Antriebssystem

Danfoss modernisiert Wiener Riesenrad mit neuer Antriebstechnik

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Mit Frequenzumrichter komfortabel Beschleunigen und Abbremsen

Zum Einsatz kommen jetzt zwei Danfoss Frequenzumrichter der Baureiche VLT AutomationDrive FC 302. Die modularen Frequenzumrichter lassen sich über optionale Funktionsmodule an jede Anwendung anpassen. Durch die integrierten Zwischenkreisdrosseln und EMV-Filter ist der Verdrahtungsaufwand und der Platzbedarf gering, denn externe Komponenten für EMV-Filterung und Netzrückwirkungen entfallen. Für mehr Fahrkomfort erfolgt jetzt sowohl die Beschleunigung als auch das Abbremsen über die Rampen des FC 302. Die beim Bremsen erzeugte Energie baut der Frequenzumrichter durch den intergriertem Bremschopper und den oben erwähnten Bremswiderständen ab.

Ebenso übernimmt der VLT AutomationDrive die Ansteuerung der Bremsen, die aber nur noch dem Halten während des Stillstands dienen. Über die integrierten Relais steuert der Umrichter die Bremsen zum optimalen Zeitpunkt an. Insgesamt führt dies zu einem geringeren Verschleiß an Antrieben und Bremssystem.

Mit an Frequenzumrichter angepasste Sinusfilter die Motoren schützen

Frequenzumrichter arbeiten für die Erzeugung der Ausgangsspannung der entsprechenden Frequenz mit einer hohen Taktfrequenz. Dies hat zur Folge, dass die Ausgangsspannung erst einmal nicht mehr sinusförmig ist, sondern mit Störungen verzerrt ist. Bei älteren oder nicht für den Betrieb am Frequenzumrichter ausgelegten Motoren kann dies zu einem höheren Verschleiß führen. Dieser rührt von höheren Motortemperaturen aufgrund von Oberschwingungen und Spannungsspitzen her, die im schlimmsten Fall die Isolierung schädigen und letztlich zu Durchschlägen in den Motorwicklungen und damit zu einer Zerstörung des Motors führen können.

Eine Lösung dieses Problems bieten Sinusfilter, die am Ausgang zwischen Frequenzumrichter und Motor eingebaut werden. Die Danfoss Sinusfilter sind speziell an die Danfoss VLT Frequenzumrichter angepasst und lassen sich sowohl im VVC+ Regelverfahren wie auch dem besonders drehmomentstarken Fluxvektor Modus betreiben. Hierbei begrenzen sie die Spannungsanstiegsgeschwindigkeit an der Motorisolation und die Amplitude der Spannungsspitzen, was die Wicklungen vor Überschlägen schützt. Aber auch bei Standardmotoren kann dies zu längerer Lebensdauer und erhöhter Betriebssicherheit führen.

Zusätzlich erzeugen die Sinusfilter im Gegensatz zu den einfacheren du/dt-Filtern eine sinusförmige Motorspannung. Dadurch lassen sich kostengünstige, ungeschirmte Motorleitungen einsetzen, was nicht zuletzt bei Um- oder Nachrüstung bestehender Anlagen Kosten einspart. Zu den bereits genannten Vorteilen reduzieren Sinusfilter auch die Geräuschbelastung im Motor und wirken sich positiv auf die Drehmomentwelligkeit und Lagerströme aus.

Einfache Inbetriebnahme mit grafischer Bedieneinheit

Überzeugt hat die Mitarbeiter von Petril auch die einfache und übersichtliche Inbetriebnahme mit der grafischen Bedieneinheit LCP 102. Durch das grafische Bedienfeld mit dem integrierten Quick Menü waren alle notwendigen Einstellungen rasch erledigt. Dabei bietet das Display eine Klartextanzeige für alle Größen sowie eine integrierte Hilfefunktion für eine Kurzinformation zu jedem Parameter.

Das Bedienpersonal des Riesenrads schätzt den Komfort, den der Umbau und die Aufrüstung auf zeitgemäße Technik mit sich bringen. So lassen sich die einzelnen Gondeln nun einfacher und genauer Positionieren, was auch zu mehr Sicherheit beim Einsteigen beiträgt.

Die über 100 Jahre alte Technik des Wiener Wahrzeichens fasziniert auch heute noch. Und gleichzeitig schafft der Einsatz der neusten Frequenzumrichtertechnologie den Brückenschlag ins nächste Jahrtausend. So ist sichergestellt, dass die 1916 bereits erteilte Abrissgenehmigung auch in Zukunft nicht zum Tragen kommt. Die Betreiber setzen auf stetige Erweiterung und Modernisierung des Riesenrads, um den Fahrkomfort, die Zuverlässigkeit und die Sicherheit für Besucher und Mitarbeiter auf einem Maximum zu halten. (mi)

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