Additive Fertigung

Zentrum für Additive Fertigung öffnet in Niedersachsen

| Redakteur: Juliana Pfeiffer

Mit dem Selektiven Laserstrahlschmelzen (SLM) lassen sich Prototypen und Kleinserien schnell und kostengünstig fertigen – wie beispielsweise diesen Korb aus einer Magnesiumlegierung.
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Mit dem Selektiven Laserstrahlschmelzen (SLM) lassen sich Prototypen und Kleinserien schnell und kostengünstig fertigen – wie beispielsweise diesen Korb aus einer Magnesiumlegierung. (Bild: LZH)

Ersatzteile, Sportschuhe und sogar Hörgeräte kommen in Zukunft aus dem 3D-Drucker – individuell angefertigt zum Preis von Massenware. Die sogenannte additive Fertigung wird die Produktion radikal verändern. Niedersächsische Unternehmen sollen dabei Vorreiter werden, mit der Unterstützung von Niedersachsen Additiv, dem Zentrum für Additive Fertigung.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies: „Additive Verfahren wie der 3D-Druck sind eines der großen Zukunftsthemen der Produktionstechnik beim Thema Industrie 4.0. Wir wollen den niedersächsischen Mittelstand dafür stärken und dafür sorgen, dass unsere Unternehmen auf dem Weg zur additiven Fertigung vorangehen. Immer schneller wird es wettbewerbsfähig sein, Komponenten aus Kunststoff oder Metall nicht nur durch Zerspanung, sondern auch durch das sog. Drucken herzustellen. Das gilt zunehmend auch für größere Stückzahlen. Mit dem Zentrum wird es möglich sein, den richtigen Zeitpunkt und die richtige Technologie zu bestimmen. Deshalb unterstützt das Land gerne das neue Zentrum in Hannover “, sagte Lies bei der Eröffnungsveranstaltung. Von der niedersächsischen Landesregierung erhält das Zentrum in Hannover für drei Jahre 1,2 Millionen Euro Förderung für Forschung und Technologietransfer.

Niedersachsen Additiv – Das Zentrum für Additive Fertigung soll den 3D-Druck serientauglich machen. Vier Partner haben das Zentrum gemeinsam ins Leben gerufen: Das Laser Zentrum Hannover e. V. (LZH), das Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH (IPH), die Deutsche Messe Technology Academy GmbH sowie die LZH Laser Akademie GmbH.

Individuelle Produkte flexibel fertigen

Die additive Fertigung wird die Produktionstechnik grundlegend verändern. Maßgefertigte Produkte lassen sich künftig zum Preis von Massenware herstellen – etwa Laufschuhe, die individuell an den Fuß des Sportlers angepasst werden, oder Kopfhörer und Hörgeräte, die perfekt im Ohr sitzen.

Wenn individuelle, maßgefertigte Produkte keine Luxusgüter mehr sind, verändert sich allerdings auch das Konsumverhalten: Massenware wird dann nicht mehr akzeptiert. Unternehmen, die diese Entwicklung verpassen, könnten den Anschluss verlieren. Deshalb will Niedersachsen Additv kleine und mittlere Unternehmen (KMU) dabei unterstützen, die neuen Technologien in ihre Produktionsprozesse zu integrieren.

Infoveranstaltungen, Workshops, Seminare und Schulungen

Geplant sind eine Reihe von Informationsveranstaltungen, in denen die Experten die Grundlagen der additiven Fertigungsverfahren vermitteln. Sie erklären beispielsweise, welche Technologien es bereits auf dem Markt gibt, für welche Materialien sie sich eignen – beispielsweise für Kunststoff, Metall oder Keramik – und wie 3D-Drucker im Vergleich zu herkömmlichen Fertigungsverfahren abschneiden, etwa in Bezug auf die Herstellungskosten, den Durchsatz und die Produktqualität.

In einer Lernfabrik können Fach- und Führungskräfte die Anlagen selbst ausprobieren. In Workshops lernen sie unterschiedliche Verfahren kennen und können sie direkt miteinander vergleichen. Bei Demonstrationsveranstaltungen zeigen die Experten an Beispielprodukten, wie die additive Fertigung funktioniert – vom Entwurf bis zur fertigen Ware.

Zudem widmet sich das Zentrum der beruflichen Weiterbildung: In Basisseminaren und darauf aufbauenden Schulungen erwerben Fachkräfte das nötige Wissen, um spezifische Anlagen an ihrem Arbeitsplatz bedienen zu können. Unternehmen, die additive Fertigungstechnologien in ihre eigene Produktion integrieren möchten, erhalten vom Zentrum kostenlos Unterstützung.

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