnahmen unnötige Luftverwirbelungen durch Bewegung, indem jeder manuelle Prozessschritt an die jeweiligen Mitarbeitenden angepasst wird.
Die Laminar Flow Box von item zeigt die Gestaltungsmöglichkeiten besonders anschaulich: „Das Innere der Box kann mit Schwenkarmen zur Material- und Werkzeugbereitstellung oder anderen Komponenten aus dem item Arbeitsplatzsystem ausgestattet werden. Es lässt sich flexibel an die jeweiligen Anforderungen von Mensch und Prozess anpassen“, erläutert Marius Geibel, Produktmanager und Ergonomie-Experte bei item. Sie können modulare Reinraum-Arbeitsplätze gestalten, um schnell auf wechselnde Mitarbeitende und Prozessbedingungen zu reagieren: Die große Auswahl reinraumtauglicher Komponenten bietet Ihnen die nötige Flexibilität. Gleichzeitig werden Sie den Ansprüchen an eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung gerecht. Dieses Zusammenspiel wirkt sich positiv auf Gesundheit, Produktivität und Luftreinheit aus. Zusätzlich verstärkt ein Ergonomie-Schwerpunkt die Bindung zu den Mitarbeitenden: „Eine perfekt konzipierte Arbeitsumgebung ist nämlich auch ein Ausdruck der Wertschätzung und daher gerade in der heutigen Zeit ein wichtiger Faktor für Beschäftigte“, hebt Marius Geibel hervor. In Zeiten des Fachkräftemangels gewinnt dieser Faktor immer mehr an Bedeutung.
Stand: 08.12.2025
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