Studium Das Einmaleins der Produktentwicklung schon früh lernen

Quelle: THWS 3 min Lesedauer

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Ein technisches Problem ingenieurmäßig lösen, einen Prototyp entwickeln und sich auch über Fertigungstechniken und Kosten Gedanken machen: Das Entwicklungsprojekt, das zum Curriculum der Bachelorstudiengänge Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen an der THWS gehört, deckt all dies ab. Diesmal sollte ein automatisierter Raclette-Grill entwickelt werden.

Gemischte Teams der Fachrichtungen Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen an der THWS bauen Prototypen für Alltagsprobleme. Diesmal ging es um einen optimierten Raclette-Grill.(Bild:  THWS/Jörg Missbach)
Gemischte Teams der Fachrichtungen Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen an der THWS bauen Prototypen für Alltagsprobleme. Diesmal ging es um einen optimierten Raclette-Grill.
(Bild: THWS/Jörg Missbach)

Auch im Wintersemester 2024/2025 haben sich die Studierenden der Fachrichtungen Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) mit vielfältigen Aufgabenstellungen beschäftigt – immer anhand von alltagsnahen Problemstellungen. Einer der diesjährigen Aufträge: ein Raclette-Grill mit Abstands- und Servierautomatik.

Das verwendete Gerät war sehr umständlich zu bedienen, da ständig der Abstand neu eingestellt werden musste, der Schlitten sich immer wieder verstellte und außerdem der Käse sehr ungleichmäßig abschmolz.

Prof. Dr. Jörg Missbach

„Die Idee kam mir letztes Jahr an Silvester beim Raclette-Grillen. Das verwendete Gerät war sehr umständlich zu bedienen, da ständig der Abstand neu eingestellt werden musste, der Schlitten sich immer wieder verstellte und außerdem der Käse sehr ungleichmäßig abschmolz“, beschreibt Prof. Dr. Jörg Missbach, einer der betreuenden Professoren, die Themenfindung. „Daher bekamen meine beiden Gruppen als Aufgabe, hier ein verbessertes Produkt zu entwickeln“, so Prof. Dr. Missbach weiter.

Kulinarischer Abschluss: Der Raclette-Prototyp wurde am Ende der Produktpräsentation auch in der Praxis getestet.(Bild:  THWS/Jörg Missbach)
Kulinarischer Abschluss: Der Raclette-Prototyp wurde am Ende der Produktpräsentation auch in der Praxis getestet.
(Bild: THWS/Jörg Missbach)

  • Zunächst lernen die Studierenden mit Methoden des Projektmanagements, an die Aufgabe heranzugehen. Jedes Team hat eine Reihe von festgelegten Schritten zu erfüllen: Am Anfang steht die Recherche, welche Lösungen es bereits auf dem Markt gibt.
  • Außerdem müssen die Studierenden durch Gespräche mit dem Auftraggeber eine Anforderungsliste für das zukünftige Produkt erstellen.
  • Dann werden in den nächsten Schritten verschiedene technische Lösungen entwickelt und miteinander verglichen.
  • Für das beste Konzept werden technische Zeichnungen und ein CAD-Modell angefertigt sowie ein Prototyp gebaut und ein dazugehöriges Benutzerhandbuch angefertigt.
  • Im Fall des Raclette-Grills wurden die beiden Prototypen nach der Abschlusspräsentation einem ausgiebigen Test unterzogen.

Hilfestellung für Olympia: Tischtennisbälle effizienter aufsammeln

Ein weiteres Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Tischtennisverband und der Talentsucherin Andrea Voigt durchgeführt, die die Aufgabe haben, potenzielle Olympioniken in Bayern ausfindig zu machen. Auch im angehenden Profi-Tischtennis gilt: Zeit ist Geld. Während im professionellen Tischtennis teilweise mehrere 100 Bälle pro Minute gespielt werden, müssen diese in den Pausen wieder manuell von den Nachwuchstalenten aufgesammelt werden.

Die Studierenden hatten die Aufgabe, diese Zeit zu reduzieren und das Aufsammeln effizienter und angenehmer zu gestalten, als es mit den aktuell bestehenden Lösungen möglich ist. Dabei sei es eine Herausforderung gewesen, sich von den bestehenden Lösungen gedanklich zu trennen und mittels einer systematischen Vorgehensweise neue Konzepte zu entwickeln, so Prof. Dr. Nicolas Tiesler, der die Gesamtverantwortung für das Entwicklungsprojekt trägt. Neben Lösungsideen des klassischen Sammelns durch Kescher oder Sammelrohre entstanden auch Produkte, die geschlagene Bälle in geordnete Bahnen lenken und zu einem gemeinsamen Sammelpunkt transportieren.

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Im Team zusammenarbeiten

Um diese komplexen Problemstellungen anzugehen, braucht es laut Organisator Prof. Dr. Tiesler nicht nur eine ingenieurmäßig durchdachte, funktionierende Lösung, sondern auch ein konsequent durchgeführtes Projektmanagement, eine schrittweise aufeinander aufbauende Konzeptauslegung, einen nachvollziehbaren Auswahlprozess, eine kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Lösung mittels Fehleranalyse sowie eine saubere Dokumentation aller Schritte.

Die Studierenden präsentieren ihren Prototyp eines verbesserten Raclette-Grills (v. l.): Jan Konnerth, Emma Keidel, Prof. Dr. Jörg Missbach, Niklas Rabenstein und Simon Helbig.(Bild:  THWS/Jörg Missbach)
Die Studierenden präsentieren ihren Prototyp eines verbesserten Raclette-Grills (v. l.): Jan Konnerth, Emma Keidel, Prof. Dr. Jörg Missbach, Niklas Rabenstein und Simon Helbig.
(Bild: THWS/Jörg Missbach)

„Zunächst sind jede Menge Meetings nötig, wobei sich jedes Teammitglied einbringen muss. Das Sahnehäubchen bei den Abschlusspräsentationen ist ein Prototyp, mit dem die Teams die prinzipielle Funktionstüchtigkeit ihrer Lösung beweisen können.“ Aufgrund der knappen Zeit sowie Beschränkungen bei den technischen und finanziellen Möglichkeiten könne aber nicht jedes Team einen kompletten Funktionsprototyp bauen. Das Fazit von Prof. Dr. Tiesler: „Insgesamt wurden durchdachte Lösungen präsentiert – eine gute Vorbereitung für das zukünftige Arbeitsleben.“

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