Schweißen "Schweißtechnische Fachkraft" ist gefragt
Der DVS und der Gesamtverband Metall haben eine Studie zum möglichen Ausbildungsberuf "Schweißtechnische Fachkraft" durchgeführt. Die Ergebnisse bestätigen den Bedarf nach diesem Berufsbild.
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Den Bedarf nach einer speziellen schweißtechnischen Ausbildung in Industrie und Handwerk hat das unabhängige Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) in Nürnberg untersucht. Die Studie erfolgte anhand von Experteninterviews und einer telefonischen Befragung von 300 Unternehmen. Vor allem die Industrie zeigte großes Interesse: 72 Prozent der Befragten bewerteten eine neue Ausbildung als sehr interessant bzw. interessant. Im Handwerk stimmten 46 Prozent der Betriebe dieser Bewertung zu. Die Unterschiede ergeben sich aus den verschiedenen Anforderungsprofilen der beiden Bereiche: Die Industrie benötigt für Schweißarbeiten vor allem Spezialisten. Handwerksbetriebe sind mit der bestehenden Ausbildungssituation zufriedener, hier sind eher Generalisten gefragt.
Ausbildung zur "Schweißtechnischen Fachkraft" ergänzend zu anderen Berufsbildern
Gut ein Viertel der befragten Unternehmen wollen laut Untersuchung des f-bb „Schweißtechnische Fachkräfte“ ausbilden. Die Mehrheit der Betriebe würde diese Ausbildung ergänzend zu anderen Berufsbildern anbieten. Das heißt, Ausbildungsplätze in bereits bestehenden Berufen blieben weiterhin in ähnlichem Umfang bestehen.
Die Studie zeigt außerdem, dass die Schweißtechnik in den befragten Unternehmen im Vergleich zu anderen Fügeverfahren eine zentrale Rolle einnimmt. Handschweißprozesse werden branchenunabhängig in nahezu allen befragten Betrieben angewendet: 98 Prozent verfügen über manuelle Schweißarbeitsplätze. Wichtige Verfahren sind weiterhin das Schrauben mit 88 Prozent und das Flanschen, das in 55 Prozent der Betriebe vorkommt. Automatische Schweißarbeitsplätze haben gut zwei Drittel der Unternehmen. Die Meinung der Experten ist laut Studie einhellig: „Wer fügt, schweißt“.
Schmelzschweißer sind heute gefragte Fachkräfte
Mit einem Ausbildungsberuf für die Schweißtechnik betreten die Partner kein Neuland: Bis in die 90er Jahre gab es bereits die Ausbildung zum „Schmelzschweißer“. Im Zuge einer Neuordnung der industriellen Metallberufe wurde dieser Ausbildungsberuf abgeschafft und die neuen Angebote „Konstruktionsmechaniker“ und „Anlagenmechaniker“ speziell für die Industrie aufgenommen. Im Handwerk sind es vor allem die Metallbauer, die mit einer Zusatzausbildung Schweißaufgaben im Betrieb vornehmen. Laut Studie des f-bb sind die ehemals ausgebildeten Schmelzschweißer heute gefragte Fachkräfte in der Wirtschaft.
Mit den Studienergebnissen kann nun der formelle Verfahrensweg eingeleitet werden: Das Kuratorium der Deutschen Wirtschaft für Berufsbildung (KWB), der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sowie weitere Gremien werden sich in den nächsten Monaten mit der detaillierten Bewertung der Studie befassen. Der DVS wird die entsprechenden Stellen fachlich mit einer Arbeitsgruppe unterstützen. (jus)
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