Whitepaper Wie Unternehmen besser durch Krisen kommen

Mit einem neuen Whitepaper will Fraunhofer produzierende Unternehmen dabei unterstützen, ihre Resilienz zu stärken, um auf Krisen wie die Pandemie oder die Flutkatastrophe im Ahrtal besser vorbereitet zu sein.

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Das Fazit der Forschenden: Wer nachhaltige Maßnahmen zur Steigerung der Resilienz einführt, bleibt selbst in Krisen innovativ und erfolgreich.
Das Fazit der Forschenden: Wer nachhaltige Maßnahmen zur Steigerung der Resilienz einführt, bleibt selbst in Krisen innovativ und erfolgreich.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Vor dem Hintergrund aktueller Krisen wie der Corona-Pandemie oder der Hochwasserkatastrophe des Sommers 2021 wird deutlich: Krisen, die auf unzureichend resiliente Wertschöpfungsketten treffen, können dramatische Auswirkungen auf Unternehmen und sogar ganze Volkswirtschaften haben. Die Folgen der Corona-Pandemie haben auch die deutsche Wirtschaft stark getroffen. Viele Branchen melden Lieferschwierigkeiten, allen voran die Autoindustrie, aber auch die Baubranche, Möbelhersteller, die Papierindustrie und Fahrradhersteller – sogar Spielwaren sind knapp.

Die deutsche Wirtschaft steht heute vor enormen Herausforderungen. Sie muss innovative Technologien im Kampf gegen den Klimawandel auf den Markt bringen und ihre technologische Souveränität im globalen Wettbewerb ausbauen. Das Whitepaper Resyst vertieft das Verständnis für eine resiliente Wertschöpfung und bietet produzierenden Unternehmen praxisnahes Know-how zur Steigerung ihrer Resilienz und damit langfristiger Erfolgssicherung.

Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft

Was versteht man unter Resilienz?

Das Gabler Wirtschaftslexikon definiert Resilienz folgendermaßen:
"Unternehmerische Resilienz ist die Eigenschaft eines Unternehmens, externen Schocks oder Verwerfungen der sozialen, wirtschaftlichen oder politischen Rahmenbedingungen standzuhalten und sich an neue Bedingungen anzupassen.
Unternehmen müssen dafür die Fähigkeit besitzen, trotz Einwirkungen von außen ihre Stabilität zu erhalten, zum Ausgangszustand zurückzukehren oder einen neuen Gleichgewichtszustand einzunehmen. Auf diese Weise widerstehen sie externen Einflüssen und können langfristig auf dem Markt bestehen.
Im Gegensatz zur Robustheit, bei der Unternehmen den Veränderungen begegnen, ohne ihre Struktur anzupassen, zielt Resilienz darauf ab, die Anpassungen zur Aufrechterhaltung der Handlungsfähigkeit schnell vorzunehmen und, wenn nötig, Strukturen und Prozesse grundlegend umzugestalten. Der Erhalt der Funktionalität ist dabei nur das Minimalziel. Das Idealziel einer erfolgreichen Umgestaltung ist die Fähigkeit, agiler und letztlich innovativer zu agieren als vor dem Eintritt der Krise.

Reaktion auf Krisen und unerwartete Störfälle

Die Industrie sollte die dramatischen Lieferengpässe zum Anlass nehmen, ihre Fähigkeit zur Resilienz zu überprüfen und zukunftsorientierte Maßnahmen zu planen, raten Experten. Hier setzt das Whitepaper "Resyst Resiliente Wertschöpfung in der produzierenden Industrie – innovativ, erfolgreich, krisenfest" an. 17 Fraunhofer-Institute des Fraunhofer-Verbunds Produktion bringen ihre Erfahrungen und aktuellen Forschungsergebnisse ein und geben Handlungsempfehlungen.

Das Whitepaper untersucht die Auswirkungen unerwarteter Störfälle und plötzlich hereinbrechender Krisen auf Unternehmen und diskutiert Maßnahmen und Weichenstellungen, die auf den Ebenen der Unternehmen, des Wertschöpfungssystems oder der Politik getroffen werden können, um die Resilienz deutlich zu erhöhen. Die Website www.produktion.fraunhofer.de ergänzt das Whitepaper um weitere Beispiele für Sprung-innovationen sowie Prototypen und Demonstratoren.

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Resilienz als wichtiger Wettbewerbsfaktor

Warum sollten Unternehmen an ihrer Resilienz arbeiten? Dramatische Ereignisse finden seit Jahrhunderten immer wieder statt, aufgrund der weltweiten Vernetzung werden die Auswirkungen jedoch komplexer.

Das Thema Resilienz wird immer noch unterschätzt. Unser Whitepaper will das Bewusstsein für dieses komplexe Thema schärfen, damit die Verantwortlichen der produzierenden Industrie frühzeitig Maßnahmen zur dringend notwendigen Verbesserung der Resilienz ergreifen.

Prof. Holger Kohl, stellvertretender Institutsleiter am Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK und Koordinator des Whitepapers zum Forschungsprojekt Resyst

Mit den aktuellen Erfahrungen aus der Corona-Pandemie und auch der Hochwasserkatastrophe greift das Fraunhofer-Innovationsprogramm Resyst die Anforderungen des Wirtschaftsstandorts Deutschland an resiliente und dynamische Wertschöpfungssysteme bei gleichbleibend hoher Produktivität und Individualisierung auf. Denn Resilienz gegenüber Krisen und Störfällen aller Art entwickelt sich zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor.

Die vier grundlegenden Merkmale der Resilienz: Adaptivität, Antizipation, Robustheit und Regenerationsfähigkeit.
Die vier grundlegenden Merkmale der Resilienz: Adaptivität, Antizipation, Robustheit und Regenerationsfähigkeit.
(Bild: Fraunhofer)

Traditionelle Geschäftsmodelle sind den Anforderungen an Krisen oftmals nicht gewachsen. Dabei geht es vor allem um resilientes Verhalten im Bereich des Risikomanagements und die Vermeidung von unkontrollierbaren Produktionsstillständen sowie übermäßigen Mehraufwänden in der Arbeitsorganisation.

Aktuelle Herausforderungen für die deutsche Wirtschaft

  • Extreme Nachfrageschwankungen
  • Ungeahnte kritische Prozesse und Infrastrukturen
  • Gleichzeitigkeit hochdynamischer Ereignisse
  • Extremer Innovationsdruck
  • Liquidität
  • Lieferengpässe
  • Gesamtwirtschaftliche Effekte

Beispiel: Additive Fertigung

Im Whitepaper werden verschiedene Beispiele genannt, wie resiliente Unternehmen diesen Herausforderungen begegnen können, hier sei nur eines angeführt: Die Additive Fertigung als Ausweichtechnologie.
Erste Erfahrungen mit der Verwendung von additiv gefertigten Bauteilen hat die Industrie bereits gemacht. Sie decken jedoch in den wenigsten Fällen die Vielfalt der Möglichkeiten Additiver Fertigung ab. Mit erweiterten Kenntnissen über diese Verfahren und dem Vorhandensein notwendiger, gebrauchsfertiger Daten eröffnen sich neue Chancen, um im Krisenfall Ausfallzeiten zu minimieren. Deshalb ist es notwendig, Daten aus unterschiedlichen Quellen und mit unterschiedlichen Dateiformaten verlustfrei in einen vollständigen Maschinencode für den jeweiligen Prozess umwandeln zu können. Das ist die Grundlage für einen schnellen Wechsel der Fertigungstechnologie.
Darüber hinaus ist es mittels mobiler Fertigungskapazitäten bei einigen additiven Fertigungsverfahren bereits möglich, eine schnelle Vor-Ort-Reparatur durchzuführen, um die Ausfallzeit in infrastruktur-schwachen Gegenden zu reduzieren.

Rahmenmodell gibt Handlungsempfehlungen

Das Whitepaper stellt das "Rahmenmodell für Resiliente Wertschöpfung" vor, das die Fraunhofer-Forschenden institutsübergreifend entwickelt haben. Es bietet den Forschenden zufolge ein durchgängiges Gerüst, das alle relevanten Aspekte der Resilienz adressiert, sie miteinander vernetzt und mit handlungsorientierten Lösungsbausteinen verknüpft. So soll es Unternehmen ermöglicht werden, die strategisch angelegten Resilienz-Ziele mit den Erfordernissen des Tagesgeschäfts zu verbinden. Zudem werden das Rahmenmodell und die Analysen mit praktischen Handlungsempfehlungen, konkreten Beispielen und einer Reihe von Case Studies veranschaulicht.

Resilienz ist mehr als nur Krisenvorsorge, vielmehr hilft sie auch jenseits von Krisen innovativ und agil zu bleiben. Denn intakte und resiliente Wertschöpfungssysteme sind essenziell für den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Prof. Holger Kohl, stellvertretender Institutsleiter am Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK und Koordinator des Whitepapers zum Forschungsprojekt Resyst

Das Whitepaper Resyst hier downloaden.

Seminartipp

In dem Seminar Zeit- und Selbstmanagement für Ingenieure und Techniker lernen die Teilnehmer die Hintergründe und Vorteile des Selbst- und Zeitmanagements kennen. Es wird gezeigt, wie man die Theorie im Alltag praxisgerecht anwenden kann.

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