3D-CAD-Software VISI-Series von MECADAT bei Faßnacht Formenbau
Faßnacht ist ein guter Name. So einprägsam, dass selbst Edmund Stoiber sich gut daran erinnert. Aber der Ministerpräsident erinnert sich nicht nur wegen des Namens. Als Gewinner beim Wettbewerb „Excellence in Production“ – Deutschlands bester Werkzeug- und Formenbauer in der Kategorie „externer Werkzeugbau unter 100 Mitarbeitern“ zeigt Faßnacht, dass der Name auch für Qualität und Erfolg steht.
Anbieter zum Thema
Vor 15 Jahren hat Wolfgang Faßnacht die Firma gegründet, zusammen mit seinem Bruder und einem weiteren Mitarbeiter. Im Laufe der Jahre hat sich der Betrieb zu einem ansehnlichen Unternehmen mit 15 Mitarbeitern entwickelt. Die Firma hat sich spezialisiert auf Formenbau für Spritzgussformen.
Zum Thema Outsourcing hat Faßnacht eine simple Definition: Alles, was andere billiger machen können, wird nach draußen vergeben. Auch Aufbauten werden nur bearbeitet, wenn Kapazitäten frei sind. Alle Teile, die nicht knowhow-relevant sind und deshalb auch von mechanischen Werkstätten produziert werden können, geben die Bobinger an externe Firmen ab. Hingegen alles, was die Qualität des Werkzeuges ausmacht, die Konturen, die Abstimmarbeiten, das Finish - sprich das Knowhow - fertigt Faßnacht selbst.
Schwierigkeiten im Vorfeld erkennen
Manchmal kommen auch Kunden mit Formen, die nicht bei Faßnacht hergestellt wurden und fragen um Rat. Wolfgang Faßnacht: „Die schwierigen Teile, das ist unsere Stärke.“ Zu dieser Stärke gehört auch, dass man Teile bereits im Vorfeld erkennt, die nicht funktionieren werden.
Dieses geschulte Auge für die Schwierigkeiten eines Teiles hat Faßnacht den Auftrag beschert, in dessen Rahmen das Werkzeug für den BMW-Funktionsträger gebaut wurde. Die Halterung von Navigation und Heizklimagerät ist in der Mittelkonsole vom 3er-BMW eingebaut. Der Kunde hatte ein ähnliches Teil bei einem Wettbewerber von Faßnacht fertigen lassen und war auf große Probleme gestoßen. Beim Gespräch über den Auftrag zeigte Faßnacht dem Kunden, wo es überall Probleme bei der Realisierung geben könnte. Der Auftraggeber war davon so beeindruckt, dass Faßnacht den Zuschlag bekam.
VISI-Series mit an Bord
Für den kompletten Auftrag benötigten die Bobinger 16 Wochen. Durchgängig mit dabei war VISI-Series, die CAD/CAM-Systemlösung von MECADAT. Bereits beim ersten Sichten der Daten kam der VISI-Viewer zum Einsatz.
„Ich sehe mir das Teil an, wie kann die Form gefertigt werden, wo könnten Schwierigkeiten auftreten“, erklärt Wolfgang Faßnacht das Procedere. Sind die Feinheiten mit dem Kunden abgeklärt, kommen die Daten zur Konstruktion. Mit VISI-Modelling legt einer der beiden Konstrukteure von Faßnacht die Trennflächen fest und konstruiert die Form. Der Kunde gibt die Form frei, und damit ist die Konstruktion abgeschlossen. Vier Wochen sind inzwischen vorbei, und der Entwurf für die Form liegt vor als 3D-Modell, mit Stückliste und Zeichnungsableitung.
Der Formenaufbau für das Werkzeug wird komplett eingekauft.
Faßnacht: „Wir haben mit Meusburger und Hasco zwei Normalienhersteller, die qualitativ so gut liefern, dass wir quasi blind bei ihnen bestellen können“. Die Stahleinsätze bestellt Faßnacht als P-Einsätze, die schon mit vorgegebenem Aufmaß gefräst sind. Damit sparen die Bobinger einerseits Zeit, andererseits entlasten sie ihre eigenen Maschinen, die für das Fräsen von hochgenauen Teilen konzipiert sind. Nach dem Härten und Schleifen werden die Konturen auf Fertigmaß so weit wie möglich gefräst, der Rest wird entweder mit Graphit- und Kupfer-Elektroden abgeleitet oder drahterodiert. Von allen Bereichen, die drahterodiert werden, sind in VISI-Series die Ableitungen von den Konturen erstellt worden.
Problemloser Umstieg auf neue Software
Bei Faßnacht wurde VISI-Series ursprünglich als Unterstützung für den vorhandenen Flächenmodellierer angeschafft, der keine Volumenmodellierung beherrschte. „Ich war der Meinung, dass VISI-Series unseren Flächenmodellierer nicht schlagen könne“, so Faßnacht, „aber seit VISI-Series im Haus ist, haben wir den ursprünglichen Flächenmodellierer nicht mehr benützt“.
Seit 1999 ist das System bei Faßnacht im Einsatz, anfang April wurde die Version 13.1 installiert. Der Umstieg auf VISI-Series ging problemlos vonstatten. Gelernt auf dem Flächenmodellierer, hatte man mit dem leichter zu handhabenden Volumenmodellierer keine Schwierigkeiten.
Mit Neuerungen und vielen Vorteilen für den Anwender
Die Version 13.1 hat aber mehr zu bieten: Neu ist dabei beispielsweise das Modul VISI-Mold. Die Software war bei den Normalienkatalogen und beim Werkzeugaufbau an die Kapazitäts-grenzen gestoßen. Aus diesem Grund entwickelte Vero International – der Hersteller von VISI-Series - ein neues Konzept, das dem Anwender zugleich mehr Flexibilität gibt. Der Benutzer kann während der Entwurfphase beispielsweise Platten herausnehmen oder hinzufügen sowie Säulen umdrehen; alles Vorgänge, die in früheren Versionen - einmal festgelegt - fix waren.
Bei der Flächenmodellierung kann der Benutzer jetzt den kompletten Flächenverband an den Trimgrenzen tangential verlängern. Eine Funktion erspart dem Anwender, wie bisher Trimgrenzen wegzumachen, Flächen zu verlängern, neue Trimgrenzen festzulegen und dabei entstehende Lücken schließen zu müssen. Auch C2-stetige Flächen werden jetzt im tangentialen Anschluss und im Verlauf gesteuert. Dadurch wird der Flächenverlauf glatter, was eine bessere Oberflächenqualität bedeutet.
Das Modul VISI-Elektrode erweiterten die Langenbacher ebenfalls um einige Funktionen. In Zukunft kann der Anwender absolute und relative Nullpunkte mit einbringen. Die Software erstellt das Zeichenblatt zukünftig automatisch.
Auch neue Schnittstellen hat die Version 13.1 zu bieten
„Wir bleiben da immer up-to-date, um auch neue Komponenten-Typen zu berücksichtigen. Das ist ein kontinuierlicher Prozess, der mit jedem Release stattfindet“, erklärt Schmitt. Auch wenn das große Release gerade erst ausgeliefert ist, arbeiten die Entwickler von VERO bereits an den zukünftigen Updates. Ein Modul mit direkter Ausgabe für die Senkerodiermaschine befindet sich schon in der Testphase. Eine Schnittstelle, um Daten wieder in CATIA V5 zurück schreiben zu können, ist ebenfalls in Bearbeitung.
MECADAT
Tel. +49(0)8761 7620 0
(ID:182575)