Schweißen CMT Advanced fügt schwierigste Schweißnaht
Der Automobilzulieferer Magna Steyr hat im Lichtbogen-Wechselstromverfahren CMT Advanced von Fronius die Lösung für die extreme Spaltüberbrückung einer Alumium-Karosserie gefunden.
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Aluminium-Karosserien von Premium-Limousinen kleiner Stückzahlen bilden eine Herausforderung. „Eine kompromisslos hochwertige Verbindungsoptik ist gefragt. Weder Poren noch nachträgliches Spachteln sind akzeptabel“, erklärt Werner Karner, Leitung Fügezentrum Versuchsbau von Magna Steyr. Die Naht im Fallbeispiel verbindet das 1,1 mm dicke Blech der B-Säule mit dem gleich dicken des Daches. Beide bestehen aus der AlMgSi-Legierung 6014 und sind im Überlappstoß per Kehlnaht zu fügen. Diese gleicht die fertigungsbedingten Summenfehler aus der Höhendifferenz der B-Säule zum Dach aus. „Das ist die schwierigste Naht, die ich während meiner 30 Jahre Berufserfahrung erlebt habe“, erklärt der Schweißexperte Karner.
Spaltüberbrückung ohne Materialeinfall
Die auszufüllende Fugenbreite kann mehrere Millimeter betragen. Eine solche Spaltüberbrückung ohne Materialeinfall zu leisten heißt eine Maximalforderung erfüllen. Für den Produktionsprozess bei Magna stand vorher kein geeignetes Verfahren zur Verfügung. In der Fertigung bedeutete dies: jede B-Säule musste aufwendig nachbearbeitet werden. Auf der Suche nach einer wirtschaftlich überzeugenderen Lösung testeten die Verantwortlichen von Magna Steyr ein System des neuen Lichtbogen-Wechselstromverfahrens CMT Advanced. Gemeinsam mit den Experten des Entwickler- und Hersteller-Unternehmens Fronius fanden sie die passende Lösung. Das Resultat nach wenigen Tests unter Produktionsbedingungen war die sofortige Übernahme der Anlage in den Serienbetrieb der Roboter-Fertigung.
Metall mit geringem Wärmeeintrag fügen
Bei CMT Advanced kann der Anwender gezielt die Polarität des Schweißstromes wählen. Damit kann Metall mit noch geringerem Wärmeeintrag und gleichzeitig hoher Abschmelzleistung gefügt werden. Die extreme Lichtbogenstabilität erhöht die Prozesssicherheit. Dabei erfolgt der Polaritätswechsel während der Kurzschlussphase. die sonst negativen Effekte wie Lichtbogenabrisse und daraus resultierende Prozessinstabililtäten entfallen, weil im Kurzschluss kein Lichtbogen brennt. (jus)
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