Produktentwicklung Clevere Software unterstützt die Konstruktion komplexer Systeme

Von Ralf Steck 5 min Lesedauer

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Heizungen sind mehr denn je Thema in Zeiten, in denen Energie möglichst effizient eingesetzt werden muss. Mit seinen Heizkreisverteilern und Regelsystemen bietet die Straub KG aus Gotha innovative Heizungs- und Warmwasserlösungen. Die Konstrukteure setzen dafür auf Creo, Windchill und weitere clevere Softwaretools.

Beim Heizungs- und Warmwasser-Experte Straub kommen in der Konstruktion Lösungen von PTC und Inneo zum Einsatz. (Bild:  Straub)
Beim Heizungs- und Warmwasser-Experte Straub kommen in der Konstruktion Lösungen von PTC und Inneo zum Einsatz.
(Bild: Straub)

Der Boom der modernen Fußbodenheizungen begann in den 1970er Jahren. Hans Straub war also auf der Höhe der Zeit, als er 1978 im schwäbischen Bad Überkingen als erster Spezialanbieter seinen geschweißten Heizkreisverteiler auf den Markt brachte. Fußboden- oder Wandheizungen bestehen aus einer ganzen Reihe von Rohrleitungen, die vor dem Einbringen des Estrichs auf dem Fußboden verteilt werden. Beim Anschluss an Vor- und Rücklauf muss der unterschiedliche Strömungswiderstand der Rohrleitungskreise – bedingt durch unterschiedliche Leitungslängen und Kurven in der Verlegung durch Ventile so ausgeglichen werden, dass die Wärmeverteilung im gesamten Raum gleich ist. Heizkreisverteiler verbinden die Rohrkreise mit dem Zu- und Rücklauf der Heizungsanlage und sind üblicherweise in einem Kasten in der Wand untergebracht.

Nach den ersten geschweißten Verteilern entwickelte Straub 1984 neue Modelle, die in Fließpresstechnik aus Messing entstanden. Im Jahr 1998 präsentierte Straub den ersten Edelstahlverteiler der Welt. Dieser kann materialsparend durch eine selbstentwickelte Innenhochdruck-Umformtechnik aus einem Edelstahlrohr hergestellt werden und ist dadurch ebenso preiswert wie langlebig. Der neue Edelstahlverteiler und seine innovative Fertigungstechnik brachte dem Firmengründer im Jahr 2000 den Innovationspreis des Landes Baden-Württemberg ein. Schon im Jahr 1995 war im thüringischen Gotha ein Fertigungsstandort aufgebaut worden, der seither ständig gewachsen ist. Im Jahr 2008 erreichte die Straub KG eine Million produzierter Verteilerbalken.

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Über die Jahre erweiterte Straub das Produktportfolio um Ventile, Stellantriebe und Verteilerschränke und kann so Komplettlösungen anbieten. Das neueste Produkt sind Komplettsysteme, bei denen in einem Schrank sowohl die Heizungsverteilung und -Regelung als auch die Trinkwassererwärmung untergebracht ist. Solche Schränke lassen sich schneller und einfacher verbauen als diskrete Systeme, was bei Renovierungen ebenso vorteilhaft ist wie bei Neubauten. Mit dem EGO-Regelantrieb ist ein vollautomatischer, KI-unterstützter hydraulischer Ausgleich möglich.

Konstruktionsdaten jederzeit für alle Konstrukteure verfügbar

  • In Gotha befindet sich die Konstruktionsabteilung mit sieben Konstrukteuren, ein voll ausgestatteter Werkzeugbau und die Instandhaltungsabteilung für den mehr als 300 Mitarbeiter zählenden Standort. Schwerpunkt hier ist neben der Unterstützung der laufenden Produktion die Produktentwicklung sowie die Entwicklung betriebseigener Sondermaschinen.
  • Ein weiterer Teil des Technikteams mit vier Konstrukteuren ist nach wie vor in Bad Überkingen angesiedelt. Die Kollegen an diesem Standort werden ebenfalls durch einen eigenen Werkzeugbau unterstützt und betreuen die Entwicklung neuer Prozesse sowie die Konstruktion daraus abgeleiteter Sondermaschinen bis hin zu ganzen Montageautomaten.
An den beiden Standorten arbeiten insgesamt elf Konstrukteure. Wir setzen in der Entwicklung Creo 8 ein, erweitert um das AAX-Modul für die Bearbeitung großer Baugruppen sowie das NC-Programmiermodul Creo Prismatic and Multi-Surface Milling Extension. Die Datenverwaltung läuft über Windchill 12.

Denis Jahn, stellvertretender Konstruktionsleiter

Beide Standorte sind IT-seitig miteinander vernetzt und arbeiten mit der gleichen PDM-Datenbank – Konstruktionsdaten sind somit standortübergreifend und jederzeit für alle Konstrukteure verfügbar.

Konstruktionsleiter Forum

Produktentwicklung neu denken

Der Schlüssel für den Erfolg eines Unternehmens liegt in Konstruktion und Entwicklung. Hier entstehen innovative Produkte, die die Wettbewerbsfähigkeit sichern. Doch kennen Sie die Herausforderungen der Produktentwicklung im 21. Jahrhundert?

Das Konstruktionsleiter Forum will Konstruktions- und Entwicklungsleiter für Hürden sensibilisieren, sowie Tools und Methoden aufzeigen, um innovative Ideen strukturiert zu entwickeln und den Produktentstehungsprozess so schlank und effizient wie möglich zu gestalten.

AAX-Erweiterung stellt Bauteile vereinfacht dar

Jahn weiter: „Zur Aktualisierung von Altdaten hat uns Inneo deren Tool Model Processor empfohlen, mit dem wir jetzt die Modelle nach und nach auf das moderne Parameterkonzept der aktuellen Creo-Versionen umstellen. Model Processor ist wirklich sein Geld wert, das hat sich bei uns vielfach gezeigt. Massenänderungen und Überprüfungen, ob Modelle vollständig und richtig mit Metadaten versehen sind, lassen sich sehr schnell durchführen.“

Der Konstruktionsleiter zur Nutzung von AAX: „Eigentlich sind unsere Baugruppen gar nicht so groß, doch sie enthalten viele Kunststoffteile, die wegen ihrer fertigungsbedingten Radien und Entformungsschrägen viel Rechenzeit schlucken. Mithilfe der AAX-Erweiterung lassen sich diese Bauteile vereinfacht darstellen, was wiederum das Handling der Baugruppen sehr viel einfacher macht.“

„Der vollparametrische Ansatz von Creo hilft sehr beim Konstruieren“, so Jahn weiter, „denn das System erlaubt es nicht, an irgendeiner Stelle unsauber zu arbeiten. Sobald eine Geometrie nicht möglich ist, meldet sich die Software. Wir bauen unsere Modelle überwiegend so auf, dass Varianten mit wenigen Eingaben erzeugt werden können – denn das kundenspezifische Anpassen bestehender Bauteile ist eine der wichtigsten Arbeiten hier.“

Die einzelnen Lösungen greifen ineinander

Die Straub-Konstrukteure nutzen die Startup Tools von Inneo zum Aufrufen verschiedener Startkonfigurationen von Creo und zur Überprüfung der Metadaten mit dem Tool Parameter Manager. „Sehr gut gefällt mir, wie all die Programme ineinandergreifen“, erläutert Jahn, „Man kann in einer Oberfläche vom Modellieren in die NC-Programmierung oder auch in die Zeichnungserstellung wechseln – die Bedienungslogik bleibt immer dieselbe. Sogar für die Datenübergabe an Keyshot gibt es in Creo ein Plug-in.“ Mithilfe des ebenfalls von Inneo vertriebenen Keyshot erstellen die Konstrukteure fotorealistische Produktbilder für Kataloge, Marketing und Dokumentation.

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Vor allem bei Änderungen ist die Integration der Programme wichtig. Die geänderte Geometrie aktualisiert sich in alle nachgelagerten Prozesse, das NC-Programm kann ebenso mit wenig Aufwand aktualisiert werden wie die Zeichnung oder das Keyshot-Rendering.

Denis Jahn, stellvertretender Konstruktionsleiter

Jahn erinnert sich: „Wir haben in den letzten zwei Jahren sowohl Creo als auch Windchill aktualisiert, das klappte mit Unterstützung von Inneo fast reibungslos. Es lief fast alles remote, die Inneo-Mitarbeiter schalteten sich von Ellwangen aus auf unsere Server und gaben uns hinterher Feedback, das geändert und neu implementiert wurde.“ Und abschließend: „Wir arbeiten gut und gerne mit Inneo zusammen.“ Der Vertrieb mache fast alles möglich, der technische Support sei schnell mit Lösungen zur Stelle und auch mit den Schulungen habe man gute Erfahrungen gemacht.

Über Inneo

1984 als ISICAD gegründet ist Inneo Solutions heute in Deutschland, der Schweiz und Großbritannien Experte für Produktentwicklung (CAD/CAM und PDM/PLM), Projektmanagement und Informationstechnologien.
Das Unternehmen ist unter anderem langjähriger Partner von PTC, vertreibt dessen Lösungen für Konstruktion und Entwicklung und ergänzt sie durch verschiedene Add-ons wie die Startup oder die Genius Tools.

Zu Inneo Solutions.

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