Energiekette Bürodesign: igus-Energieketten für Verkabelung von Arbeitsplätzen und Stromverbrauchern
Ob französischer Fisch oder italienische Trüffel, bei Gourmets hat Rungis Express einen hervorragenden Namen: Das Unternehmen beliefert Deutschlands Spitzenköche mit Frischeprodukten. Nach einer Modernisierung der Büroräume tauchte die Frage auf, wie die Elektrokabel zu den einzelnen Schreibtischen geführt werden sollten. Das zuständige Architekturbüro fand eine Lösung: Sie entschied sich für die mehrdimensional bewegliche „Triflex R light“-Energiekette der Kölner igus.
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Wer die Zentrale der Firma Rungis Express in Meckenheim bei Bonn besucht, sollte vorher gegessen haben, sonst stellen sich sehr schnell Hungergefühle ein. In den Hallen werden frische Lebensmittel aller Art und aus aller Welt geprüft, gewogen und verpackt. Allen gemeinsam ist: Sie werden nicht beim Gemüsehändler um die Ecke oder im Supermarkt verkauft, sondern größtenteils in der Top-Gastronomie verarbeitet. Allein 78 der 80 Sterneköche in Deutschland gehören zu den Kunden, denen das Unternehmen rund 5.000 Artikel anbietet.
In der Verwaltung hört man buntes Sprachendurcheinander: Ein Mitarbeiter diskutiert am Telefon auf Französisch über die Qualität von frischem Loup de Mer (natürlich Angelware, nicht aus dem Netz), auf Italienisch wird die Lieferung von Trüffeln terminiert, und ein spanisch sprechender Kollege kauft Schinken vom frei laufenden Patanegra-Schwein ein.
Das Ziel ist dabei immer gleich
Daniel A. Witt vom Rungis-Business Development: „Wir liefern ausschließlich beste Qualität.“ Was so einfach klingt, ist extrem schwer umzusetzen. Man braucht exzellente Beziehungen zu weltweiten Produzenten, eine anspruchsvolle Qualitätskontrolle und eine ausgefeilte Logistik. Denn die frische Ware bleibt nur wenige Stunden im Lager, der gesamte Lagerbestand schlägt sich 400 mal im Jahr um. Dass Rungis Express damit eine gute Marktposition einnimmt, liegt auf der Hand.
Vom Einzelbüro zur offenen, flexiblen Architektur
Seit 2005 hat das Unternehmen neue Inhaber, die erfolgreich starteten, aber vor einigen Monaten einen Rückschlag hinnehmen mussten, als ein Brand eine Lagerhalle zerstörte und auch die Büroräume in Mitleidenschaft zog.
Daniel Witt: „Wir hatten geplant, die Verwaltung in ein, zwei Jahren grundlegend umzubauen. Nun mussten wir diese Pläne plötzlich vorziehen.“ Dabei sollten die traditionellen Einzelbüros einer offenen, flexiblen Architektur mit hellen Arbeitsplätzen weichen.
Die mit dem Umbau beauftragte Architektin Claudia Pannhausen entwarf eine Lösung, bei der man auf Zwischendecken verzichtete und die Trapezbleche des Dachs und die gesamte haustechnische Installation sichtbar wurde. Auch die Frage, wie man die Elektroverteilung und die Verkabelung des IT-Netzwerks unterbringt, wurde elegant gelöst.
Claudia Pannhausen: „Die beiden klassischen Varianten kamen nicht in Frage. Ein Hohlraumboden mit Bodentanks hätte bei der nachträglichen Installation hohe Kosten verursacht, und er ist unflexibel, wenn man Schreibtische auch nur um einen halben Meter versetzen möchte. Und der klassische Kabelkanal ist ästhetisch nicht überzeugend und ebenfalls relativ aufwändig.“
Verbindung von Kabeltrog und Arbeitsplatz
Daher entstand die Idee, die gesamte Elektroinstallation in Kabeltrögen unter der Decke unterzubringen – eine Idee, von der auch der Elektro-Fachingenieur überzeugt war (Doelle, Ingenieurbüro für Gebäudetechnik, Köln). Nur eine Frage musste zuvor geklärt werden: Wie wird die Verbindung zwischen Kabeltrog und Arbeitsplatz hergestellt?
Dafür hatte Claudia Pannhausen zwar eine Idee, aber zunächst kein passendes Produkt: „Der Elektrogroßhandel bietet zwar Kabelzuführungen für Büromöbel und Home Entertainment, die aber ´billig´ aussehen und beim Bewegen Geräusche verursachen. Unsere Lösung sollte optisch überzeugen, einen technischen Charakter haben, Flexibilität ermöglichen und auch noch bezahlbar sein.“
Bei der Internet-Recherche stieß sie auf die Energiekette „Triflex R light“ der Kölner Firma igus, welche 2007 mit dem Industriedeignpreis „iF Design Award“ ausgezeichnet wurde. Eigentlich wurde diese leichte, mehrdimensional bewegliche Energiezuführung nicht für die Gebäudetechnik und Elektroinstallation entwickelt, sondern zur Energie- und Datenführung in der Robotik und Handhabungstechnik.
Dennoch nahm Claudia Pannhausen Kontakt zu igus auf und war nach dem Besuch des igus Anwendungsberaters Andreas Muckes schnell überzeugt: „Das System sieht puristisch, aber sehr hochwertig aus. Es lässt sich schnell montieren und erlaubt die Flexibilität, die wir brauchen.“
Energiekette „Triflex R light“: mehrdimensional beweglich
Die „Triflex R light“ wurde als kostengünstige Variante der großen Schwester – der „Triflex R“-Energiekette für Produktionsroboter – entwickelt, welche weltweit in zahlreichen Roboter-Applikationen zum Einsatz kommt. Sie ist ebenso mehrdimensional beweglich, lässt sich einfach auf die gewünschte Länge kürzen oder längen – und sie sieht gut aus. Letzteres spielt bei Robotern zumeist nur eine Nebenrolle, aber bei den Rungis Express-Büroräumen geht es besonders stark auch um die Optik. Schließlich sind die Energieketten überall im Loft deutlich sichtbar.
Claudia Pannhausen konnte sich sogar zwischen zwölf verschiedenen Farben entscheiden. Jochen Weber, Produktmanager „Triflex R“ und Robotik bei igus: „Wir produzieren alle Ketten an unserem Hauptsitz in Köln und sind sehr flexibel, was Lieferzeiten und Sonderwünsche betrifft. Auch Sonderfarben im Corporate Design des Kunden sind möglich.“ Bei Rungis Express kommt eine silbergraue Variante zum Einsatz, die sich optisch gut in die Umgebung einfügt.
Überzeugendes Aussehen, einfache Montage
Aber nicht nur die Optik der Energiekette (kurz: „E-Kette“) kann überzeugen. Die Kabel lassen sich nach dem „Easy-Prinzip“ einfach in die Kette einclipsen und auf gleiche Weise wieder entfernen. So bleibt der Anwender flexibel, wenn man z.B. ein zusätzliches Kabel am Schreibtisch benötigt. Die Erstmontage ist ebenso unkompliziert, zumal sich das ausführende Elektro-Unternehmen hier aus dem reichhaltigen Zubehörbaukasten von igus bedienen konnte: die Halterungen für den Kabeltrog wurden gleich mitgeliefert.
Die „Triflex R light“ ist in vier Größen mit Außendurchmessern von 45 bis 108 mm lieferbar. Rungis Express kommt mit der kleinsten Variante „TRL 40“ aus. Alle Größen sind dreifach unterteilt, so dass man z.B. die Energieversorgung und die Netzwerkkabel trennen kann. Das sorgt für eine übersichtliche Leitungsführung. Und wenn ein Mitarbeiter seinen Schreibtisch neu positionieren möchte, ist auch das kein Problem. Jedes einzelne Kettenglied lässt sich um 10o in der Längsachse verdrehen.
Über die Energiekette wird jeder Arbeitsplatz im modernisierten Bürotrakt mit Energie und Daten versorgt, auch reine Stromverbraucher wie z.B. die Kaffee- und Getränkeautomaten sind über die „Triflex R light“ ans Netz angeschlossen. Die Anwender sind mit dieser Lösung zufrieden, und die Architektin auch.
Claudia Pannhausen: „Wir konnten mit überschaubaren Kosten eine optisch ansprechende Energieversorgung realisieren. Die Kabel sind ´versteckt´ und dennoch bleibt man flexibel. Auch zusätzliche Arbeitsplätze können bei Bedarf ganz schnell mit angeschlossen und ins Netzwerk integriert werden.“
Neuer Markt für Energieketten
Nicht nur bei Rungis Express setzt man die „Triflex R light“ in kreativer Zweckentfremdung ein. Jochen Weber von igus: „Wir haben kürzlich sehr große Mengen dieser Energiekette an einen niederländischen Kunden geliefert, der in der Gebäudetechnik tätig ist. Angesichts der zahlreichen Bürogebäude, die in den 1960er und 70er Jahren gebaut wurden und in den kommenden Jahren umgebaut werden, sehen wir hier einen stark wachsenden Markt.
Die „Triflex R light“ bietet z.B. in Kombination mit einem Kabeltrog den immensen Vorteil der Flexibilität und der einfachen Installation: Man muss nicht in die Gebäudestruktur eingreifen und kann die Kabelführung auch nachträglich leicht verändern.“
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