CAD in der Praxis BZ Plankenhorn entwickelt Ergonomiemöbel mit der 3D-CAD-Software Autodesk Inventor

Redakteur: Karl-Ullrich Höltkemeier

Schreibtisch, Stehpult oder beides in einem? In Tannheim bei Villingen-Schwenningen entstehen aus Holz und Metall vielfältige Möbel für die Arbeitswelt. Seit der Hersteller BZ Plankenhorn auf 3D-CAD-Software von Autodesk setzt, bleibt mehr Zeit für kreative Ideen und perfekte Kundenberatung. Die Kombination der Autodesk Inventor Series aus 2D und 3D bewährt sich täglich.

Anbieter zum Thema

Dass langes Sitzen den Bewegungsapparat belastet, ist eine Binsenweisheit. Die BZ Plankenhorn Ergonomiemöbel in VS-Tannheim liefert rücken- und gelenkschonende Lösungen für Büros und Werkstätten: Hochwertige Steh- und Sitzarbeitsplätze, behindertengerechte Arbeitsplätze, Spezialarbeitstische für Uhrmacher, komplette Büroeinrichtungen, CAD-Arbeitsplatzlösungen und vieles mehr. Die Ergonomiemöbel sind im spezialisierten Fachhandel erhältlich.

Hohe Ziele für den CAD-Einsatz in der Konstruktion

Bis zum Jahr 2004 entwickelten die Konstrukteure die Ergonomiemöbel ganz konventionell am Zeichenbrett. Man wartete mit der CAD-Einführung, bis der Markt solche 3D-CAD-Systeme liefern konnte, die einen hohen Grad an Integration von Raum- und Möbelplanung, Ablaufsteuerung, Datenverwaltung und Präsentationsmöglichkeiten bieten. Die Ansprüche an ein solches System waren entsprechend hoch: mehr Flexibilität, mehr Effektivität in der Darstellung, Produktivitätszuwachs, höhere Qualität von Planung und Ergebnis, niedrigere Kosten beim Musterbau usw.

Mit diesen Zielen konfrontierte man verschiedene Systemanbieter. Dabei teilte man sich intern die Aufgaben: Während die Geschäftsleitung sich vor allem um Fragen der Integration und der Ablaufsteuerung kümmerte, blieb es den Konstrukteuren vorbehalten, das CAD-System auszuwählen, das mit möglichst weltweit gültigen Standards den Anforderungen entspricht. Gleichzeitig investierte man in eine moderne Hardware-Ausstattung.

Vieles spricht für Autodesk

Für das Konstrukteursteam, Mirko Abel und Tobias Moosmann, war die Autodesk Inventor Series die optimale Lösung. Dieses Softwarepaket ermöglicht sowohl die 2D- als auch die 3D-Konstruktion. Viele Kunden und Lieferanten nutzen die 3D-CAD-Software AutoCAD für ihre eigene Konstruktionsarbeit, so dass sich Daten schnell und problemlos austauschen lassen. Ein weiterer Vorteil ist, dass viele Anwender diese Software beherrschen.

Das wesentliche Wissen erwarben die Konstrukteure in privatwirtschaftlich organisierten Abendkursen und vor allem in der 5-tägigen Grundschulung des Systemhauses Keiler CA in Villingen-Schwenningen, das auch die Software geliefert hatte.

Mirko Abel bezeichnet seine Betreuer bei Keiler CA noch heute als „Inventor-Gurus“. Er hat auch später auf alle Fragen zur Anwendung, Anpassung und Konstruktionstechnik sehr schnell zufrieden stellende Antworten erhalten, die ihm in seiner Arbeit weiter geholfen haben. Die beiden Konstrukteure haben die anfallenden Aufgaben so aufgeteilt, dass sich jeder auf bestimmte Gebiete spezialisieren und seine Kompetenz weiter ausbauen konnte. „Besonders wichtig ist uns, unsere Arbeit, also auch alle Vorlagen und Einstellungen, exakt zu dokumentieren. Wenn die Abteilung wächst, müssen neue Mitarbeitende sich möglichst schnell in unsere Arbeit hineindenken können“, erklärt Mirko Abel.

2D und 3D im selben Projekt

Auch in der Nutzung von 2D- und 3D-Funktionen ergab sich eine Aufteilung: Die Grundrisse zur Planung von Räumen und Werkstätten entstehen mit Hilfe von AutoCAD, ebenso viele grundsätzliche Skizzen und grundlegende Planungen. Doch sobald Bewegung ins Spiel kommt, ist echte Maschinenbaukompetenz gefragt – diese Anforderungen lassen sich nur mit den 3D-Fähigkeiten von Autodesk Inventor erfüllen.

Viele Simulationen und Berechnungen lassen sich heute nicht mehr mit dem Taschenrechner durchführen. Detailliertes Wissen über Statik, Elektronik, Physik und Mathematik ist nötig, und dieses lässt sich mit Autodesk Inventor einfach und sicher verknüpfen. Blechabwicklung, Berechnung von Gewichten und Statik, Zeichnungsableitung aus 3D-Modellen, Import von 2D-Daten aus AutoCAD sowie die Berechnung und Darstellung von Bewegungsabläufen gehören zum Konstruktionsalltag.

Inventor Series in der Praxis

Ein Blick auf den Arbeitsablauf bei einer Sonderanfertigung zeigt, wie unentbehrlich die CAD-Lösung inzwischen geworden ist: Oft muss die Lösung in einen vorgegebenen Raum „hineinkonstruiert“ werden. In diesem Fall beginnen die Konstrukteure mit dem Grundriss des Büros – 2D in AutoCAD. Hier werden bereits die Details festgelegt, die der Kunde gefordert hat.

Danach setzt man das eigentliche Möbel aus vorhandenen oder neu konstruierten Bauteilen zusammen. Dabei muss der Konstrukteur die Größe der Tische berücksichtigen und die erforderliche Zahl und den Abstand der Hubsäulen ermitteln, die Einbauhöhen der Hubsäulen in Abhängigkeit von der Ausgangsgröße des Tisches festlegen, das 2-fach- oder 3-fach-Teleskop den Kundenwünschen entsprechend auswählen und die Einzelteile der Gestelltechnik zusammensetzen. Viele Teile liegen aus früheren Projekten vor und brauchen nur noch einge“baut“ zu werden. Das geht im Inventor schnell und einfach.

Autodesk Inventor erzeugt ein fotorealistisches Bild

Am Schluss wird das fertige Modell mit Materialien versehen, und Autodesk Inventor erzeugt daraus ein fotorealistisches Bild, das man dem Kunden in verschiedenen Dateiformaten übergeben kann. In diesem Bereich gibt es bei BZ Plankenhorn noch viele Wünsche: So fehlen hochauflösende Holztexturen, die unabhängig vom Zoom-Faktor den Charakter des gewählten Holzes erkennen lassen. Auch bei den Einstellungen für das eigentliche Rendering sehen die Konstrukteure noch viele Verbesserungsmöglichkeiten, um auch diesen Vorgang intern standardisieren und vor allem schneller durchführen zu können.

Wie groß der Unterschied zwischen Möbel- und Maschinenbau tatsächlich ist, zeigte sich erst in der Konstruktionspraxis. Viele holztechnische Funktionen, die die „Holzwürmer“, wie Mirko Abel sich und seinen Kollegen scherzhaft nennt, ganz selbstverständlich erscheinen, werden im reinen Maschinenbau nicht benötigt und sind daher im Inventor nicht vorhanden. Um hier Abhilfe zu schaffen, strebt BZ Plankenhorn nun an, ein Pflichtenheft mit den spezifischen Wünschen zu erstellen. Das Systemhaus Keiler wird diese Anregungen als branchenspezifisches Add-On umsetzen.

Rundum professionell

Die Anbindung zwischen 2D und 3D, zwischen Bauteilen, Baugruppen, und Projekten schafft das PDM-System Compass – ebenfalls aus dem Hause Autodesk. Die Software erhöht zusätzlich die Effektivität und verwaltet Arbeitsabläufe, Stücklisten, Bürodokumente, Normteile und vieles mehr. Zurzeit gewinnen die Konstrukteure vor allem durch das schnellere Auffinden von Daten viel Zeit. Als nächster Schritt wird hier die Anbindung an das ERP-System aus dem Hause Infor vollzogen. Ziel ist, die Prozesse weitgehend zu automatisieren.

(ID:202214)