Schalldämmung

Auf die Abstände kommt es an

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Beste Ergebnisse erzielte innen ausgekleidetes Stahlblech

Die Ergebnisse von Messungen sollen die Wirkung eines Absorbers im Vergleich zu anderen Lösungen aufzeigen. Dazu wurde ein Lautsprecher in verschiedene Würfelkonstruktionen eingebracht und der von ihm erzeugte Pegel in einem festgelegten Abstand frequenzselektiv gemessen. Eingangs wurde der Lautsprecher frei abstrahlend betrieben, um diesen Zustand mit in den Vergleich einzubeziehen. Bild 6 in der Bildergalerie zeigt die Verläufe.

Die obere Kurve (dunkel blau) gibt den Pegelverlauf bei dem frei abstrahlenden Lautsprecher wieder. Der Verlauf ist im Wesentlichen durch die A-Bewertung und die Übertragungscharakteristik des Lautsprechers geprägt. Bei der zweiten Kurve von oben (lila) bestand der Würfel, in dem sich der Lautsprecher befand, aus Poroblech. Da hier die Reibung in den Schlitzen nicht durch einen Resonanzeffekt unterstützt wird, resultiert daraus nur eine geringe Dämpfung in den höheren Frequenzen. Eine deutliche Verbesserung erbringt ein Würfel aus 1-mm-Stahlblech (gelbe Kurve).

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Eine darüber hinaus wesentliche Verbesserung wird durch das Auskleiden des Stahlwürfels innen mit Poroblech erreicht (blaue Kurve), und zwar im Abstand von 30 mm. Dieser Abstand wurde durch Abstandshülsen fixiert. Die oben angesprochene λ/4-Bedingung kommt bei diesem Aufbau zur Geltung, denn im Frequenzbereich zwischen 2 kHz und 3 kHz ist die Verbesserung besonders deutlich.

Gewebeabsorber lassen sich in vielfältiger Weise zur Schalldämpfung einsetzen. Nachfolgend sind zwei beispielhafte Anwendungsfälle aufgeführt. Der erste ist eine partielle Schallkapselung für Elektromotoren. Bild 7 zeigt Details des Absorbers und der Kapsel, Bild 8 den Pegelverlauf über der Frequenz ohne und mit der Kapselung. Die Gesamtkonstruktion wirkt hier ziemlich breitbandig, nur bei ca. 1400 Hz ist ein gewisser Einbruch der Dämpfung zu beobachten. Trotzdem ergibt sich insgesamt eine Dämpfung von etwa 20 dB, auch bei den Spitzenwerten im Pegelverlauf.

Gewebeabsorber bieten sich für zahlreiche Anwendungen an

Ein weiteres Beispiel ist der Einsatz von Gewebeabsorbern in einem Kulissenschalldämpfer, eingesetzt bei einer Wärmepumpe. Bild 9 zeigt die Anordnung, bei der ein solcher Schalldämpfer sowohl in den Zuluft- als auch Abluftkanal eingefügt ist. Da Wärmepumpe konstruktionsbedingt häufig zu Lärmbelästigungen im Bereich tiefer Frequenzen führen, ist die Wirkung des Schalldämpfers in diesem Bereich von besonderem Interesse. Bild 10 weist hier eine besonders hohe Dämpfung von ca. 15 dB aus, wobei darüber hinaus für diese Messung nur ein Schalldämpfer in den Abluftkanal eingefügt war.

Neben den akustischen Eigenschaft sind weitere Eigenschaften in der Praxis von Belang. Dazu gehören die Stabilität der Kennwerte, Resistenz gegen Umweltbelastungen, geringe Anfälligkeit gegen Verschmutzung oder zumindest gute Reinigungsmöglichkeiten. Auch bezüglich solcher Anforderungen haben sich Gewebeabsorber in der Praxis bewährt. (jv)

[1] Fuchs, Helmut V.; Schallabsorber und Schalldämpfer; Springer Verlag 2010.

Zur Firma: HPI Härle Produktentwicklung

* Dipl.-Ing. Hans A. Härle ist Inhaber von HPI Härle Produktentwicklung in Bopfingen.

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